Wer mit Sorgfalt auf seine Altstadt schaut, benötigt Weitsicht. Die legte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung an den Tag, weil er über den Tag hinaus dachte und bereits bis ins Jahr 2020 plant. Der Katalog für Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung wurde fortgeschrieben.

Verlängert wurde in diesem Rahmen das Programm "zur Stadtbildpflege der historischen Altstadt", das schon deutliche Spuren hinterlässt: Das kommunale Förderprogramm hat bewirkt, dass sich einige Hausbesitzer zu einer Sanierung entschlossen haben.

Etliche Häuser und Fassaden am Marktplatz und in der Neubrückentorstraße wurden deutlich aufgehübscht bzw. werden es aktuell.

"Das ist super geworden", gab sich beispielsweise Bauamtsleiter Martin Lang ungewohnt euphorisch, als er jetzt das repräsentative Wohnhaus des einstigen Heinert-Hofes am Mühlgraben nach Abbau des Gerüstes betrachtete.

Gleich mehrere Anwesen in diesem Straßenzug, der einst als Hauptdurchgangsstraße diente, haben deutlich gewonnen. "Ich glaub', jetzt müssen wir auch bald etwas machen", fühlt sich ein Nachbar schon unter Druck gesetzt.

Auch er könnte auf Zuschüsse aus der Stadtkasse bauen, da der Stadtrat trotz knapper Finanzen die Verlängerung des Programms, das zum Teil über die Städtebauförderung, zum Teil aus dem städtischen Haushalt gespeist wird, beschlossen hat.

Andere Nachbarn zur Neubrückentorstraße indes dürften von der Fortschreibung des Maßnahmen-Katalogs enttäuscht sein: die Gestaltung von Hirten-, Unter- und Mühlgasse soll jetzt erst 2019 angegangen werden. Seit 2007 schleppt sich das Thema schon durch die Beratungen.

Aufgrund neuer Vorgaben der Regierung von Unterfranken ist vorher ein neues Verfahren durchzuführen, das da Stadtbodenkonzept lautet. Dabei geht es um die Gestaltung und verwendbare Materialien, wozu ein geeignetes Ingenieurbüro benötigt wird. Dies soll über einen Wettbewerb gefunden werden, der 2017 ausgeschrieben wird und 50 000 Euro kostet. Der Gewinner soll sich dann an die Planungen fürs Mühlenviertel machen.

Weitere Projekte, die im nächsten Jahr angepackt werden, sind die Fortschreibung des Einzelhandels-Entwicklungskonzeptes, was unter anderem mit dem geplanten Aldi-Umzug zusammenhängt. Für die Umgestaltung des Anlagenringes wurden im Zusammenhang mit den (Hochwasserschutz-)Maßnahmen am Anger- und Mühlbach erst für 2018 wieder 50 000 Euro eingestellt.

Waren diese Pläne unumstritten, gab es nur zu einem Thema, das auch erst 2019 angepackt werden soll, eine kurze Diskussion. Klang beim Parkplatz gegenüber der Aral-Tankstelle an, dass das Provisorium asphaltiert werden solle, forderte Dieter Gerstenkorn (CSU) lieber "eine Erweiterung statt einer Versiegelung, weil der Parkplatz schon in einer jetzigen Form prima angenommen wird".

Auch Klaus Schineller (EAL) fand den jetzige Bodenbelag "vollkommen ausreichend". Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) sicherte zu, dass die Überlegungen für die Zukunft eher in Richtung Erweiterung als einer Befestigung gehen sollen.