Über zwei Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in dem Oberauracher Gemeindeteil Trossenfurt im Rahmen der Dorferneuerung investiert. Das Dorf hat dabei sein Erscheinungsbild deutlich verbessert, und viel Gemeinschaft ist gewachsen, da sich die Bürger sowohl in der Planung, als auch in der Umsetzung intensiv eingebracht haben. Grund genug also für eine Einweihungsfeier am Samstag.

2008 ging es los

Noch unter Bürgermeister Siegmund Kerker im Jahre 2008 begannen im Gemeinderat Oberaurach die Vorbereitungen für die Dorferneuerung in Trossenfurt. Zunächst sei nur eine "relativ bescheidene Maßnahme" entlang der Conrad-Vetter-Straße von der Einmündung Raiffeisenstraße bis zum Schulberg geplant gewesen. Mit der Zeit jedoch entwickelte sich ein Projekt, das nicht nur die Staatsstraße umfasste, sondern auch die Kreisstraße nach Hummelmarter. Mehrere Platzbereiche wurden gestaltet - vor Einkaufsmarkt und Metzgerei, der Parkplatz, der durch den Abbruch der Scheune Moser entstand, vor dem Feuerwehrhaus, wo am Samstag gefeiert wurde, der Hollerweg und der Kirchenvorplatz. Dabei gelang es, durchgängige Gehwege anzulegen, so dass auch der Schulweg für die Kinder sicherer wurde. Auf Antrag der Dörfergemeinschaft entstand eine öffentliche Toilettenanlage, die bei Festlichkeiten zur Verfügung steht.

Die Dorfbewohner zogen mit

Viele Akteure mussten für das Gelingen der Maßnahme koordiniert werden, doch das Ergebnis lohne jeden Einsatz, bilanzierte jetzt Bürgermeister Thomas Sechser. Das intensive Einbinden der Bevölkerung habe sich bewährt, meinte er, auch weil viele bereit waren, sich mit Eigenleistung einzubringen, wie das in der Dorferneuerung in Oberaurach üblich ist. Rund 100 Trossenfurter und Tretzendorfer investierten über 5000 Stunden ihrer Freizeit in das Pflastern von Gehwegen und Platzbereichen. Viele unterstützten die Helfer mit Brotzeiten und Spenden für Getränke.

Allerhand Diskussionen gab es auch über die Weiternutzung der ehemaligen Post. Seit entschieden war, dass diese dazu dienen soll, dass die Feuerwehr Trossenfurt-Tretzendorf-Hummelmarter "endlich vernünftige Räume bekommt", arbeiteten auch die Helfer der Feuerwehr schon fast 1000 Stunden am Umbau, der fast abgeschlossen ist.

Der Dank des Bürgermeisters galt allen Zuschussgebern, dem örtlich Beauftragten der Flurbereinigung Heinz Moser, den Koordinatoren der Eigenleistung, allen ehrenamtlichen Helfern und den örtlichen Firmen, die unentgeltlich Maschinen und Werkzeuge zur Verfügung stellten, damit die Eigenleistung erbracht werden konnte.

Der Landkreis Haßberge investierte 130 000 Euro Eigenmittel in die Kreisstraße Richtung Hummelmarter (den Weiterbau bis Hummelmarter kündigte Thomas Sechser nach Auskunft des Kreis-Tiefbauamts für 2017 an), das Staatliche Bauamt Schweinfurt trug 140 000 Euro für die Conrad-Vetter-Straße, die Diözese Würzburg steuerte 40 000 Euro für den Kirchenvorplatz bei. Der Eigenanteil der Gemeinde belief sich auf rund 900 000 Euro.

Bürger sollen das Grün pflegen

Mit zwei Bitten schloss Thomas Sechser seine Ansprache: Weil bei jeder Dorferneuerungsmaßnahme neue Grünanlagen entstehen, stoße der Bauhof zunehmend an seine Grenzen. Deshalb wünschte er sich, dass auch in Trossenfurt wie in anderen Orten manche dieser Flächen Pflege durch die Anlieger erfahren. Außerdem ermunterte er die Trossenfurter, sich eine Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" zu überlegen.

Diesen Gedanken griff Manfred Stadler von der Direktion für ländliche Entwicklung auf. Er betonte den Wert der "geistigen Dorferneuerung", indem sich Menschen zusammensetzen und gemeinsam an der Zukunft ihres Dorfes und damit ihrer Heimat arbeiten.

Als besondere Stärke Oberaurachs bezeichnete Baudirektor Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt den hohen Grad an Eigenleistung, den die Bürger einbringen. Den bewunderte auch stellvertretender Landrat Michael Ziegler, doch nur Dorfbewohner, die solche Leidenschaft für ihr Daheim entwickeln, seien den Herausforderungen der Zukunft gewachsen.

Pfarrer Thomas Klemm spendete den Segen zu der gelungenen Maßnahme und auch dem umgebauten Feuerwehrhaus. Gesegnet wurde ferner der neue Wimpel der Jugendfeuerwehr Trossenfurt-Tretzendorf-Hummelmarter. Die Trachtenkapelle Trossenfurt-Tretzendorf sorgte für den musikalischen Rahmen und die Feuerwehr für den Festbetrieb.