Zum fränkisch-hessischen Comedy-Gipfel trafen sich am Samstag in Eltmann Mäc Härder und Thomas Hartmann, zwei Comedians, die ihre regionalen Dialekte und die Eigenheiten ihrer Mitmenschen in den Mittelpunkt ihres Programms stellen. An einem wegen der Terroranschläge in Paris eigentlich traurigen Abend sorgten sie für zwei Stunden unbeschwerte Heiterkeit.

Als weiser Indianerhäuptling eröffnete Mäc Härder das Programm und wandte sich an die "Söhne und Töchter der untergehenden Sonne". Seltsame Wandlungen beobachtete er: "Wir bemalen unsere Gesichter, der weiße Mann beschriftet seinen ganzen Körper. Der alte weiße Mann läuft Marathon, die alte weiße Squaw rennt mit Stöcken durch die Jagdgründe". Mit den Gedanken zum Alter ("wirklich alt bist du, wenn auf dem Nachtkästchen mehr liegt als im Bett") übergab er erstmals an seinen "Bruder im Geiste", seinen hessischen Kollegen Thomas Hartmann aus Frankfurt, der Stadt, "wo zwei der größten kriminellen Vereinigungen ihren Sitz haben, die Deutsche Bank und der DFB", wie Hartmann selbst feststellte.


Humoristische Dialektforschung

Nachdem geklärt war, dass sein "hessisch Gebabbel" in Eltmann verstanden wird, kam er von der Dialekt-Lehre zur Analyse moderner Jugendsprache. Dank dreier "Pubertäter" daheim zeigte er sich bestens informiert über die geheimnisvollen Kürzel. Die allerdings gebe es auch unter Männern älterer Semester. So verabrede er sich mit seinen Kumpels auf "dreimal Sch - Schoppe, Schnaps, Schnitzel".
Mit dem Dialekt, vor allem dem Kronacher mit dem fehlenden Dativ, setzte sich auch Mäc Härder auseinander. Da wird dann Hilfsbereitschaft an der Kasse in einer Kleingeldmisere schnell mal zu einem unanständigen Angebot, denn "Ich leih es dir" wird in Kronach zu "ich bumbs dich".
Als sein Untermieter Spitzweg, stellte Hartmann seine ganz eigene Art von Lyrik vor und stellte sich dabei die Frage, ob eine Abfuhr am Baggersee ein Strandkorb sei. Während Hartmann die Hessen als weltoffen und international anpries, stellte Mäc Härder fest, dass die Franken ein sehr gelassenes Volk seien. Hier lasse man die Fünf auch mal gerade sein: "Wir müssen unsere Doktorarbeit nicht unbedingt selber schreiben. Wenn ein anderer das besser kann - bitte!"


Zellteilung beim FC Bayern?

Auch Seitenhiebe an die Oberbayern und den FC Bayern durften nicht fehlen. So spreche man jetzt beim FC Bayern schon von Zellteilung - zwischen dem Freigänger Uli Hoeneß und seinem eventuellen Nachfolger Beckenbauer.

Den beiden Komödianten gelang es, das Publikum nicht zur zum Lachen, sondern auch zum Mitmachen zu bringen - auch wenn gleich nach Abschluss der Veranstaltung die Anschläge von Paris wieder beherrschendes Gesprächsthema waren.