In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde Franken von Sturmböen heimgesucht. Für zahlreiche Landkreis in Oberfranken und Unterfranken hatte der Deutsche Wetterdienst Unwetterwarnungen herausgegeben. Der Sturm hat in Nordbayern zahlreiche Schäden angerichtet.
Bei Nürnberg kam es schon am frühen Donnerstagabend zu erstem Ungemach. Auf der B2 stadteinwärts in Richtung Nürnberg auf Höhe der Anschlussstelle Nürnberg Nord brachte der Wind einen Baum zum Umstürzen. Ein Autofahrer sah diesen zu spät und rauschte mitten in die Krone hinein.

Er hatte jedoch Glück im Unglück und sein Fahrzeug trug nur leichte Schäden davon und konnte seine Fahrt fortsetzen. Die Feuerwehr Heroldsberg (Lkr. Erlangen-Höchstadt) wurde alarmiert, um den Baum zu beseitigen.
In Cadolzburg (Landkreis Fürth) stürzte nach Polizeiangaben ein Baum auf eine Stromleitung, so dass in einem Ortsteil für mehrere Stunden der Strom ausfiel. Im oberpfälzischen Schwandorf riss der Sturm das Dach eines Trafohäuschens herunter.

Zwei Unfälle bei Höchstadt


Am Donnerstagabend war eine 61-jährige Fahrerin aus Höchstadt mit ihrem Wagen von der Rastanlage Steigerwald nach Ailsbach unterwegs. Als ein Baum auf die Fahrbahn stürzte, streifte sie diesen mit der Front ihres Fahrzeugs. Es entstand Schaden in Höhe von ca. 2.000 Euro. Eine Überprüfung der Unfallstelle ergab, dass der Baum von einem anderen Verkehrsteilnehmer schon von der Straße entfernt wurde.

Am Donnerstag Abend gegen 22.00 Uhr lag ein umgestürzter Baum quer über die Staatsstraße zwischen Kleinneuses und Höchstadt. Ein 48-jähriger Fahrer aus Höchstadt erkannte das Hindernis zu spät und fuhr noch leicht gegen den Baum. Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 1.000 Euro. Der Baum wurde durch die Feuerwehr Höchstadt entfernt.


Trampolin weht gegen Auto in Herzogenaurach

Am frühen Freitagmorgen erlebte ein 27-jähriger Mercedes-Fahrer auf dem Weg zur Arbeit eine böse Überraschung. Er fuhr gerade durch Welkenbach, als ihm plötzlich ein drei Mal fünf Meter großes Trampolin samt Gestell gegen die Front seines Fahrzeuges flog. Das Trampolin dürfte durch die starken Windböen aus einem Garten geweht worden sein. Am Auto des Herzogenaurachers wurde bei der Kollision mit dem Trampolin die Fahrzeugfront erheblich beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 3500 Euro. Der Eigentümer des Trampolins möchte sich bitte mit der Polizeiinspektion Herzogenaurach, 09132/78090, in Verbindung setzen.

Neustadt/Aisch: Umgestürzte Bäume

Der östliche Landkreis von Neustadt/ Aisch und Bad Windsheim blieb in der Nacht zum Freitag weitestgehend von Beeinträchtigungen oder gar Schäden durch das Sturmtief "Thomas" verschont. Im rund siebenhundert Quadratkilometer großen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Neustadt wurden nur vereinzelt Behinderungen durch abgebrochen Äste von Bäumen auf den Straßen berichtet. Diese konnten aber problemlos beiseite gezogen werden. Nahe Scheinfeld mussten allerdings Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert werden, weil ein umgestürzter Baum eine Straße blockierte.


Zahlreiche Einsätze und Verletzte in Unterfranken

Insgesamt 99 Einsätze im Zusammenhang mit dem Sturmtief zählte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken zwischen Donnerstag 17.30 Uhr und Freitag 8 Uhr. Fast die Hälfte der Anrufe kam dabei aus dem Bereich Main-Rhön. Die Schwerpunkte für die Einsatzkräfte lagen dabei bei umgestürzten Bäumen und herabfallenden Ästen sowie den daraus resultierenden Schäden und Verkehrsgefahren.Das berichtet die Polizei in Unterfranken.

Auf der Bundesstraße 19, im Bereich der Reichenberger Brücke wurde der Anhänger eines Lkw-Gespannes von einer Windböe auf die Gegenfahrbahn gedrückt und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Wagen. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt.

In Erlenbach am Main stürzte ein Baum auf die Fahrbahn zwischen Erlenbach und Schmachtenberg. Er schlug unmittelbar vor dem Wagen eines 36-Jährigen auf, der durch eine Vollbremsung schlimmeres verhindern konnte. Die Äste der Fichte beschädigten das Fahrzeug. Der Fahrer erlitt leichte Prellungen durch den auslösenden Airbag.

In Elfershausen versperrte eine abgerissene Stromleitung eine Straße, in Goßmannsdorf bei Hofheim wurde eine große Plane in zwei Stromleitungen geweht. Die örtlichen Feuerwehren und der Netzbetreiber sicherten die Einsatzstellen und beseitigten die Gefahren.

Vereinzelt dauern die Räumungsarbeiten auch am Freitagvormittag noch an. Große Verkehrsbehinderungen auf Grund der Sturmnacht liegen aber nicht mehr vor.


Einsätze bei Ebern im Kreis Haßberge

Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von ca. 100 Stundenkilometern wütete in der vergangenen Nacht auch im Bereich der Polizeiinspektion Ebern. Gegen 18 Uhr fiel bei Weißenbrunn ein Baum über eine, neben der Kreisstraße verlaufende, Telefonleitung. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte jedoch den Baum nicht beseitigen, da hierbei die Telefonleitung, die noch funktionierte, beschädigt worden wäre. Der Störungsdienst der Telekom wurde verständigt und übernahm die Reparatur.

In der Zeit von 21.00 Uhr bis 03.30 Uhr "fällte" der Sturm noch fünf weitere Bäume im Bereich Maroldsweisach, Burpreppach und Pfaffendorf, welche auf Straßen fielen. Hierbei entstand jedoch kein Schaden. Alle Bäume mussten durch die Freiwilligen Feuerwehren beseitigt werden.

Bei dieser Gelegenheit weist die Polizeiinspektion Ebern darauf hin, dass beim Durchfahren von Waldgebieten unter anderem bei Sturm stets damit zu rechnen ist, dass Bäume oder Äste auf der Fahrbahn liegen.

In Ermershausen deckte der Sturm ein ca. 80qm großes Blechdach ab.Die Bewohner konnten, bedingt durch die Blechteile, ihr Anwesen nicht mehr durch die Haustüre verlassen. Auch in diesem Falle kam die Freiwillige Feuerwehr Ermershausen zum Einsatz. Die Feuerwehrleute sicherten die Schadensstelle und befreiten die Bewohner des Hauses. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Höhe des Sachschadens kann derzeit nicht abgeschätzt werden.




Im Kreis Kitzingen erfasste eine Windböe ein Lkw-Gespann

Am Donnerstagabend fuhr ein 63-jähriger Kraftfahrer laut Polizei mit einem Lkw-Gespann die Bundesstraße 13 von Uffenheim in Richtung Ochsenfurt. Kurz nach der Ortschaft Oberickelsheim wurde das Gespann von einer starken Windböe erfasst und der Hänger kippte um. Zur Bergung wurde eine Abschleppfirma beauftragt. Mit vier Fahrzeugen rückte das Bergekommando an. Der Hänger wurde wieder aufgestellt und anschließend in einer Art "Windschutz-Konvoi" in die nächste Ortschaft geleitet. Im Schutze der Häuser konnte das Lkw-Gespann dort sicher abgestellt werden.

Im Raum Bad Brückenau kam es für die Polizei zu zahlreichen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume auf der Fahrbahn. Verschiedene Feuerwehren rückten aus und beseitigten die Hindernisse. Verkehrsunfälle in diesem Zusammenhang wurden laut Polizei bisher nicht gemeldet.



Böe knickt Windrad im Kreis Hof ab



Am Freitag kurz vor 7 Uhr morgens wurde die Einsatzzentrale der Polizei in Bayreuth verständigt, dass die Flügel eines der Windräder bei Laubersreuth im Kreis Hof teilweise geknickt sind. Sie hatten dem Sturm der vergangenen Nacht offenbar nicht Stand gehalten. Durch die Polizei Münchberg wurden Verkehrsmaßnahmen getroffen, um eine Gefährdung von Schaulustigen zu verhindern. Eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn bestand zu keiner Zeit. Die Betreiberfirma wurde verständigt und kümmert sich um die weitere Sicherung des Bauwerks. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.

Einsätze im Raum Coburg

Zu einer Vielzahl von Einsätzen musste auch die Polizei Coburg in Stadt und Landkreis Coburg ausrücken. Durch den starken Wind wurden mindestens elf Bäume über Straßen im Zuständigkeitsbereich der Coburger Polizei geweht. Diese wurden von den ortsansässigen Feuerwehren oder der Straßenmeisterei entfernt. Dabei kam es nur vereinzelt zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen.

Auf der B303 zwischen Dietersdorf und Oberelldorf ging zwischenzeitlich gar nichts mehr. Dort lag ein Baum quer über der Fahrbahn. Dieser wurde von der Straßenmeisterei entfernt. In Ketschendorf fiel ein größerer Ast auf ein Fahrzeug und verursachte einen Schaden im vierstelligen Bereich. Die Streifen der Polizeiinspektion waren die ganze Nacht über damit beschäftigt auch andere Gegenstände von den Straßen zu räumen wie z. B. einen Bauzaun oder mehrere Werbeplakate, die den Straßenverkehr behinderten.

Der aufsehenerregendste Einsatz fand am Freitag gegen 01:50 Uhr bei einem Discountermarkt in der Bamberger Straße statt. Dort löste sich ein vier Mal vier Meter großes Stück eines Wellblechdaches und musste von der Feuerwehr gesichert werden. Die einzig vernünftige Lösung war, das gelöste Wellblech komplett abzumontieren. Dabei entstand ein Gebäudeschaden von mehreren tausend Euro. Trotz der Vielzahl von Einsätzen kam es lediglich zu Sachschäden, verletzt wurde niemand. Aufgrund der frühzeitigen Sturmwarnungen konnten sich die Bürger in Stadt und Landkreis Coburg sehr gut auf die Sturmnacht einstellen.

Windböe erfasst Lkw bei Kronach

In der Nacht kam es im Herrenmühlweg zu einem Verkehrsunfall mit einem Lkw. Der Fahrer eines Gemüselasters wollte Ware anliefern und war gerade aus seinem Führerhaus gestiegen, als eine starke Windböe die komplett offen stehende Fahrertür des Lkw erfasste. Durch den Wind und da der Fahrer die Handbremse beim Aussteigen nicht angezogen hatte, verselbstständigte sich der Lkw und rollte ca. 15 Meter vorwärts. Hierbei touchierte das Fahrzeug einen geparkten Renault Kangoo und prallte letztendlich gegen die Haustürüberdachung, das Regenfallrohr und die Mülltonne eines Nachbarhauses. Am Lkw entstand Sachschaden in Höhe von ca. 4000 Euro. Der Schaden am Renault wird mit ca. 500 Euro und am Nachbaranwesen mit ca. 1000 Euro beziffert.



In Thüringen pustete ein Sturmvorbote ebenfalls bereits am Donnerstagabend in Thüringen ein Auto samt Anhänger von der A9. Auto und Anhänger hätten sich dabei überschlagen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der 52-jährige Fahrer war mit seinem Geländewagen unterwegs nach München, als ihn bei Dittersdorf (Saale-Orla-Kreis) auf der A9 die Böe erfasste. Der Mann verlor die Kontrolle über das Auto, überschlug sich und landete auf dem Dach im Seitengraben. Verletzt wurde dabei niemand, den Sachschaden schätzt die Polizei auf 10 000 Euro. Meteorologen hatten am Donnerstag vor Sturm und Orkanböen am Abend und in der Nacht zu Freitag gewarnt.


Umgestürzter Baum in Ansbach

Die Polizei Ansbach meldet in ihrem Bereich lediglich zwei polizeiliche Einsätze wegen des Unwetters. Zunächst wehte der Sturm im Stadtgebiet ein Verkehrszeichen um, das dann auf einen geparkten Pkw fiel. Ob an dem Auto Sachschaden entstand, müsse noch geklärt werden.

Bei Merkendorf ist noch ein Baum umgestürzt und fiel über eine Fahrbahn. Die Feuerwehr musste den Baum beseitigen.
dpa/dvd