"Das Teil stört mich daheim schon lange, aber zum Wegwerfen hat es mich gereut, dafür ist es zu schade. Hier hat es wenigstens noch einen Nutzen", so beschreibt Thomas Schmitt seine Beweggründe, einen alten Fernseher für die Asylbewerber, die bald in Ebern einziehen sollen, zu spenden. So wie ihm geht es vielen. Franz-Josef Zeheter, der am Samstag an der Frauengrundhalle vor Ort ist und die Spenden entgegennimmt, freut sich. "Es tröpfelt so vor sich hin, alle fünf Minuten etwa kommt jemand" erzählt er.
Dabei ist er froh, dass es nicht schneller geht. Immerhin war der Termin und auch die Örtlichkeit, samt ungenauer Wegbeschreibung, recht kurzfristig zustande gekommen. So hat er auch Zeit, die Straße mal nach unten, mal nach oben zu laufen, um zu sehen, ob nicht jemand vorbei fährt. Und dann stehen auf einmal doch drei Autos da und wollen etwas abgeben. Aber auch das schafft Zeheter locker.
"Das Hauptproblem ist die Urlaubszeit momentan", bekennt er. "Immer ist einer der Verantwortlichen im Urlaub." So an verlässliche Informationen zu kommen, ist schwierig. Entsprechend ungewiss ist auch, was letzten Endes gebraucht wird. "Wir nehmen erst mal alles, was wir genau brauchen, müssen wir erst noch sehen."

Sicherheitsüberprüfung

Viele die ankommen und die bereits abgegebenen Kinderwägen oder Haushaltsgeräte, wie Wasserkocher und Kaffeemaschine sehen, stellen fest "Sowas hab ich auch noch daheim rumstehen." Und schnell ist klar, ein zweiter Termin, an dem die Menschen ihre Gegenstände spenden können, muss her. Doch wann, darauf will sich Franz-Josef Zeheter noch nicht festlegen. "Ungefähr in einem Monat, wenn wir genauer wissen, was gebraucht wird." Vorher müssen besonders die Elektrogeräte aber nochmals auf ihre Sicherheit überprüft werden. "Es hat mir zwar jeder Spender versichert, dass die Geräte funktionieren, aber sicher ist sicher" umreißt Zeheter die Situation.
Was niemand der Spendenden klar sagt, aber dennoch in der Atmosphäre der gesamten Aktion mitschwingt, ist ein Gefühl das besagt, "was wenn mir ähnliches passieren würde? Wäre ich nicht froh, wenn ..." Und so spenden die Menschen aus Ebern und Umgebung fleißig ihre alten Fernseher, Wasserkocher und Kaffeemaschinen. Am Ende der Aktion sind sieben Fernseher, zwei Mikrowellen, zwei Radios und Kinderwägen sowie ein Kinderetagenbett, eine Brotschneidemaschine, ein Wasserkocher, eine Kaffeemaschine und ein Fahrrad zusammen gekommen.
Und es ist auch klar geworden: Viele Eberner wollen die Asylbewerber willkommen heißen und ihnen den Aufenthalt in Ebern so angenehm machen, wie es ihnen möglich ist.
Sonst würden sie kaum ihre alten Geräte und Möbel spenden, sondern vielmehr versuchen, sie im Internet zu verkaufen. "Wenn wieder ein Termin ist, komme ich nochmal, dann bringe ich den alten Kinderwagen mit", verspricht schließlich auch Thomas Schmitt, der froh ist, so seinen Teil beitragen zu können.