Hoch hinaus, große Sprünge machen? Der Marktgemeinderat blieb bei seiner Haushalts-"Beratung" am Boden. Dafür sorgte schon VG-Kämmerer Klaus Ebert, der in seiner ruhigen Art das Zahlenwerk erläuterte. Letztmals, denn im nächsten Jahr wird der Oberbuchhalter der Verwaltungsgemeinschaft in Ebert nicht mehr im Amt, weil im Ruhestand sein.

Und im nächsten Jahr stehen in der Gemeinde große Maßnahmen an, die den Haushalt belasten werden: Die Sanierung der Straße von Sendelbach nach Gräfenholz, ein "Millionen-Ding", so Ebert, der Bau von Ersatzwegen als Ersatz für wegfallende Bahnübergänge, der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Losbergsgereuth.

"Dann kommt es zu einem finanziellen Engpass", blickte der Kämmerer voraus, selbst wenn die Bundesbahn sich mittlerweile bereit erklärt hat, den Feldwegebau fast zu 100 Prozent zu übernehmen und wenn für die Straßensanierung bei Gräfenholz ein Zuschuss-Satz von 90 Prozent erreicht werde, was noch nicht sicher sei.

Deshalb ist es von Vorteil, dass heuer Zeit bleibt zum Durchatmen und Freiräume zum Schuldenabbau. "Die Finanzlage ist besser als im Vorjahr", rechnete Ebert den Marktgemeinderäten vor. Es fließen größere Summen aus der Einkommenssteuer und den Schlüsselzuweisungen ins Gemeindesäckel.

Daher auch der Spielraum, den Schuldenberg abzubauen. 83 000 Euro werden's am Jahresende weniger sein, 1,15 Millionen Euro bleiben aber noch als Schuldenlast, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 737 Euro entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei 714 Euro je Einwohner.

An großen Investitionen fallen im laufenden Jahr die Beteiligung am Hallenbad-Neubau in Ebern über die Schulverbände an (95 000 Euro), was einmal mehr den Missmut von Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) erweckte: "Ich verstehe nicht, dass wir das alles bezahlen sollen, weil andere Schulverbände wie Pfarrweisach oder Kirchlauter das neue Bad dann bestimmt auch nutzen." Ein weiterer großer Brocken in diesem Jahr ist der Breitbandausbau (300 000 Euro).

Ärgernis Bahnhofstraße

Helmut Grell (ÜWG) vermisste in der Investitionsliste Ansätze für den Ausbau der Siedlungs- wie der Bahnhofstraße in Treinfeld. "Wenn wir das machen, müssen wir das umlegen. Und darüber sind die Anlieger gar nicht begeistert", wurde der Bürgermeister unwirsch.

Die Notwendigkeit zu einem Vollausbau mochte Grell nicht erkennen. "Das ist doch klar, dass wir das nicht zwei Anliegern aufbürden können. Aber früher sind die schweren Holzlaster über diesen Weg gefahren und jetzt soll er 60 Zentimeter tief ausgekoffert werden?", wunderte sich der Treinfelder, der sich nur für eine Fahrbahnsanierung aussprach.

"Das Bauamt sagt, dass ein Vollausbau notwendig ist", pochte der Bürgermeister auf seine Erkenntnisse, während Grell und Willi Andres (CSU) eine Einfachlösung durchsetzen wollen. "Ohne Rabatten und Gehsteig." Darauf ein trotziger Sendelbeck: "Ins Bauamt brauch' ich damit gar nicht, dann müssen wir für die Reparaturen ein Ingenieurbüro beauftragen." Willi Andres regte noch an, die Bahn bei den Kosten heranzuziehen, was schwierig werden dürfte, wenn keine Umlagen anfallen sollen.

Eine weitere Einnahme hat der Kämmerer mit 62 000 Euro aus dem Verkauf von Bauplätzen angesetzt. Zudem stehe aus dem Vorjahr noch eine Rücklage von 10 000 Euro zur Verfügung.

Deutlich verbessert habe sich die Situation im Marktsaal. Der Fehlbetrag liege nur noch bei 9700 Euro (Vorjahr: 26 000 Euro). Darüber hinaus freute sich der Bürgermeister über einen Überschuss von 3100 Euro aus den Faschingsveranstaltungen.

Teuere Burgenträume?

Zwei weitere Gedankenanstöße warf Sendelbeck beim Blick in den Haushalt in die Runde. "Wir zahlen für die Mitgliedschaft bei der Burgenstraße 16 000 Euro und 23 000 Euro für den Burgenwinkel. Die Philosophie, unseren Wirt zum Einbau von Fremdenzimmern zu überreden, geht nicht auf. Ich will nicht sagen, dass wir da rausgehen, aber eine Überlegungen ist es schon wert." Der Haushalt wurde bei einer Gegenstimme (Volker Zürl, CSU) beschlossen.