Der Blick richtete sich gen Himmel. Da war alles in bester Ordnung. In zweifacher Hinsicht. Zum Auftakt des 37. Haßfurter Straßenfests am Freitag stiegen hunderte Luftballons in die Höhe, und die Sonne strahlte mit aller Kraft, die sie im Oktober noch hat, auf die Besucher, die sich schon am Freitagmittag in der Innenstadt drängten.

Das Wetter spielt immer eine entscheidende Rolle, ob das Straßenfest erfolgreich verläuft oder nicht. Diesmal lässt es offenbar keine Wünsche offen. "Das Wetter ist wunderbar", schwärmte Bürgermeister Günther Werner (WG Haßfurt), der erstmals ein Straßenfest offiziell eröffnete. "Wir haben traumhaftes Wetter", freute sich der Vorsitzende des Straßenfest-Fördervereins, Stephan Schneider. Er lud die Besucher dazu ein, "zwei Tage zu bummeln" und die Angebote der Geschäftsleute und der Vereine zu nutzen.

"Magic Balls"

Was tut man, wenn es so warm ist, wie an den beiden Straßenfest-Tagen? Man kühlt sich ab. Aber der Schweinchen-Brunnen auf dem Marktplatz mit seinem Wasserspiel war trockengelegt, wohl aus Sicherheitsgründen.

Jedoch ein paar Meter weiter gibt es eine Möglichkeit abzukühlen. Auf dem Platz vor der Kirche betreibt der Unternehmer Florian Kirschbaum sein "Magic Balls". Das sind riesige Bälle, die mit Luft aufgeblasen werden und in einem Becken schwimmen, das mit 24 000 Litern Wasser gefüllt ist. Das Besondere: In die Bälle kann eine Person kriechen und die Bälle durch Bewegungen über das Wasser treiben.

Schweißtreibend

Die "Piloten", meist Kinder, bleiben zwar trocken, sieht man mal von den Schweißtropfen ab, die sie vergießen, aber die umstehenden Zuschauer bekommen den einen oder anderen Spritzer ab.

Seit Mai dieses Jahres ist Florian Kirschbaum mit seinen "Magic Balls" unterwegs. Und sein Spiel ist eine Attraktion. "Es kommt überall gut an", freut sich der 26-Jährige. Er hatte gleich am Freitag gut zu tun.

Der junge Unternehmer aus dem mittelfränkischen Burgbernheim hat die "Magic Balls" zwar nicht erfunden, sondern "abgeguckt", wie er lachend gesteht. Aber der Andrang an seinem Stand gibt ihm Recht. Aus Fernost, aus Japan, kommen die "Waterballs" (wie sie dort heißen), die Kirschbaum in "Magic Balls" umbenannt hat.

Zahlreiche Angebote

Wer sich erfrischen oder sonst etwas Gutes für sich tun will, muss nicht unbedingt zu den aufgeblasenen Bällen. Das Straßenfest bietet viele andere Möglichkeiten. An den zahlreichen Ständen gibt es bekannte und weniger bekannte Speisen und Getränke. Von fränkisch-deftig bis exotisch ist alles geboten. Das bunte Programm in der Haßfurter passt dazu: Musik auf den Bühnen, Tanz und Spiel in der Hauptstraße und auf dem Marktplatz, und die Geschäfte und Unternehmen präsentieren ihre Produkte und informieren über ihre Leistungsfähigkeit.

Rund 90 Stände sind es, bestätigte Stephan Schneider unserem Portal. Nach seinen Schätzungen dürften rund 500 Helfer im Einsatz sein.

Wer hat nun dafür gesorgt, dass den Haßfurtern bestes Wetter beschert ist? Wer hat den Petrus bestochen? "Ich" gesteht Stephan Schneider. Der Vorsitzende des Straßenfest-Fördervereins hat gut lachen. Nach Schätzungen werden rund 20 000 Menschen an den beiden Tagen beim Straßenfest erwartet. Eine exakte Zahlenangabe ist jedoch schwierig.