Es wird kräftig gebaut im Stadtgebiet. Weniger Neubauten, denn Umbau- und Anbauten beschäftigten die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung am Mittwochabend im Sitzungssaal der Verwaltungsgemeinschaft. Fast ein Dutzend Anträge stapelte sich vor Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Bauamtsleiter Martin Lang.

"Es ist aus unserer Sicht erfreulich, dass viel Wohnraum besonders für junge Familien geschaffen wird, auch in den Ortsteilen", frohlockte der Bürgermeister.

Womit er beispielsweise einen raffinierten Anbau mit Fachwerkfassade in der Kellerhausstraße in Eyrichshof in unmittelbarer Nähe zu einem imposanten Baum als Naturdenkmal, einen Gaubenaufbau eines jungen Paares in Ebern, das eben ein kleineres Haus erworben hat, oder einen Garagen-Überbau für eine künftige Wohnnutzung in Bramberg meinte.

Was Markus Fausten (CSU) auf den Plan rief, der aufgrund persönlicher Beziehung Hintergründe kannte. "Die wollte eigentlich anders bauen, aber in Bramberg fehlen Bauplätze. Ich kenne mehrere Bauwerber, meist jungen Familien."

Davon scheint auch der Bürgermeister schon gehört zu haben. "Es gibt noch Möglichkeiten, ein neues Baugebiet können wir deswegen nicht ausweisen." Auch seien mittlerweile die Leerstände in Bramberg wie im gesamten Stadtgebiet erfasst. Nun gehe es an die Phase der Vermittlung.

Einen ganz anderen Vorschlag hatte Manfred Fausten (CSU): "Vielleicht sollten wir das alte Gasthaus erwerben. Da hat hängt viel Grund dran. Das reicht für drei Häuser." Auch hier erkannte der Bürgermeister Probleme, da das Anwesen bereits mehrfach zur Versteigerung anstand, aber nie ein Zuschlag erfolgte. "Das sind problematische Eigentumsverhältnisse. Da haben Banken die Hand drauf."

In die Geheimnisse der Chemie führte der Antrag auf Nutzungsänderung von Matthias Jünger, der das erste Gebäude in der einstigen Standortverwaltung in Sandhof künftig komplett als Lager-, Büro- und Sozialgebäude nutzen möchte, wo nach einigen Umbauten im Innenbereich Mittel zur Wasseraufbereitung, Reinigung und Pflege aufbewahrt werden. Mit der Materialliste wird sich das Landratsamt befassen müssen, bei der Feuerwehr solle aber auch bekannt sein, mit welchen Stoffen man es zu tun hat, bat Markus Fausten.

Eine längere Debatte gab es wegen des Kaufs eines Vergussgeräts für den Bauhof für 36 000 Euro, um Risse im Asphalt auszubessern. Das neue Gerät passe auf das vorhandene Multicar, womit sich personalintensive Einsätze erleichtern ließen, warb Bauamtsleiter Lang um Zustimmung.

Danach ging es nicht um den Kauf an sich, sondern um künftige Kooperationen im Rahmen der Baunach-Allianz. "Alle Bauhöfe haben schon eine Inventarliste zusammengestellt, um Ankäufe und Ausleihen abzustimmen", erklärte Jürgen Hennemann als Vorsitzender. Deswegen werden sich demnächst auch alle Bauhofleiter und Bürgermeister zusammensetzen. "Dann sehen wir, wer was besonders gut kann und welches Gerät dazu zur Verfügung steht. Mit Maroldsweisach haben wir ja schon so eine Kolonne erfolgreich aufgestellt und von Reckendorf weiß ich, dass sie eine Bankettfräse kaufen wollen", plante Hennemann voraus und schon interkommunal.

Den "kleinen Kosmos" betraf eine Anfrage von Drittem Bürgermeister Werner Riegel (SPD), wonach in Unterpreppach am Spielplatz und am Kaiser-Parkplatz einige Behälter für Hundekot samt Plastiktüten aufgestellt werden sollten. "Da müssen wir aufpassen", beschied ihn Bürgermeister Hennemann. "Die Behälter sind schon ein Komfort, denn die Hundehalter sind selbst verpflichtet, die Hinterlassenschaft zu entsorgen. Dabei geht es nicht um den Kauf der Behälter an sich, sondern um die Arbeiten, die dadurch anfallen."

Ähnliche Wünsche gebe es schon aus Siedlungsgebieten. "Bisher haben wir diese Behälter nur im Anlagenring und am Eingang zu Bundeswehrgelände aufgestellt", so Hennemann.