Hauptthema der Sitzung des Marktgemeinderats von Maroldsweisach am Montagabend war neben den Plänen für die neue Kläranlage der Zustand des Gemeindewalds.

2014, so gab Revierförster Wolfgang Meiners bekannt, wurden im Maroldsweisacher Wald insgesamt 1089 Festmeter Holz eingeschlagen, davon 76 Festmeter Endnutzung. Der Großteil vom Laubholz ging in den Brennholzbedarf, während die Verhältnisse beim Nadelholz umgedreht sind. Hier liegt der Löwenanteil beim Stammholz, das anderweitig Verwendung findet.

Der Forstwirtschaftsplan 2015 weist den Einschlag von 1040 Festmetern Holz aus, davon 90 Festmeter für die Endnutzung. Die Forstleute haben bei 31.445 Euro Ausgaben Einnahmen von 54.299 Euro veranschlagt. So errechnet sich ein Überschuss von rund 23.000 Euro.

Revierförster Meiners wies eindringlich darauf hin, beim zertifizierten Gemeindewald unbedingt auf Naturverjüngung zu setzen, damit das Erbgut heimischer Hölzer erhalten bleibt.

Rehe als "Naschkatzen"

Meiners hatte zu de Sitzung Forstanwärterin Theresia Hof dabei, die eingangs ein Kurzreferat über die forstlichen Gutachten und Situation der Waldverjüngung hielt. Dabei stand das Rehwild als "Naschkatze im Wald" im Fokus der Untersuchungen. Durch Verbiss bestehe immer die Gefahr, dass der Wald geschwächt wird. Mögliche Folgen reichten vom langsamen Wachstum bis hin zum Absterben der Bäume. Außerdem wären Qualitätseinbußen durch Zwieselbildung zu erwarten.

Auch als Reaktion auf den Klimawandel steuere man Mischwälder an, die aber durch zu hohe Rehwildbestände und den damit verbundenen Verbiss beeinflusst werden. Deshalb würden die rechtlichen Vorgaben "Wald vor Wild" stellen. Die Bejagung soll insbesondere die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.

Deshalb würden seit 1986 alle drei Jahre vor der Abschussplanung forstliche Gutachten erstellt, die als wesentliche Entscheidungshilfe für die untere Jagdbehörde, den Hegegemeinschaften und Jagdgenossenschaften dienen.

Nach aktuellen Werten

Planer Harald Güthler informierte die Räte über den aktuellen Stand der Planungen für die Kläranlage. Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) erklärte, dass man mit der neuen Kläranlage für Maroldsweisach und Allertshausen eine Überdimensionierung verhindern will. Das Architekturbüro Güthler habe die frühere Planung daher nochmals nach aktuellen Werten überarbeitet und nach der sparsamsten Lösung gesucht.

Zielvorgabe ist eine Mischwasserbehandlung, die durch die Bildung von zwei Speicherkaskaden mit Nachschaltung von Lamellenabscheidern unterstützt werden soll. Wie Ingenieur Güthler betonte, sind die Anforderung an die Anlage hoch. Das Ortsnetz möchte man als Rückhaltebecken nutzen und die vorhandene Kläranlage mit einbeziehen. Bei der Neuberechnung hat sich ein Gesamtvolumen von gut 438 Kubikmetern Schmutzwasser ergeben, davon werden 373 Kubikmeter im Kaskadensystem direkt behandelt. Güthler konnte am Ende der Sitzung etliche Anregungen mitnehmen, um seine Hausaufgaben bei der weiteren Planung zu erledigen.

Neuer Radweg

Peter Ruck vom Planungsbüro Eltmann berichtete über die Vorplanung des Radweges zwischen Eichelsdorf und Ermershausen, nachdem der Grunderwerb abgeschlossen ist. Der Radweg ist ein Kind der Gemeindeallianz Hofheimer Land. Er verläuft entlang der Staatsstraße 2284 und soll rund vier Millionen Euro kosten. Als Bauträger tritt die Gemeinde Bundorf auf.

Die Gemeinden Hofheim, Maroldsweisach und Ermershausen sind beteiligt. Der Radweg verläuft auf Maroldsweisacher Gebiet (in der Gemarkung Birkenfeld) auf 2,3 Kilometer Strecke vom Parkplatz an der Fußeiche rechts zur Ortschaft Birkenfeld und dann links weiter Richtung Ermershausen. Die Ausschreibung erfolgte bereits, und die Bauarbeiten wurden vergeben.

Der kommunale Anteil an den Kosten wird nach dem Einwohnerschlüssel umgelegt. Auf den Markt Maroldsweisach kommen anteilige Kosten von rund 230 000 Euro zu. Der Radweg soll heuer noch fertig werden.
Bürgermeister Thein informierte, dass ein Teil der Atemschutzmasken der Feuerwehren ersetzt werden musste, da sie bei der Prüfung im Atemschutzzentrum undicht waren.

Weiterhin teilte er mit, dass die Handymasten auf dem Zeilberg und bei Hafenpreppach mit neuer Technik (LDE) aufgerüstet werden.

Bürgermeister Thein hat sich erkundigt und die Auskunft bekommen, dass die Pläne für eine Stromleitung entlang der Bundesstraße 303 zurzeit auf Eis gelegt wurde. Der Markt, der von der Trasse betroffen ist, sei an der Sache dran und auch mit den Bürgermeisterkollegen aus Hofheim, Burgpreppach, Bundorf und Ermershausen liefen Gespräche.