Gar nicht so einfach, diesen Spagat hinzubekommen. Da sollen selbst Fachleute noch Neues erfahren und detaillierte Informationen über Flora und Fauna im Steigerwald vorfinden, aber gleichzeitig auch Kinder und Jugendliche nicht vergrault werden. Also wird es an den Stationen des Pfades der Artenvielfalt gleich hinter Obersteinbach (Gemeinde Rauhenebrach) viele spielerische Elemente geben, über die Informationen vermittelt werden. "Jeder Erwachsene hat auch noch einen gewissen Spieltrieb", sagt Ulla Schmidt und lacht.

Sechs Kilometer lang

Schmidt ist als ILE-Managerin (ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung) für mehrere Gemeinden im Kreis Haßberge tätig und kümmert sich unter anderem federführend um die Konzeption und Umsetzung des Pfades der Artenvielfalt der Gemeinde Rauhenebrach, der derzeit im Wald hinter Obersteinbach entsteht. Sechs Kilometer Wanderstrecke sollen dort zum Naturerlebnis der besonderen Art werden, mit sieben interaktiven Stationen (unter anderem Wasserexperimente, Vogelstimmenrätsel) und detailierten Wissenstafeln an zwei Info-Pavillons. Mitte Juli soll das insgesamt über 100.000 Euro teure Projekt eröffnet werden.

Und ein weiterer Spagat ist notwendig: Die Eingriffe in die Natur durch Wanderer sollen so gering wie möglich, aber gleichzeitig so realitätsnah wie möglich sein. "Wir achten bei der Konzeption darauf, dass wir am Rande der Natur bleiben", sagt Schmidt. Es werden Wege angelegt, die zu vorgesehenen Stellen der Stationen führen.

Vielversprechende Idee

Ein Wanderer aus Untersteinbach, entdeckt derweilen die ersten (unfertigen) Stationen für sich: "Ich fühle mich wohl in der Natur. Ich brauche die Natur", erklärt Richard Kohn. Der 69-Jährige läuft nach eigenen Angaben täglich mehrere Kilometer, meist im Steigerwald. Auf den Naturlehrpfad freue er sich, die Idee hält er für vielversprechend. Seine Hoffnung: Dass der Forstbetrieb Ebrach (der den Pfad der Artenvielfalt übrigens mitfinanziert) in den kommenden Jahren ernsthaft nachhaltige Forstwirtschaft betreibt und nicht aus Profitgründen vermehrt Bäume fällt.