Versammelt im Tempel des Salomon in Jerusalem beweinen Hebräer und Leviten das Schicksal des Volkes von Israel. Es wurde von Nabucco, dem König von Babylon, geschlagen, der an der Spitze seines Heeres in die Stadt einzieht. Der große Pontifex Zacharias macht den Gläubigen Mut, denn Fenena, die Tochter Nabuccos, ist in ihrer
Hand und erweist sich nun als wertvolle Geisel.

So begann die Verdi-Oper in vier Akten, die am Mittwochabend das Schlosshof-Festival eröffnete, das noch bis Sonntag andauert. An Sommerabenden in der Arena von Verona (an der Etsch gelegen) seit Jahrzehnten ein Publikumsmagnet avanciert, erfuhr die Erzählung aus dem Alten Testament im einstigen Wasserschloss an der Baunach eine opulente Kopie mit beeindruckenden Bühnenbildern, Kostümen und beeindruckenden Gesangsdarbietungen. Und beim berühmten Gefangenenchor der Venezia Festival Opera gab's auch bei Kunstbanausen Gänsehaut am lauschigen Sommerabend.

Die Aufführung in italienischer Sprache - fürwahr keine leichte Kost, im Gegensatz zu der leichteren Muse in den nächsten Tagen. "Nabucco geht immer", wusste Gaby Heyder, die Geschäftsführerin der Veranstaltungsservices aus Bamberg schon bei der Vorstellung des Programms im Dezember. Schon mehrfach hat sie diese Produktion gebucht, so auch für Aufführungen auf dem Bamberger Domplatz.

Nach Eyrichshof fanden rund 900 Zuschauer. So meinte Gabriele Pfeufer aus Ebern aus " Das ist eine tolle Aufführung. Respekt für alle, die das gewagt haben." Landrat Wilhelm Schneider erkannte den "gehobenen Standard. So ein Niveau passt zu diesem Ambiente." Marion Müller aus Ebern fand "Stimmen und Klang samt Orchester sagenhaft".

Und ihr Stadtratskollege Rainer Kaffer beeindruckte die Aufführung, "obwohl dies nicht meine Musikrichtung ist". Aber, so der Eyrichshöfer: "Das Schloss-Ensemble ist dafür wie geschaffen" und als Feuerwehrmann im Einsatz fügte er an: "Der Aufbau und die Organisation haben mich schwer beeindruckt.Total professionell."

Als überzeugenden Solisten traten auf: Elena Bramova (Sopran), Elena Chavdarova-Isa (Mezzosopran), Stoyan Daskalov (Tenor), Alexander Krunev (Bariton), Ivaylo Dzhurov (Bass).

Pünktlich zum Musik-Spektakel sendet auch das Bayerische Fernsehen aus Schloss Eyrichshof. Wie Schlossherr Hermann Freiherr von Rotenhan am Mittwoch mitteilte, wird am morgigen Freitag von 19.45 bis 20.15 Uhr im Rahmen der Sendung "Bayern feiern" ein Beitrag ausgestrahlt, der während des Gartenfest über Pfingsten entstand, als rund 17 000 Besucher nach Eyrichshof strömten.

Die Sendung wird er wohl aufzeichnen müssen, weil er den Auftritt von "Waltraud & Mariechen" (alias Volker Heißmann und Martin Rassau) sicher nicht verpassen will, da er zugab, dass er die Nummern des fränkischen Blödel-Duos aus Fürth bisher nicht kannte.

Am Donnerstag gastieren Ritchie Blackmore zusammen mit Ehefrau Candice Night und Band, die nicht Deep Purple heißt, mit Laute und mittelalterlichen Klängen.
Am Samstag kommt es bei Rea Garvey zum Massenansturm.
Den Abschluss bildet am Sonntag die Pink-Floyd-Tributeband "Echoes" mit Meisterwerken der britischen Kult- und Psychedelic-Rocker.