Hoch her ging es in den beiden Eltmanner Kindergärten, als die Vorstandschaft des Obst- und Gartenbauvereins zu Besuch kam. Manfred Krönert, Diana Heil-Stark, Karl Krönert und ihre Helfer hatten nämlich insgesamt hundert Osternester bestückt und in den Kindergärten verstecken lassen. Diese Osternestaktion war quasi der Auftakt zum Jubiläumsjahr des OGV, der vor 100 Jahren gegründet wurde.
Osternestsuchen bei der Jugendabteilung des TV Königsberg

Die Jugendarbeit wird beim TV Königsberg schon seit langem groß geschrieben. So gibt es in diesem Verein neben den Abteilungen Fußball, Handball, Korbball, Leichtathletik, Tennis und Radfahren auch zusätzlich eine Jugendabteilung, die sich um die jüngeren Mitglieder im Verein kümmert. Leiter dieser Abteilung ist Gerold Weidhaus, der jedes Jahr einige kind- und jugendgerechte Veranstaltungen auf die Beine stellt. Für die kleinsten Mitglieder gibt es schon seit vielen Jahren am Gründonnerstag ein Osternestsuchen am Sportgelände. Dabei musste jedes Kind sein Osternest, das vorher in der Turnhalle gebastelt, mit Süßigkeiten gefüllt und mit dem Namen versehen wurde, am Nachmittag am Sportgelände wieder finden. Versteckt wurden die 48 Nester von Mitgliedern der Korbball- und Jugendabteilung. Die "Osterhasen" nutzten dafür die Zeit, in der mit den Kids eine längere Wanderung rund um den Schlossberg unternommen wurde. Hinter Büschen, Steinen, auf Zaun- und hinter Torpfosten, sogar auf den Handballtoren mussten die Kinder nach dem Eintreffen am Sportgelände nach ihren Nestern suchen. Manche brauchten nicht lange, bis sie ihr Nest gefunden hatten. Einige benötigten dann doch einige Zeit und auch die Mithilfe von Freunden oder Freundinnen bis auch sie ihr Nest entdeckt hatten. Bevor es dann mit dem Osternest nach Hause ging, konnte sich jedes Kind noch mit einem Getränk und einem kleinen Imbiss stärken, den die Mitglieder der Korbballabteilung vorbereitet hatten.

Wenn die Kirchenglocken am Gründonnerstag bis Karsamstag schweigen, müssen die Christen auf andere Weise zu den Gebeten und Gottesdiensten gerufen werden. Das tun, einer Tradition folgend, die bis in die Epoche Karls des Großen zurückreicht, die Buben und Mädchen der Eberner Pfadfinder des Stammes Greiffenklau mit ihren Ratschen, wenn sie durch die Straßen ziehen und zudem ersetzen die den "Läutdienst" selbst durch Hammerratschen im Glockenturm. Sie kündigen damit die Gebetszeiten und Gottesdienste an. Sieben Gruppen, gut 20 Ratscher, sind heuer unterwegs, um gleichzeitig die Bevölkerung um Eier - oder Geldspenden zu bitten. Ab 8 Uhr bieten sie am heutigen Karsamstag auf dem Eberner Marktplatz 750 gefärbte Ostereier zum Verkauf an. Der Erlös beider Aktionen ist für die Not leidenden Straßenkinder in Chile bestimmt, wobei Bruder Paul Oden, der die Straßenkinder seit Jahren betreut, die Gelder ohne jegliche Abzüge an Ort und Stelle einsetzt. Die Pfadfinder hoffen auch in diesem Jahr wieder auf eine großzügige Unterstützung aus der Eberner Bevölkerung.

Auch im kleinen Eberner Stadtteil Vorbach gibt es noch die traditionellen Ratschen-Umgänge. Karfreitag früh um 6 Uhr ging es los. Ab da sind die Dorfkinder zwei Tage lang unterwegs und "klappern". Mehrmals am Tag ziehen sie durchs Dorf und laden auch zur Kirche ein. Oberministrant Florian Saxinger ist für die Klapperkinder, wie sie in Vorbach liebevoll genannt werden, zuständig. Aber viel muss er eigentlich nicht machen. "Da weiß jeder Bescheid und kommt einfach", erzählt er.
Denn die Tradition ist alt. "Locker hundert Jahre, das hat ja schon unser Opa gemacht", erzählt Herbert Saxinger, der Vater von Florian. Früher durften nur die Buben, die auch Ministranten waren, mitmachen.

Mädchen sind zugelassen


Aber da gab es auch noch mehr Kinder im Dorf. Heute dürfen auch die Mädchen mitgehen. Und das Alter ist mittlerweile auch egal. Es laufen sogar zum Teil Kinder aus den Verwandtschaften der Vorbacher mit. Vor allem, wenn es diese Tradition in ihrem Heimatort nicht mehr gibt.
Denn das Ratschen macht Spaß. Die Jüngste ist momentan die kleine Emilia. Letztes Jahr, mit zwei Jahren, war sie zum ersten Mal dabei. Dieses Jahr besucht sie Verwandte und ist nicht da. Aber das ist nur halb so schlimm. "Meine Ratsche ist kaputt", erzählt sie und so hat der Papa wenigstens ein Jahr länger Zeit, sie zu reparieren. Doch nicht alle Ratschen gehen regelmäßig kaputt. Manche erreichen ein richtig hohes Alter.

Über 80 Jahre alt


Die älteste Ratsche im Dorf hat Sarah Saxinger. "Die ist über 80 Jahre alt", weiß sie. Und schon immer ist die Ratsche im Besitz ihrer Familie. "Die hat der Onkel Karl damals gekriegt. Und der ist 1924 geboren."
Auf der Ratsche eingeritzt sind die Namen oder Initialen aller Besitzer. Auch Sarahs Name ist dabei. So lässt sich die Geschichte gut nachvollziehen. Aber lange gibt Sarah das Erbstück nicht aus der Hand. Schließlich braucht sie es zum Klappern.
Allein am Freitag liefen die Kinder acht Mal durchs Dorf. Früh um 6, um 11, 12 und 18 Uhr zum "Englischen Gruß" je einmal und zwischen 9 und 10 erinnern die Kinder die erwachsenen Vorbacher insgesamt vier Mal an den Gottesdienst. Und am heutigen Samstag sieht es genauso aus.
Die Vorbacher sind froh, dass die Kinder diese Tradition noch aufrecht erhalten. "Es wär' doch schade, wenn das aussterben würde", sind sich die Eltern von Florian einig. "Früh das Aufstehen ist halt immer etwas schwierig", plaudert Mama Beate aus dem Nähkästchen. "Aber wenn sie mal unterwegs sind, dann geht's. Nur abends, da sind sie nicht so müde, wie wir als Eltern immer hoffen."
Am Samstagvormittag nehmen die Klapperkinder einen Bollerwagen und einen Korb mit. "Im Korb ist viel Heu, damit den Eiern nix passiert", erzählt Florian. Denn dann bekommen sie ihre Geschenke: rohe und gefärbte Eier, Süßigkeiten und etwas Geld, das dann aufgeteilt wird.

Malheur auf dem Heimweg


Früher war natürlich auch das anders. Es gab nur rohe Eier. "Es hat auch nicht jeder gleich viel gekriegt. Im ersten Ministrantenjahr gab's ein Ei, im zweiten zwei und so weiter", erinnert sich Richard Becht. Seine Schwester Sieglinde weiß auch noch eine Anekdote. "Als unser Bruder das erste Mal mitklappern durfte, hat er sogar zwei Eier gekriegt. Er hat jedes in eine Hosentasche gesteckt. Und beim Heimlaufen ist er hingefallen. Da waren natürlich beide Eier kaputt. Hat der geheult!" Doch die Mama hat's daheim wieder gerichtet.
Die Eier und Süßigkeiten gibt's aber nur, wenn sie brav ihren Spruch aufsagen. Der Spruch ist schon immer gleich: "Wir haben geklappert fürs heilige Grab und bitten um eine milde Gab‘." Dann gibt's die Geschenke. Und die Kinder bedanken sich auch heute noch mit "Vergelt's Gott".

Am Ostermorgen wurde die evangelische Landjugendgruppe Ermershausen wieder aktiv. Sie lud um 6 Uhr zu einer Osternacht in die Kirche ein, der sehr viele Christen aus nah und fern folgten. Bei einer Meditation, wo die Kirche abgedunkelt war, wurden die Anwesenden in das Ostergeschehen mit einbezogen. Anhand eines Filmes und Worte der Jugendlichen erlebte man den anbrechenden Morgen. Das Osterlicht wurde von Bank zu Bank getragen. Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich alle vor der Kirche am Osterfeuer und feierten die Auferstehung Jesu. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Osterfrühstück im Betsaal.