Sehr zufrieden verließen Feuerwehrleute am Mittwochabend das Eltmanner Rathaus. Die meisten von ihnen waren aus Weisbrunn. Der Stadtrat hatte gerade beschlossen, gemäß dem Feuerwehr-Fahrzeugkonzept ein neues Einsatzfahrzeug (TSF-W) für die Wehr Weisbrunn anzuschaffen. Damit soll die Sicherheitslage nicht nur in Weisbrunn deutlich verbessert werden, denn mit dem TSF-W wird die Feuerwehr Weisbrunn über schweren Atemschutz und ein wasserführendes Fahrzeug verfügen.

Mehr Probleme als Rost

Kommandant Thomas Neeb erläuterte dem Stadtrat, dass das bisherige Weisbrunner Löschgruppen-Fahrzeug 41 Jahre alt sei. Schon zwei Mal sei es generalsaniert worden, doch mittlerweile sei nicht nur der Rost ein Problem. "Es ist auch außerordentlich schwer zu fahren und verfügt über keinerlei Sicherheitseinrichtungen für die Mannschaft. Weder Gurte noch Airbags sichern die Feuerwehrleute, die auf dem Weg zum Einsatz auf Holzsitzen in den Kurven hin- und herrutschen", sagte Neeb.

Das Konzept für ganz Eltmann sieht den Ersatz in Weisbrunn für das nächste Jahr vor - und eine technische Aufrüstung mit Wasser und schwerem Atemschutz. Da die Feuerwehr Eltmann in die überregionale Hilfeleistung eingebunden ist, müssen Stadtteilwehren eingreifen können, wenn die Stadtwehr auf der Autobahn oder bei Katastropheneinsätzen wie in Dessau oder Deggendorf gebunden ist. Weisbrunn sei für diese Aufgabe gut geeignet, denn die Wehr sei bestens ausgebildet dank der gemeinsamen Ausbildung in Eltmann. Allein neun Maschinisten gibt es unter den 42 Aktiven, auch neun Atemschutzgeräteträger sind bereits im Einsatz. "Die Ausbildungsbereitschaft ist groß, wir werden kein Problem haben, die zwölf Geräteträger zu stellen", sagte Kommandant Neeb. Auch Nachwuchssorgen sind in Weisbrunn kein Thema, die Jugendfeuerwehr ist 19 Männer und Frauen stark.

Nicht zuletzt befinde sich in Weisbrunn ein Kindergarten, der über 70 Kinder betreut und besonders schützenswert sei, argumentierte Thomas Neeb.

Das 90000 Euro teure Fahrzeug soll 2015 ausgeliefert werden

Einstimmig fiel der Beschluss des Stadtrates, das Fahrzeug zu bestellen. Es kostet mit Ausrüstung rund 90 000 Euro, der Freistaat beteiligt sich mit 28 000 Euro. Ausgeliefert wird das Tragkraftspritzenfahrzeug im Jahr 2015. Im weiteren Verlauf ging es um die turnusmäßigen Beschaffungen für die Feuerwehren. Neben einigen neuen Schutzanzügen, Vollmasken und Lungenautomaten für den Atemschutz liegt laut Uwe Hümmer ein Schwerpunkt auf Ausrüstung für Wasser-Einsätze nach Starkregen-Ereignissen, die immer häufiger werden. So werden neben einer Tauchpumpe auch Wathosen und Regenmäntel angeschafft. Insgesamt summieren sich die Kosten für diese Ausstattung auf 10 184 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

"Eine Unverschämtheit" sei es, dass für Feuerwehrbedarf 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig seien, meinte Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner (SPD). "Angesichts der vielen Sparten, die mit sieben Prozent besteuert werden, muss man sich fragen, warum das für den Katastrophenschutz nicht gilt", monierte Häfner.

Weitere Punkte aus dem Eltmanner Stadtrat:

Jugendbeauftragte Erstmals besetzte der Stadtrat Eltmann die Funktion einer Jugendbeauftragten. Die Ortssprecherin von Lembach, Grundschullehrerin Jutta Aumüller, wird diese Aufgabe künftig übernehmen.

Finanzbericht Turnusmäßig wurde dem Stadtrat der Finanzbericht ausgereicht. Kämmerer Ernst Rippstein erläuterte darin die Finanzsituation zum Halbjahr. Demnach hat sich die Finanzsituation entspannt. Der im vergangenen Jahr aufgenommene Kassenkredit über eine Million Euro konnte mittlerweile komplett getilgt werden, alle Konten seien im Plus. Die Einnahmen und vor allem auch die Ausgaben lägen innerhalb der Kalkulationen. Da einige Investitionsmaßnahmen noch nicht angelaufen sind, wurden bisher die vorgesehenen Kredite noch nicht in Anspruch genommen.

Verkehr Dritter Bürgermeister Peter Klein (ÜPL) nahm Bezug auf die letzte Bauausschuss-Sitzung, bei der die Verkehrs- und Parksituation im Umfeld des Schulzentrums angesprochen worden war. Klein machte dazu deutlich, dass die Stadt die Verantwortung für den ruhenden Verkehr übernommen habe, also auch für die Kontrolle zuständig sei. Wenn das in der Praxis nicht funktioniere, dann müsse der Stadtrat darüber beraten, ob die Parküberwachung aufgegeben und die Zuständigkeit wieder an die Polizei übergeben wird. Die Diskussion wird wohl in einer der nächsten Sitzungen geführt werden.