Wer Mofa fährt, braucht zwar keinen Führerschein, aber einen klaren Kopf. Und den hatte ein 50-jähriger Mann aus dem Maintal ganz sicher nicht mehr, als er auf sein Mofa stieg, um Zigaretten zu holen. Mit über drei Promille stürzte er vor dem Nachbaranwesen von seinem Zweirad. Wegen Trunkenheit im Straßenverkehr kassierte der einschlägig Vorbestrafte bei einem Prozess im Amtsgericht in Haßfurt eine zweimonatige Bewährungsstrafe mit weiteren Auflagen.

Der Arbeiter muss viel Wein getrunken haben am frühen Abend jenes 6. Juni dieses Jahres. Dass er dann noch in der Lage war, betrunken sein Mofa zu starten, sich draufzusetzen und davonzufahren, weist zweifellos darauf hin, dass sein Körper seit längerem an Alkohol gewöhnt war. Menschen mit "normalem" Trinkverhalten wären bei einer solchen Konzentration längst bewusstlos oder würden sich zumindest erbrechen.

Aber diese Dosis war wohl auch für den Mofafahrer etwas zu viel und er kam nicht weit. Die Nachbarin sagte im Zeugenstand, dass sie gerade in ihrem Wohnzimmer vor dem Fernseher gesessen habe, als sie einen Mordsschlag von der Straße hörte. Nachdem sie zum Balkon gelaufen war und das Malheur gesehen hatte, eilte sie nach unten und fragte den Gestürzten, was denn passiert sei. Der aber war nicht mehr ansprechbar. Und so leistete die Frau Erste Hilfe und alarmierte den Notdienst. Neben den Sanitätern war bald auch ein Streifenwagen der Polizei zur Stelle. Im Haßfurter Krankenhaus wurde sodann eine Blutprobe entnommen.

Bei der Verhandlung wurde schnell deutlich, dass der Mann an einem massiven Alkoholproblem leidet. Durch den Suff hat er seinen Arbeitsplatz verloren und seine Frau hat sich von ihm getrennt. Seit einiger Zeit lebt der Alkoholkranke alleine, und diese Situation verschärft die Problematik. Auf die Frage der Strafrichterin Ilona Conver erzählte der Mann, dass er bereits drei Mal eine Therapie absolviert habe. Dauerhaft genützt hat das nichts.
Staatsanwalt Ralf Hofmann kreidete ihm vor allem an, dass er einschlägig vorbestraft ist. Laut dem Bundeszentralregister stand der Arbeitslose im Juni 2013 in Bamberg vor dem Kadi, weil er betrunken gefahren war. Da es sich um einen Wiederholungstäter handele, so sagte der Staatsanwalt, sehe er keinen Spielraum mehr für eine Geldstrafe und plädierte auf eine kurze Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung.

Dieser Argumentation schloss sich das Gericht an und setzte die Bewährungszeit auf zwei Jahre fest. Zusätzlich verhängte die Vorsitzende Richterin eine ganze Reihe von Auflagen. Zwei Monate lang gilt ein absolutes Fahrverbot, also auch für Mofas, und vier Monate lang gilt eine Sperrfrist, in der keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Zudem muss sich der Verurteilte bei einem Bewährungshelfer melden, fünf Termine bei einer Suchtberatung nachweisen und eine Geldbuße von 500 Euro an den Bund gegen Alkohol und Drogen bezahlen.