"Der einzelne bleibt unversorgt, wenn er nichts macht", so lautete das Resümee von Bürgermeister Hermann Martin (Bürgerblock), der zu einem DSL-Informationsabend ins Gasthaus Bühler eingeladen hatte. Auf dem weniger stark besiedelten "flachen Land" sei es für Staat und Anbieter wegen der für sie unwirtschaftlich geringen Einnahmen wenig lukrativ, DSL-Anschlussmöglichkeiten auszubauen. Doch die Betriebe hier - aber auch manche Privathaushalte - benötigten eine möglichst schnelle Internetverbindung. Deshalb wolle er als Bürgermeister dazu beitragen, Alternativen aufzuzeigen.

Dirk Suhl, Informatikexperte in der Verwaltungsgemeinschaft in Ebern, stellte - wie bei einer ähnlichen Veranstaltung am Montag in Ebern- die Versorgungslage in der Region dar.

Für Telekom und Staat zählt als "versorgt", wer eine Übertragungsrate von 1000 Megabit (Mbit) erhält. Ziel sei aber eine Übertragungsgeschwindigkeit von 6000 bis 16.000 Mbit, was demnächst ausgebaut werden soll und staatlich bezuschusst wird für einen Ausbaustrang von Vorbach bis Jesserndorf sowie nach Bramberg und Bischwind. Im Gemeindebereich Pfarrweisach seien Lichtenstein und Rabelsdorf noch weitgehend unversorgt.
Abhilfe kann geschaffen werden durch einen etwas problematischen Mobilfunk oder durch Satellitenübertragung. Hierzu trug Stefan Schott, Begründer einer Internetagentur in Trunstadt, Versorgungsmöglichkeiten für ein schnelles Internet vor.


Geringes Interesse



Er zeigte sich etwas verwundert über den geringen Besuch, könne man daraus doch interpretieren, dass die Region gut versorgt ist. "Auf Glasfaserverlegung müssen sie hier noch ewig warten, und falls es kommt, wäre es sehr teuer für den einzelnen Nutzer." Die von ihm favorisierte SAT-Technologie sei dem DSL via Glasfaser ebenbürtig, ja sogar überlegen. Das System sieht vor, dass über eine einzige Satellitenschüssel Internet, Telefon und Fernsehen betrieben werden könne, ohne neue Kabel, bei einer bezahlbaren Monatsgebühr und unbegrenzter Flatrate. Laut Schott gibt es Lösungsmöglichkeiten für Ein- oder Mehrfamilienhäuser oder gar für Ortsnetze.
Für eine kurze Zeit noch würde die Außenhardware kostenlos oder mit geringem Kostenanteil zur Verfügung gestellt.

Stefan Schott und sein Mitarbeiter Udo Mazak stellten sich den zahlreichen Fragen der Besucher, die auch die praktische Umsetzung direkt ausprobieren konnten.

Auch wenn er "viele Fremdwörter" gehört habe, so zeigte sich Bürgermeister Hermann Martin doch beeindruckt und überzeugt davon, dass es "eine passable Lösung für nicht ausreichend versorgte Haushalte" gebe. Erfreulich sei, dass die Gebühren und die Technik für den Normalbürger bezahlbar seien und dass für Betriebe in der Gemeinde mit geringem Aufwand eine konkurrenzfähige Infrastruktur erreicht werden könne.