In den 25 Jahren "hat sich vieles verändert, aber eines ist gleich geblieben: Wir behandeln unsere Patienten immer noch so, wie wir gerne selbst behandelt werden würden." Das sagt Schwester Elisabeth Döbereiner aus Eltmann, die die Leitung für den Operationsbereich (OP) im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken innehat. Sie hat vor 25 Jahren ihre Ausbildung als Krankenschwester abgeschlossen und feierte das Jubiläum jetzt mit ihren ehemaligen Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus in Haßfurt.

Schon als Jugendliche hatte Elisabeth Döbereiner in der Rot-Kreuz-Sozialstation in Königsberg, wo sie aufwuchs, ausgeholfen. "Damals hatte man noch viel Zeit für die Klienten, man konnte sich auch mit ihnen unterhalten, einmal für sie einkaufen gehen oder ihnen beim Putzen helfen", erinnert sie sich.

Durch diese Tätigkeit bekam sie Lust auf den Beruf der Krankenschwester. Nach der dreijährigen Ausbildung von 1985 bis 1988 begann sie als OP-Schwester im Krankenhaus in Haßfurt. "Ich hatte schon in der Ausbildung acht Wochen im OP gearbeitet und einen Einblick in die Tätigkeit erhalten", erklärt sie. "Heute hingegen kommen die Schülerinnen nur noch zwei oder drei Tage hierher, so dass sie die Arbeitsabläufe gar nicht richtig kennenlernen und sich auch nicht für eine solche Tätigkeit entscheiden können", bedauert sie. Als OP-Schwester kümmerte sie sich unter anderem vor der Operation um die Patienten, redete mit ihnen und versuchte, ihnen die Angst zu nehmen. "Das Schöne an einem kleineren Haus ist ja der Kontakt mit den Patienten, während man in großen Kliniken den Patienten erst zu Gesicht bekommt, nachdem er schon die Narkose bekommen hat."

Mehrfache Weiterbildung

Elisabeth Döbereiner, die mit ihren 50 Jahren bereits die Hälfte ihres Lebens im OP gearbeitet hat und 2011 zur OP-Leitung befördert wurde, bildete sich mehrfach weiter: 2003 zur OP-Koordinatorin, 2006 zur OP-Fachschwester und 2011 zur Praxisanleitung. Eigentlich hatte sie die Fachausbildung schon kurz nach der Ausbildung absolvieren wollen. Doch als alleinerziehende Mutter einer Tochter war das für sie nicht so einfach. "Hätten mich nicht meine Eltern unterstützt, wäre das alles sowieso nicht gegangen", sagt sie.

Dass das Krankenhaus nicht nur ihre nebenberufliche Fachausbildung finanziert und sie für den Blockunterricht freigestellt hatte, sondern auch noch die Fahrt- und Übernachtungskosten übernommen hatte, sei sehr großzügig gewesen. "Das verdeutlicht, dass der Leitung sehr viel an gut ausgebildetem Personal gelegen ist", erklärt die Schwester. Aus- und Weiterbildungen seien auch für einen selbst sehr lehrreich: "Man vertieft nicht nur sein Wissen und lernt etwas Neues. Genauso wichtig ist auch der Kontakt mit Kollegen aus anderen Häusern."
Denn ständig ändert sich etwas.

"Die Dokumentationen der Operationen oder die Dienstpläne werden heute natürlich nicht mehr per Hand, sondern am PC geschrieben", erläutert die erfahrene Schwester. Bestellungen würden per Scanner und Modem gleich an den Lieferanten geschickt. Auch die Hygienestandards sind wesentlich höher als vor 25 Jahren. Außerdem hat jetzt jede Station einen eigenen Hygienebeauftragten.

Mehr Prothesen werden eingesetzt

Im Gegensatz zu früher werden seit einigen Jahren auch Knieprothesen eingesetzt und mehr laparaskopische Operationen (Bauchspiegelungen) ausgeführt; beispielsweise bei den Gallen-, Blinddarm-, Darm- oder gynäkologischen Operationen. Neu ist der Einsatz von Beckenbodennetzen bei Senkungen des Beckenbodens oder das Neuromonitoring bei Schilddrüsenoperationen, mit dem die Funktion der Stimmbandnerven überprüft werden kann.

Natürlich hat auch die Technik im Operationssaal zugenommen. "Doch unsere Patienten sind für uns keine Nummer oder ,die Galle', sondern werden immer mit ihrem Namen genannt", betont die Schwester aus Eltmann.
Mit ihr hatten weitere 19 junge Frauen und zwei junge Männer 1988 die Ausbildung abgeschlossen. Von ihnen sind außer Schwester Elisabeth noch Romy Grübel, Renate Jakob (Innere Abteilung), Manuela Räder, Monika Thierstein, Manuela Eckenreiter (Chirurgie I), Thomas Rabe (Administration) und Sabine Jäger (Zentrale Patientenaufnahme/Notaufnahme) in Haßfurt tätig, während Christine Kirchner am Krankenhaus in Ebern arbeitet, Marion Zürl im Dialysezentrum in Haßfurt tätig ist, Ulrike Hauck und Barbara Räpple in der Sozialstation Königsberg beschäftigt sind und die restlichen Schwestern und ein Krankenpfleger verschiedenste Tätigkeiten in Bamberg, Erlangen, Schweinfurt, Selb, München und Kiel ausüben.

Zu dem Treffen, das im Krankenhaus begann, waren auch Dr. Hubert Schildhauer, ehemals Chefarzt der Chirurgie, Dr. Volker Ulbrich, ehemals Oberarzt der Inneren Abteilung, Dr. Bernhard Greull, ehemaliger Oberarzt der Chirurgie, und Unterrichtspfleger Udo Burger von der Krankenpflegeschule gekommen. Der Landrat Rudolf Handwerker (CSU) gab einen kleinen Überblick über die Entwicklung des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken, über das Haus Haßfurt, das medizinische Versorgungszentrum und die drei Ärztehäuser. "Ich finde es toll, dass Sie ihr Jubiläum hier feiern", sagte er zu den ehemaligen Schülern, "denn es zeigt, dass Sie an Ihrer Ausbildungsstätte hängen." Für die Krankenpflegeschule werde es aber immer schwerer, genügend und gut qualifizierte Bewerber zu finden.

Besondere Beziehung zur Pflegeschule

Dr. Hiltrud Schättin berichtete von ihrer besonderen Beziehung zur Krankenpflegeschule. "Ich habe hier von 1977 bis 1980 selbst eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert", sagte sie. 1988 sei sie dann als Dozentin für die Mikrobiologie berufen worden und 2003 als Chefärztin Viszeralchirurgie und Leiterin der Schule wieder nach Haßfurt gekommen.

Beim Rundgang durch das Haus staunten die Schwestern unter anderem über den neuen Kreißsaal. "Das ist der Hammer", meinten viele, während Dr. Schildhauer leichte Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Entbindungsliege äußerte: "Also ich würde da herunterfallen", meinte er, woraufhin Handwerker anmerkte: "Es ist gut, dass die Frauen die Kinder kriegen."

Mit einem gemeinsamen Essen und dem Austausch vieler Erinnerungen, aber auch Erzählungen über die jetzigen Berufsfelder endete das Klassentreffen.