War der Antrag einer Firma, in ihren Betriebsräumen "Am Göckel" eine Abfüllanlage für Dosenbier einzurichten, bei der letzten Gemeinderatssitzung noch mit 5:5 Stimmen gescheitert, steht der Einrichtung des Betriebs nun nichts mehr im Wege. Mit 7:5 Stimmen gab der Rat diesmal grünes Licht.

Bereits im April 2013 hatte der Eigentümer beantragt, die Abfüllanlage einzubauen. Damals unter anderen Voraussetzungen, und die Genehmigung erfolgte mit 8:4 Stimmen unter Auflagen. Die Gemeinde hatte gefordert, dass die Anlieferung, die ursprünglich über den "Hinteren Graben" geplant war, auf dem Grundstück der Firma stattzufinden habe. Da deswegen die Lage der Tanks für das Bier verändert werden musste, musste der Plan erneut vorgelegt werden. Eine vom Landratsamt zusätzlich geforderte Lärmschutzdecke wurde eingebaut.

Neuvorlage

Den neuen Plan hatte vor Kurzem der Gemeinderat abgelehnt. Daraufhin sprachen die Firmeneigentümer mit Bürgermeister und Bauaufsicht im Landratsamt. Die verwies den Plan zurück an die Gemeinde: Sie könne jetzt, hieß es, den Beschluss ändern, andernfalls würde er vom Landratsamt ersetzt. Johann Müller ärgerte das: "Wenn genau der selbe Punkt jetzt nochmal kommt, ist das eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Gemeinderat und auch der Anwohner am Göckel", befand er. Dass es sich um fast den gleichen Plan handle, sah er nicht: "Wir haben über einen ähnlichen Beschluss entschieden, aber nicht über genau diesen Fall." Dem widersprach Doris Simon: Der Bauherr habe sich nun an die Vorgaben gehalten. "Ich wüsste nicht, warum wir jetzt sagen können, er darf das so nicht machen."

Lärm wird befürchtet

Besonders der Lärmschutz bereitete Sorge. Johann Müller meinte, bei offenen Toren werde Lärm höher, als die genehmigten 60 Dezibel. Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) verwies auf die Gesetzeslage. "Es steht doch da, dass er nicht mehr als 60 Dezibel haben darf. Daran wird er sich messen lassen müssen. - Wenn es mehr wird, wird erst einmal so lange dicht gemacht, bis er etwas dagegen macht. Das Landratsamt ist die Genehmigungsbehörde und Emission und Imission sind nicht unsere Aufgabe."

Siegfried Wilhelm merkte an, die Angaben im ursprünglichen Bauantrag seien sehr allgemein. "Da war die Rede von ein paar Mal Be- und ein paar Mal Entladen." Die neu eingetragene Verdoppelung der Abfüllmenge störte ihn. "Kann ja sein, dass sich das innerhalb von zwei Jahren nochmal verdoppelt." In den Beschluss wurde aufgenommen, dass der Verkehrsfluss am "Göckel", einer engen Straße, und am "Hinteren Graben" nicht beeinträchtigt werden darf.