"Jagen ohne Hund ist Schund" und auch für einen Begleithund ist Gehorsam ein Muss: Diese beiden Weisheiten nahmen sich zahlreiche Waidmänner und Hundeführer zu Herzen und unterzogen sich mit ihren Tieren einem Hundeführerlehrgang, der von der BJV Kreisgruppe Haßfurt in den Wäldern des Universitätsforstamtes an der Altach bei Haßfurt veranstaltet wurde.

Prüfungsleiterin Rosel Hölzner hieß hierzu 23 Hundeführer willkommen, von denen zwölf am Hundeführerlehrgang für Jagdhunde und elf am Lehrgang für Begleithunde teilnahmen. Auffallend war, dass die überwiegende Zahl der Hundeführer für Begleithunde Frauen waren, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen zur Ausbildung ihrer Hunde entschlossen hatten.

Ausbilderin Ursula Kilgenstein informierte, dass die Ausbildung ohne Apportieren und ohne Schuss stattfinde.

Der Hund müsse aber eine Unbefangenheit gegenüber Radfahrern und Fußgängern lernen und wissen, dass auch Jogger oder spielende Kinder keine Beute für ihn sein können. Zu den Ausbildungsbereichen gehöre das richtige Gehen bei Fuß, Sitz und Platz auf Kommando sowie das schnelle Zurückkommen auf Pfiff oder Zuruf. Schließlich müsse der Hund auch erfahren, wie man sich in der Stadt oder vor dem Einkaufsladen bewege und dass er an der Leine geführt werden kann.

Die Begleithundeführer kamen so auch mit Hunden der verschiedensten Rassen wie einem Berner Sennenhund, einem Labrador oder Mischlingen. Eine andere Hundeführerin verheimlichte nicht, dass ihr Hund für sie eine therapeutische Aufgabe übernommen habe. Sie habe mit Depressionen und Burnout gekämpft, da sei ihr zur Ablenkung und zum Ausgleich empfohlen worden, sich einen Hund anzufschaffen.

Das möge für viele eine absurde Empfehlung sein, aber ihr habe sie geholfen und der Hund sei zu ihrem Therapeuten geworden. Sie habe erst einmal ihre Angst vor Hunden besiegt und dann auch ihre Krankheit, weil wieder Struktur in ihr Leben gekommen sei, das zu Kontakten zu anderen Menschen führte. Aber der Hund könne auch Trost spenden. Für wieder andere sei der Hund aber auch Wachhund fürs Haus oder Familienmitglied für die Freizeit.

Bei den Jagdhunden standen Dinge wie Schussfähigkeit, Gehorsam, Riemenführigkeit, Suchen in einer Schleppe oder die Fähigkeit beim Aufstöbern und Bringen im Vordergrund. Für diese Arbeit nutzt der Jäger die feine Nase seines Jagdhelfers, der den Jäger zum Wild führt.

Für die Schweißarbeit wurden die Jagdhunde gezielt ausgebildet und die Prüfungen unter Richterobmann Alfred Schöpplein und den Mitrichtern Walter Arnold und Eva-Maria Klar bestätigten auch den Erfolg.
 


Die erfolgreichen Prüflinge

Begleithunde Christiane Dudziak, Rügheim (Mischling Bella); Anja Henneberger, Unterhohenried (Labrador-Bulldog Benno); Lucca Höra, Altershausen (Jack Russel Biene); Katharina Fuchs, Alitzheim (Rihodesian-Ridgeback Calino), Tobias Stöhr, Haßfurt (Patterdale Terrier Django); Carola und Linda Martin, Riedbach (Labrador Hewlett von Fichtenberg); Julia Keß, Sylbach (Labrador Hugo); Martina Hömer, Haßfurt (Mischling Lilly); Korinna Mauer, Haßfurt (Labrador-Botenko Rosco); Peter Kehl, Wonfurt (Berner Sennenhund Schelly Taya)) und Egon Frank, Theres (Labradoodle Tessa).

Jagdhunde Gustav Wirth, Knetzgau (mit Cesky Fousek "Ara von den Knetzbergen"), Hermann Langguth, Wülflingen (Englischer Springer Spaniel "Pretty Hunter`s Bendix"), Roland Wiltschka, Rentweinsdorf (Kleiner Münsterländer "Caara von der Weisach"), Karl-Heinz Kempf, Kirchlauter (Kleiner Münsterländer "Emmy von Zusambogen"); Anke Kirchner, Bamberg (Drahthaar-Fox " Fanny vom Roßbach"); Peter Wälde, Würzburg (Flatcoated Retriever "Felix vom Versbacher Wäldle"); Uwe Montag, Wonfurt (Kleiner Münsterländer "Hanka von der Eisenburg"); Joachim Stumpf, Dingolshausen (Deutscher Jagdterrier "Jeacke von Scherenberg"); Andreas Seufert, Dampfach ( Betrone "Lui vom Aldenhövel"); Dieter Leweetz, Hofheim (Braque Francais "Mila des Becassiers des Sept Vallees"); Roland Eirich, Donnersdorf (Deutsch Kurzhaar "Raika Silesia"); Wolfgang Nieschlag, Steinsfeld (Deutsch Kurzhaar "Titan von Nonnenhaus").