"Wenn es regnet, blitzt und donnert, dann machen wir Hauspause", sagt Grundschullehrerin Edith Mayer. Bei schlechtem Wetter verbringen die 64 Schüler die Pausen im Gebäude der Grundschule Stettfeld. Der Lehrerin geht es nicht nur darum, dass ihre Schützlinge nicht nass werden. Die Grundschüler sollen lernen, dass es gefährlich ist, sich bei Unwetter im Freien aufzuhalten."Ich habe diese Woche erst mit meinen Schülern darüber geredet, wie man sich bei Unwetter verhält", sagt Mayer.


Bewusstsein für Gefahren wecken

Blitzeinschläge, lose Äste und herabfallende Dachziegel stellen auf dem Pausenhof und auf dem Schulweg eine Gefahr dar. Heute ist der Kindersicherheitstag. Der Verein "Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder" will das Bewusstsein für Unfallgefahren wecken. Wie verheerend plötzliche Unwetter für Schulkinder sein können, machte vor Kurzem die Überschwemmung im niederbayrischen Triftern deutlich. Hunderte Schüler mussten am Mittwoch vor einer Woche bis zum Abend in ihren Schulen ausharren, weil die Straßen überflutet waren.

Von solchen Wetterextremen blieb der Kreis Haßberge zum Glück verschont, doch auch hier stürzten am Sonntagabend Bäume um, Keller liefen voll, und eine Straße wurde überspült. Wie sorgen die Verantwortlichen der hiesigen Schulen für die Sicherheit der Kinder, wenn schlimme Gewitter wüten?

"Wir würden natürlich alles dafür tun, dass die Kinder keinen Gefahren ausgesetzt sind", sagt Raimund Willert, Leiter der Georg-Göpfert-Mittelschule in Eltmann. Was die Schulwege anbelangt, so würden bei extremen Witterungen die Busfahrer entscheiden, ob gefahren werden kann oder nicht. "Und wenn nicht, dann bleiben die Kinder natürlich zu Hause", sagt der Rektor. Dass die Schüler im Zweifelsfall im Schulgebäude bleiben müssen, gebiete schon der normale Menschenverstand, so Raimund Willert.

Während der Schulzeit haben die Lehrer die Aufsichtspflicht über die Kinder. An der Mittelschule in Eltmann entscheiden sie, wie in brenzligen Situationen reagiert wird. Es gebe keine vorher festgelegten Anweisungen, erklärt Schulleiter Willert. Dass man bei Gewitter zum Beispiel offene Flächen und Bäume meiden soll, das lernen die Mittelschüler in sogenannten Belehrungen. Für das gesamte Schuljahr gibt es eine Liste, in der ist aufgeführt, welche Sicherheitsthemen behandelt werden. Zurzeit läuft das Verkehrserziehungsprogramm "Hallo Auto". Belehrungen kennen auch die Stettfelder Grundschüler, erklärt Edith Mayer. Die Inhalte richten sich nach aktuellen Gegebenheiten. Winterbelehrungen, Feuerübungen, Sicherheit bei Wanderungen und im Wald - zwei bis drei Belehrungen pro Monat stehen auf dem Plan.

Unter starkem Regen, Sturm und Hagel können auch Schulgebäude, Pausenhöfe und Grünanlagen leiden. In Haßfurt ist der Zweckverband Schulzentrum für die Gebäudesicherheit von Gymnasium, Real- und Mittelschule zuständig. "Nach den Unwettern der letzen Woche waren vor allem die Photovoltaik-Anlagen am Schulzentrum gefährdet. Es ist aber alles in Ordnung", sagt Marlene Eichhorn, Stellvertreterin der Geschäftsleitung im Zweckverband Schulzentrum. Die Bäume kontrolliert die Grünkolonne der Stadt. Eichhorn erklärt, dass bei vorhersehbaren Unwettergefahren, die zuständigen Ministerialbeauftragten die Schulen informieren. Sobald solche Warnungen eintreffen, bleibt die Schule geschlossen. Für plötzlich eintretende Gefahren, haben die Schulen Notfallpläne erarbeitet, so Marlene Eichhorn. An der Realschule Haßfurt gibt es ein Kriseninterventionsteam.


Kindersicherheitstag 2016

Gefahren Der Aktionstag findet jedes Jahr am 10. Juni statt. Seit 2000 organisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder" den Kindersicherheitstag. Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Unfallgefahren zu wecken.

Hotline Dieses Jahr richtet sich der Fokus auf die Vielfalt der Kindersicherheit. Daraus ergibt sich das Motto "Kindersicherheit ist bunt". Für den heutigen Aktionstag wurde eine Telefonhotline eingerichtet: Unter der gebührenpflichtigen Nummer 0228/6883420 können zwischen 10 und 12 Uhr Fragen zur Kindersicherheit gestellt werden (sicher spielen, sicher am Wasser, sicher wohnen; Quelle: BAG Mehr Sicherheit für Kinder)