Es war zweifelsohne ein großer Tag für Steinbach (Landkreis Haßberge): die Weihe der neuen Orgel. "Die Orgel als traditionelles Musikinstrument soll in hohen Ehren gehalten werden, denn durch sie werden kirchliche Zeremonien gesteigert", hob Weihbischof em. Helmut Bauer bei der Weihe der neuen Orgel in der Steinbacher St. Wendelinus-Kirche hervor. Zusammen mit Pfarrer Dr. Mathias Rusin und Diakon Joachim Stapf zelebrierte er einen feierlichen Festgottesdienst, bei dem die Orgelweihe im Mittelpunkt stand. Zur musikalischen Gestaltung trugen Johannes Eirich (Orgel), Angelika Eirich (Flöte), Florian Mayer (Kantor), die Steinbacher Blaskapelle und der Magdalenenchor Ebelsbach bei. Kindergartenkinder begrüßten den Weihbischof am Dorfzentrum mit Gedichten und Blumen, dann folgte zu den Klängen der Blasmusik in Begleitung von Fahnenabordnung und vieler Gläubiger der Zug zur Kirche.

In seiner Predigt stellte Weihbischof Bauer die zeitlichen und finanziellen Opfer der Kirchengemeinde heraus. Musik diene zwar nicht immer als aufbauende Kraft für die Menschen, aber es sei erbaulich, wenn sich junge Menschen für gute Musik begeistern lassen. Die Musik habe ihren Ursprung in den Kirchen. Noch heute würden die Lieder von König David in den Psalmen gesungen. Die Orgel gehöre zum christlichen Leben und Glauben. Die Musik sei eine wunderbare Gabe für die Menschen, selbst in traurigen Stunden. Als Königin der Instrumente verfüge die Orgel über große und kleine Pfeifen mit einer Vielfalt an Registern und Tönen, die gleichsam als Symbol für das ganze Volk Gottes stehen, in dem sich die Gemeinde erkennen soll als Gemeinschaft des Lobens und Singens.

In Grußworten lobten Vertreter von Gemeinde und Kirche die neue Orgel als handwerkliches und klangliches Meisterwerk. Kirchenpfleger Norbert Helbig bezeichnete eine Orgelweihe als einmalig im Leben einer Pfarrgemeinde und freute sich, dass sich die Befürworter zur Anschaffung einer neuen Orgel gegen einige kritische Stimmen durchsetzen konnten. Elke Dreßel und Lieselotte Helbig "begrüßten" die neue Orgel und wiesen auf die vielen Einsatzmöglichkeiten hin. Bürgermeister Walter Ziegler erinnerte daran, dass auch die Gemeinde als Geldgeber auftrat, nachdem Gemeinderat Florian Mayer die Probleme der alten Orgel aufgezeigt und die Vorzüge einer neuen Orgel erläutert hatte. Der gemeindliche Zuschuss sei gut angelegt, meinte Bürgermeister Ziegler.

Orgelbaumeister Andreas Hemmerlein dankte für die "sehr wohltuende Betreuung vor Ort" und die große Hilfe und Unterstützung, die sein Team in Steinbach erfahren habe. Nach einem Jahr handwerklicher Arbeit hätten die Orgelbauer dem Instrument den Klang gegeben, an dem sich die Herzen der Kirchenbesucher erfreuen mögen.
Florian Mayer brachte einen alten Brauch ins Spiel, nach dem der Orgelbauer zusätzlich zu seinem Lohn so viel Wein erhält, wie die größte Pfeife fassen kann. Es war zwar nicht ganz so viel, aber dafür erhielt Andreas Hemmerlein Kostproben aller Weine von Steinbacher Winzern.

Kräftigen Applaus erntete am Nachmittag Tenor Sebastian Köchig und Organist Florian Mayer, der beim Konzert alle Register der neuen Orgel zog.