Einen Faschingswagen zu bauen, ist für die Freiwillige Feuerwehr Ebern Ehrensache. Auch im Jubiläumsjahr. Anton Gerstenkorn, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, erklärt: "Eigentlich hätten wir mit dem Jubiläum schon genug zu tun, aber der Faschingswagen liegt uns am Herzen." Alle sind mit Eifer und Herzblut bei der Sache, damit der Wagen der Feuerwehr beim Festzug am morgigen Sonntag wieder einer der tollsten wird.


Üblicherweise fangen die Feuerwehrler nach der Jahresversammlung Mitte Januar an. "Und dann läuft das immer irgendwie parallel" erklärt Anton Gerstenkorn. Da der Grundaufbau des Wagens jedes Jahr gleich ist und alle wissen, was wo hin muss, geht dieser Teil zügig voran und es kann beim Aufbauen dieses Grundgerüstes gut geplaudert werden. "Die besten Ideen kommen uns eigentlich immer, wenn wir einfach so rumblödeln", ergänzt Hermann Müller, selbst langjähriger Vorsitzender des Feuerwehrvereins und immer noch leidenschaftlicher und aktiver Faschingswagen-Bauer.


Gute Ideen der "alten Hasen"

Das charakterisiert den Faschingswagenbau der Feuerwehr ohnehin, es sind nicht nur die Jungen die helfen, auch viele alte "Hasen" kommen vorbei und geben nicht nur "ihren Senf dazu" sondern auch gute Ideen. Dass dieses Jahr das eigene Jubiläum mit auf den Wagen muss, war allen klar. Schließlich kann ein Verein nicht alle Jahre sein 150. Bestehen feiern. "Aber wir haben, glaube ich, auch eine gute Idee gefunden, das Motto Spielplatz mit einzubauen" freut sich Anton Gerstenkorn.

Wenn das Grundgerüst steht, geht es an den Aufbau selbst. Ehrensache, dass da eine Figur aus Pappmaché drauf kommt. Dieses Jahr soll der Bürgermeister, der ja selbst auch aktiver Feuerwehrmann ist, mit einem Wasserstrahl durch die Null der 150 zielen. Die passenden Sprüche dazu ergeben sich, wie so viele gute Ideen der Feuerwehrleute, beim "Rumblödeln". "Manchmal entwickelt sich dann auch aus einem dahin geworfenen Halbsatz die geilste Idee oder der beste Spruch", sagt Anton Gerstenkorn

Was den Feuerwehr-Kameraden dieses Jahr bei aller Liebe zum Faschingswagen aber doch etwas sauer aufgestoßen ist, ist das vehemente Drängen des Kulturrings auf strikte Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien, aber auch das Gefühl vom "Verein der Vereine" wie Anton Gerstenkorn es nennt, "im Stich gelassen worden zu sein".


Zu weit gegangen?

"Der Kulturring will, dass der Umzug sicher ist. Dagegen haben wir gar nix" so Gerstenkorn. Immerhin regle die Feuerwehr ja zusätzlich zum Wagenbau auch den Verkehr und sorge so selbst für Sicherheit. Falls der Kulturring tatsächlich die Abnahme der Wagen durch den TÜV fordern würde, wie dies angesprochen worden sei, würde das jeden Verein, der mitmacht, pro Jahr 300 Euro kosten. So hat es Irritationen gegeben und vom Kulturring kamen keine weiteren Informationen dazu, kritisieren die Feuerwehrleute. Und so habe man sich direkt an die Polizei gewendet, erklärt Anton Gerstenkorn mit Frust über die Zeitverzögerung. "Zwischenzeitlich waren wir echt mal am überlegen, ob wir es heuer nicht einfach sein lassen." Aber die Polizei habe gerne geholfen. Zum Glück gab es am Wagen der Feuerwehr "nur minimalste Beanstandungen".

"Ich bin mir nicht sicher, ob die vom Kulturring wissen, was sie, bei aller Liebe zur Sicherheit, da losgetreten haben" so Anton Gerstenkorn weiter. "Ich hab schon von ein paar Gruppen gehört, die heuer nix machen." Das wiederum ist schade, denn der Faschingszug lebt ja durch und vor allem von den bunten Wägen.