Machen die Bauern mit? Den größten Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Knetzgauer Bauausschusses am Dienstag bildete die Vorstellung der Pläne der Firma 1A-Solar aus Schweinfurt. Mathias Mönkeberg beschrieb für seine Firma den Wunsch, einen Solarpark auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Knetzgau, Zell und Westheim errichten zu dürfen.
Die Vorstellung des Projekts diene, betonte der Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus(CWG/SPD), erst einmal nur der Vorinformation. Noch solle keine Entscheidung getroffen werden. Auch Gespräche mit den Eigentümern und Pächtern der Fläche habe es bisher noch nicht gegeben. Alle Seiten betonten in der Sitzung, man wolle die Landwirte und Landbesitzer nicht überrumpeln. Alle Aussagen, die das Projekt grundsätzlich befürworten, sind daher unter dem Vorbehalt zu sehen, dass die Eigentümer der Fläche einverstanden sind.


Entlang der Autobahnen

Der Hintergrund: Viele Solarparks entstehen entlang von Bahnstrecken und Autobahnen. Die Möglichkeit, Solarparks auf einer Ackerfläche anzulegen, wird eher selten genutzt - bei Ebern und Hofstetten gibt es größere Flächen.
Für 2016 gibt es, wie in der Sitzung gesagt wurde, in ganz Deutschland nur zehn mögliche Orte, an denen solche Anlagen gebaut werden können. Mönkeberg machte dies vor allem am Widerstand des Bauernverbandes und der CSU fest. Zu dem Standort, den er bei Knetzgau im Auge hat, meinte er grundsätzlich: "Es ist nah an einem Umspannwerk, wir bräuchten nur sehr kurze Leitungen."
Das sind Vorteile. Die Schweinfurter Firma wäre Planer und Projektierer. Investor und Betreiber soll hingegen später einer der großen Energiekonzerne sein. Mönkeberg betonte, damit wäre die Energieversorgung vor Ort auf lange Zeit gesichert, der Strom könne zu einem Preis von acht Cent pro Kilowattstunde bezogen werden. Bei der genauen Lage könne sich das Unternehmen nach den Wünschen der Gemeinde richten. Wichtig für die rentable Umsetzung des Vorhabens ist mindestens eine Fläche von 18 Hektar. Nur dann kann die mögliche Leistung des Solarparks von zehn Megawatt voll ausgeschöpft werden, wurde deutlich.

"Wenn einer der großen Konzerne der Betreiber ist, gibt es dann die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung?", wollte Peter Werner wissen. Mathias Mönkeberg erklärte, dass das Sache des Investors wäre. Er könne sich aber vorstellen, dass eine die Beteiligung eingeräumt wird. Stefan Paulus sagte, er sehe ein Problem darin, dass die Anlage vom Steigerwald aus sichtbar sei und nicht in die Landschaft passe. "Aber ich habe ja auch nur eine Stimme", betonte er.

Bernhard Jilke widersprach: "Coca-Cola sieht man auch vom Steigerwald aus. - Windräder dürfen nicht im Steigerwald aufgestellt werden, wir meckern wegen Stromtrassen - aber irgendwo muss ja die Energie herkommen", führte Jilke aus.
Bei der Sitzung war für das Vorhaben eine "leicht optimistische Tendenz" zu erkennen, wie es Stefan Paulus ausdrückte. Jilke fügte aber hinzu, dass dies nur eine Zustimmung unter Vorbehalt sei. "Wenn das Thema zur Abstimmung in den Gemeinderat kommt, müssen wir wissen, ob er die Grundstücke hat."
Die Sitzung des Knetzgauer Bauausschusses hatte mit einer Ortsbesichtigung am Friedhof begonnen. Hier gibt es mit den Gehwegen Probleme: Die Betonplatten auf dem Boden bezeichnete Stefan Paulus als "Ärgernis", einige davon seien mittlerweile zu Stolperfallen geworden. Auch die Durchgänge zwischen den Gräbern sind sehr schmal und schwer begehbar, was durch einige besonders breite steinerne Grabeinfassungen verschlimmert wird. Ähnlich wie auf dem Friedhof in Sand würde Paulus auch in Knetzgau gerne die Bodenplatte entfernen und die Wege schottern lassen. Dafür wäre eine Einfassung aller Gräber nötig (noch nicht bei allen vorhanden). Damit diese den Weg nicht verschmälern, wären statt Steineinfassungen eher dünne Metallbänder sinnvoll. Die Räte diskutierten über verschiedene Möglichkeiten, deren Machbarkeit und Finanzierung.
Genehmigt wurde bei der Sitzung im Rathaus der Antrag auf den Bau einer Gerätehalle in Knetzgau sowie der Bau eines Bürogebäudes für ein Ingenieurbüro in Hainert, bei dem die Dachneigung vom Bebauungsplan abweicht. "Es soll ja nicht heißen, dass wir hier alles verhindern", sagte Bürgermeister Paulus, wohl auch in Anspielung auf die Gemeinderatssitzung am Vorabend, in der es eine größere Diskussion um die Frage gegeben hatte, wie weit Bauherren vom Bebauungsplan abweichen dürfen.