Die Hundebesitzer in Ebern können aufatmen, zumindest diejenigen, die nur einen Hund haben. Für den ersten Vierbeiner bleibt es bei der bisherigen Hundesteuer von 52 Euro im Jahr. Lediglich für einen zweiten und dritten Hund erhöht sich die Steuer von derzeit 70 auf 75, bzw. 85 auf 95 Euro. Höher fiel die Erhöhung für einen Kampfhund aus. Dieser kostet nächstes Jahr 400 statt wie bisher 300 Euro. Hundesteuermarken werden nicht eingeführt, beschloss der Stadtrat mit 11:7 Stimmen.

Hinsichtlich Hundesteuermarken sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann, dass der Personalaufwand für Erstellung und Verteilung von etwa 400 Bescheiden mit Hundesteuermarken mit etwa 1300 Euro zu Buche schlagen würde. Hinzu kämen Kosten von 1700 Euro für die Marken selbst. Deshalb schlage die Verwaltung vor, auf die Einführung von Hundesteuermarke zu verzichten, weil auch die Kontrolle ein Problem darstellen würde. Nach der Satzung der Stadt Ebern müssen Hunde die über vier Monate alt sind bei der Stadt angemeldet werden. Hennemann appellierte, dieser Verpflichtung nachzukommen. Zweifel, dass ohne Steuermarke eine wirkungsvolle Kontrolle möglich ist, äußerten die Stadträte Werner Freibott (SPD), Florian Weber, Markus Fausten (CSU) und Philipp Arnold (Freie Wähler).

Geändert wurde auch die Definition Einöde oder Weiler, weil hier Steuerermäßigungen für Hunde um die Hälfte vorgesehen sind. Schließlich sprach der Bürgermeister das leidliche Problem "Tretminen" an und richtete einen dringenden Appell an die Bevölkerung, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen. "Ich setze sowohl hinsichtlich der Anmeldung von Hunden als auch in Sachen Sauberkeit auf das Einsehen der Hundebesitzer", sagte Jürgen Hennemann.

Beraten und beschlossen wurde vom Stadtrat über die Erhebung von Gebühren des städtischen Freibades. Kinder bis zum 16. Lebensjahr zahlen weiterhin zwei Euro. Personen ab dem 16. Lebensjahr zahlen 3,50 Euro. Die Familientageskarte kostet zehn Euro. Zehnerkarten gibt es ab dem 16. Lebensjahr für 30 Euro, Kinder bis 16 Jahre kosten 15 Euro. Saisonkarten sind ab dem 16. Lebensjahr für 75 Euro zu haben, bis zum 16. Lebensjahr für 38 Euro. Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen sind vorgesehen. Betriebe, die für ihre Beschäftigten Eintrittskarten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge erwerben, erhalten ebenfalls einen Bonus. Stadtrat Dieter Gerstenkorn (CSU) sprach sich gegen eine Bezuschussung für Betriebe aus. "Auf der einen Seite erhöhen wir die Badekosten, auf der anderen Seite wollen wir, wie in diesem Fall Betriebe begünstigen. Das halte ich nicht für erforderlich." Der Stadtrat billigte den vorliegenden Vorschlag mehrheitlich. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister auf den guten Zustand des Freibades, was auch ein großer Verdienst des dort eingesetzten Personals wäre.

Neu kalkuliert wurden die Kanalgebühren der Abwasseranlage in Ebern. Dies geht anheim mit einer Erhöhung der Grundgebühr von derzeit 1,62 Euro je Kubikmeter auf 1,82 Euro, was für die nächsten drei Jahre gilt. Die Grundgebühr pro Wasserzähler wird auf 30 Euro festgelegt. Kämmerer Klaus Ebert gab hierzu entsprechende Erläuterungen und hielt diese geringe Erhöhung für erforderlich. "Erfreulich ist trotzdem, dass sich für die Jahre 2012 bis 2014 per Saldo ein Überschuss von 267.830 Euro ergeben hat, der entlastend in die neue Periode vorgetragen werden kann", so Ebert. Die notwendige Erhöhung begründete der Kämmerer mit höheren Unterhaltskosten wie Kamerabefahrungen, Spülungen der Kanalnetze, höhere Betriebskosten der Kläranlage und die bevorstehenden Investitionen von 1,86 Millionen, vor allem auch in der Kläranlage.

Da die Beitrags- und Gebührensatzung der Entwässerungssatzung der Stadt Ebern neu gefasst wird und eine Neukalkulation erfolgt ist, nannte Bürgermeister Jürgen Hennemann den 3. November als Stichtag für die Ablesung der Wasserzähler. "Wir bitten alle unsere Bürgerinnen und Bürger und zu diesem Datum den Zählerstand ihrer Wasseruhren mitzuteilen, damit eine entsprechende Abrechnung erfolgen kann." Die neuen Grundgebühren treten am 1. Januar 2015 in Kraft.

Der Jahresabschluss 2012 der Wasserversorgung Ebern hat eine Bilanzsumme von 4.642.024 Euro. Damit ist ein Jahresverlust von 125.837 Euro festzustellen, erläuterte Kämmerer Klaus Ebert, der dem Stadtrat hierzu die einzelnen Punkte im Detail erläuterte.

Ebenso stellte Ebert die Jahresabrechnung 2013 in einem Rechenschaftsbericht vor. Eine angespannte Haushaltslage habe sich schon früh abgezeichnet, die Schlüsselzuweisungen gingen zurück, die Kreisumlage stieg spürbar. "Tatsächlich ergaben sich bei der Gewerbesteuer Mehreinnahmen von 891.700 Euro gegenüber der vorsichtigen Schätzung und auch die Einkommenssteuerbeteiligung lag über den Erwartungen", sagte der Kämmerer. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt 2013 lag bei 1.375.900 Euro und damit um 1.038.740 Euro höher als geplant. Dadurch konnte auf einen Teil der Kreditaufnahme verzichtet werden. Die freie Finanzspange, ein wichtiger Indikator, schloss 2013 entgegen der Haushaltsplanung im positiven Bereich ab. "Die Verschuldung der Stadt Ebern konnte zum 31.12.13 per Saldo um Tilgungen in Höhe von 380.283 Euro auf 8.117.387 Euro oder 1.126 Euro pro Einwohner reduziert werden", sagte Klaus Ebert.