Das Ringen um die Gründung des Landkreises im Zuge der Gebietsreform klang am Samstagabend an dessen Peripherie an: "Untermerzbach ist keine Gemeinde wie jede andere und der CSU-Ortsverband auch nicht. Was sie getan haben, hat auch Unterfranken geholfen und sie sind für uns zu einer wichtigen Bastion im Osten geworden." Dies betonte Staatssekretär a.D. Dr. Albert Meyer als Festredner beim 40. Jubiläum des CSU-Ortsverbandes im Reisenweber-Saal.

Tüchtige Mitbürger hätten damals überall die Gründung von Ortsverbänden vorgenommen und in Untermerzbach habe die CSU Ebern Vorarbeiten geleistet. 21 Bürger waren bei der Gründungsversammlung, wovon 19 Mitglieder geworden seien. Zum Gründungsvorsitzenden sei Erich Grell, zu seinen Stellvertretern Fritz Müller und Friedrich Höhn gewählt worden.

Wichtige Bastion im Osten

Meyer sprach von einer turbulenten Zeit durch die Gebietsreform, die einschneidend gewesen sei und auch zu Unruhen in der Bevölkerung geführt habe. Aber ohne Zweifel sei sie dringend notwendig gewesen.

Er erinnerte an die Pläne, die Landkreise Haßfurt, Ebern und Hofheim ganz abzuschaffen und sie den großen Städten zuzuschlagen. Dies hätte zu den "Kragenlandkreisen" Coburg, Schweinfurt und Bamberg geführt. Das Interesse im Itzgrund an Coburg sei groß gewesen. Für einen leistungsfähigen "Land"-Kreis Haßberge habe man auch das Umland von Ebern gebraucht.

Der CSU-Politiker erinnerte an die vielen Gespräche auch bei Dr. Liebig im Wohnzimmer, um ein Verbleiben bei Unterfranken zu gewährleisten. Auch der damalige Vorsitzende Erich Grell sei für den Verbleib gewesen und schließlich sei die Stimmung dafür auch in der Bevölkerung durchgekommen. "Das war für mich eine Verpflichtung, immer wieder zu diesem Ortsverband nach Untermerzbach zu kommen und ich war so oft hier wie in keinem anderen Ort", gab Albert Meyer zu.

Kurzweiliger Rückblick

Die Chronik-Highlights des Ortsverbandes trugen in lockerer Form Dieter Reisenweber und Sandra Schramm vor und erinnerten dabei an die Gründungsmitglieder. Aber schon vorher habe es mit Gustav Wölfel als CSU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten sowie Edgar Gunsenheimer, der schon 1956 in den Kreistag Ebern gewählt wurde, starke politische Vertreter aus Untermerzbach gegeben.

Als noch keiner an eine Frauenquote gedacht habe, sei Christina Goerres-Schilling 1975 als erste Frau in den Ortsvorstand gewählt worden. Ein wichtiger Meilenstein sei im April 1979 mit dem Antrag gelegt worden, aus der VG Ebern auszutreten. Aber erst zum 1. Januar 1994 sei dies nach Jahre langen Bemühungen gelungen.

Der ehemalige Vorsitzende Ewald Baetz habe einmal schmunzelnd die Gründe genannt, wie es zur Überschreitung der 1800-Einwohner-Grenze zum VG-Ausstieg gekommen sei. "Es waren die Eröffnung der Seniorenresidenz in Gleusdorf und die Ermöglichung eines Asylbewerberheimes in Memmelsdorf."

Bisher fünf Vorsitzende

Die Chronisten stellten die Schwerpunkte der Arbeiten unter den Vorsitzenden Erich Grell (1973-1989), Ewald Baetz (1989-1997), Klaus Wagner (1997-2003), Johannes Scharf (2003-2005) und Birgit Finzel (2005-heute) heraus. Der Ortsverband stelle seit März 1978 bis heute vier Gemeinderäte, wobei man im Jahre 1995 eine offene Liste für die Kommunalwahl eingeführt habe. Seit dieser Zeit gebe es die CSU/Bürgergemeinschaft, die jedem offen stehe.

Über "Politik vor Ort" sprach stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender und Landratskandidat Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach. "In den Ortsverbänden wird die Basisarbeit gemacht und dort entsteht die kommunalpolitische Verankerung. Dort lernt man Politik von der Pike auf und ist dadurch natürlich direkt am Ohr der Bevölkerung."

Stütze im Kreisverband

Den CSU-Ortsverband Untermerzbach bezeichnete Wilhelm Schneider als "eine Stütze im Kreisverband Haßberge und in Eurer Gemeinde. Ihr habt die Gemeinde mit geprägt und viele erfolgreiche Kommunalpolitiker sind aus dem Ortsverband hervorgegangen." Einen wesentlichen Anteil habe daran Vorsitzende Birgit Finzel, die motiviere und andere mit ziehe.

MdB Dorothee Bär sprach ebenfalls von einer tollen ehrenamtliche Arbeit. Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen nahm sie zum Wahlrecht Stellung. "Es ist ja keine Selbstverständlichkeit, dass wir immer werben. Wir brauchen eine wehrhafte Demokratie. Aber 40 Prozent der Bürger haben sich noch nicht entschieden, ob sie zur Wahl gehen und sie müssen wir von unserem hervorragenden Programm überzeugen."

Lob vom SPD-Bürgermeister

Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) sprach im Hinblick auf das CSU-Jubiläum von einer "Erfolgsstory der CSU, die mit dem Erfolg der Gemeinde eng verbunden ist". Er fühle sich gut bedient in Unterfranken, auch wenn man im interkommunalen Bereich natürlich auch mit oberfränkischen Gemeinden zusammenarbeite.

Weitere Grußworte sprachen Landrat und Bezirkstagskandidat Thomas Habermann, Pfarrerin Sonja von Aschen, Hermann Suckert für die örtlichen Vereine sowie Vertreter der Ortsverbände aus Ebern und Maroldsweisach.

Im unterhaltsamen Teil bekamen der Kabarettist "Merlacher Schmied", die "drei Tenöre" aus Neubrunn und die Bläsergruppe die "Gereuther Fränkischen" für ihre Auftritte tosenden Applaus.

Für ihre langjährige Treue zur Partei wurden ausgezeichnet:

15 Jahre
Helmut Kneuer

30 Jahre Walter Prediger und Werner Barthelmann

40 Jahre Ewald Gunsenheimer und Ewald Baetz.

Ehrenmitgliedschaft Eine besondere Auszeichnung erhielt Erwin Bohla als langjähriger Schatzmeister und Mitglied in der Ortsvorstandschaft. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die gleiche Auszeichnung erhielt. Albert Meyer als "Geburtshelfer" des CSU-Ortsverband.