Was können uns die Tierbilder von Willy Schütz heute noch sagen? Diese Frage stellte die Kunsthistorikerin Sibylle Kneuer bei der Eröffnung der Xaver-Mayr-Galerie des Bürgervereins in Ebern. Dabei stellte Kneuer die Jahrtausende alte Beziehung zwischen Mensch und Tier heraus, die sich auch heute noch finde.
"Auch wenn heute eher Dokumentarfilme über die Reise der Pinguine gemacht werden", stellte sie fest. Viel hänge jedoch auch von der Art ab, Tiere abzubilden. Sind moderne Mittel der Wahl Fotoapparat und Videokamera, so waren es zu Zeiten von Willy Schütz noch mehr Papier und Stift sowie Farben. Dabei hob Kneuer die Kunstströmungen hervor, denen sich die Schütz-Werke zuordnen lassen.

Sie tendieren sehr stark zum Impressionismus, auch wenn diese Strömung in den 1930er Jahren, als Schütz begann, eigentlich schon vorbei war. Aber auch Elemente des Expressionismus lassen sich finden. "Immer dann, wenn eine Farbe auftaucht, die man hier nicht erwarten würde", erklärt Kneuer.

Entscheidend habe seine Biografie die Kunst von Schütz beeinflusst. So war der Sohn eines Försters aus Baunach 1933/34 in München an der Akademie für Bildende Kunst. Auch kannte Schütz berühmte Maler der Moderne wie Picasso oder Kokoschka und hat von ihnen gelernt. Die Kriegsgefangenschaft bis 1954 prägte den Künstler ebenfalls. "Er hat in der Kunst einen Weg gefunden, die Erlebnisse zu verarbeiten. Aber er klagt nie an", resümierte Kneuer. Dazu zitierte sie auch eine Stelle aus seinem Buch, in der Willy Schütz selbst sagt, er habe "die Sonnenstrahlen aufgefangen, die vegetieren zu Leben machen".

Faszinierend ist, zu sehen, wie Schütz mit oft nur angedeuteten Formen und Farben Bilder geschaffen hat, die aus der Ferne betrachtet von Details und Genauigkeit zu sprühen scheinen. Dabei steht aber immer die Impression, der Eindruck eines Augenblicks, im Vordergrund.

"Über sein Leben haben wir schon viel gehört, aber über seine Kunst noch recht wenig", sagte Ingo Hafenecker, der im Namen des Bürgervereins zur Eröffnung geladen hatte. Geplant ist, die Ausstellung vorerst allein mit den Werken von Schütz zu bestücken. "Gerade da er auch in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte."
Doch das Haus ist nicht nur dem Künstler Willy Schütz gewidmet. So hat auch der Foto-Creativ-Kreis einen Raum zu einem kleinen Museum der Fotografie gestaltet. In diesem Raum sind zahlreiche Kameras auf unterschiedlichem technischen Stand zu sehen. Durch sechs Kinositze besteht auch die Möglichkeit, Fotos und Filme, unter anderen alte 16-Millimeter-Streifen, direkt zu sehen.

So ist aus dem leerstehenden Haus ein kleines Schmuckstück geworden. Der Bürgerverein hat dafür mit 16 Helfern über 600 Arbeitsstunden aufgebracht und auch finanziell hat der rührige Verein 4800 Euro aufgewendet. Hafenecker kündigte an, dass ab 19. Mai die Ausstellung des Bezirks "200 Jahre Unterfranken bei Bayern 1814 - 2014" in diesen Raum kommt.