"Rauschen im Wald" war zu vernehmen als es bei der Sitzung des Pfarrweisacher Gemeinderats darum ging, weshalb Bürger der Gemeinde bei der Selbstwerbung nicht, wie von ihnen erhofft, berücksichtigt werden. Die Probleme ergaben sich aus dem Vortrag des Forstbeamten Wolfgang Meiners vom Forstrevier Maroldsweisach, der auch den Wald der Gemeinde Pfarrweisach mitbetreut.

Für die etwas "böige Stimmung" sorgte vor allem Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn (CSU), der von Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) und Gemeinderat Josef Kneuer "Rückenwind" erhielt. Kuhn bemängelte, dass die Bürger, als zum Beispiel in der Waldabteilung "Buchs" Holz geschlagen wurde, nicht als Selbstwerber arbeiten konnten. "Hier wünsche ich mir im Vorfeld eine bessere Aufklärung und die Einbeziehung unserer Bürger", sagte Kuhn.

In die gleiche Kerbe schlug Josef Kneuer: "Auch im Gemeindewald in Kraisdorf hätten Bürger gerne als Selbstwerber für sich Brennholz gemacht. Die warten schon lange darauf, Holz zugeteilt zu bekommen. Gefragt wurde niemand. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass man sich nicht mit mehreren Werbern auseinandersetzen wollte und deshalb den Maschineneinsatz durch eine Person vorgezogen hat", wetterte Kneuer.

Auch Bürgermeister Ralf Nowak hielt diese Vorgehensweise nicht für dienlich und meinte, dass die Bürger in den Orten bei Vergabe von Selbstwerberlosen mit ins Boot genommen werden sollten. "Da hätten wir künftig vorab gerne mehr Informationen", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Die Zeit drängte

Förster Wolfgang Meiners sagte, mit diesen "Vorwürfen" konfrontiert, dass er bei seiner Arbeit immer bestrebt sei, für die Gemeinde das bestmögliche Betriebsergebnis zu erwirtschaften. Aufgrund der im zurückliegenden Jahr herrschenden schlechten Witterungsbedingungen habe er jemanden gebraucht, der die Arbeiten in möglichst kurzer Zeit erledigen konnte. Im Übrigen käme "unter dem Strich" ein günstigeres Verkaufsergebnis für die Gemeinde heraus.
Forstoberrat Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt hatte sich als Nachfolger von Forstdirektor Franz Eder beim Gemeinderat Pfarrweisach vorgestellt. "Ich nehme, ebenso wie mein Kollege Wolfgang Meiners aus dieser Diskussion mit, dass wir in diesem Punkt die Kommunikation verbessern müssen", sagte der Forstoberrat.

"Außerst schwieriges jahr"

Wolfgang Meiners legte dem Gremium die Jahresbetriebspläne 2014 für den Gemeindewald Pfarrweisach vor und erläuterte diese. Er stellte auch die Planung für das Jahr 2015 vor. "Wir hatten ein äußerst schwieriges Jahr, weil es nass und feucht war", sagte der Förster. Deshalb konnte man mit Rücksicht auf mögliche Rückeschäden nicht alle Hiebe wie geplant durchführen. Man sei bemüht gewesen, im Frühjahr und im Sommer das Holz schadenfrei aus den Beständen zu bringen. "Es liegen noch große Holzmengen in den Wäldern, aber der Plan ist erfüllt."

Ein Schwerpunkt in 2014 seien Pflegearbeiten im Winterrangen und im Lohrer Holz gewesen. "Große Ergänzungspflanzungen mussten wir nicht durchführen. Was da zu tun war, machten die bewährten Frauen aus Junkersdorf. Die machen das wirklich klasse", lobte der Forstmann. Pflanzungen in Zäunen wurden mit Bäumen angereichert, um die Vielfalt der Bäume zu erhöhen. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau und Erhalt von Waldwegen gewesen. "Da haben wir eine recht gute Förderung erhalten", so Meiners. Ein Höhepunkt für die Kinder in Pfarrweisach sei eine Führung gewesen, bei der den Kindern Wald und Natur näher gebracht werden konnten.

Rund 26 000 Euro plus

Plan für das Jahr 2015 sei, in der Endnutzung bei Alt- und Jungdurchforstung sowie bei Jungholzpflege 370 Festmeter Holz auf einer Gesamtfläche von etwa 60 Hektar zu schlagen. Mehr als die Hälfte mache das Stammholz aus, hinzu komme Industrie- und Brennholz.
"Wir können mit Einnahmen von 83 500 Euro rechnen. Dem gegenüber stehen Ausgaben von etwa 56 900 Euro", so Wolfgang Meiners. Der Gemeindewald Pfarrweisach sei ein sehr nadelholzreicher Wald.


Förderprogramme

Eingangs hatte Forstanwärterin Theresia Hof, die gegenwärtig zur Ausbildung im Forstrevier Maroldsweisach ist, den Gemeinderäten das "Waldbauliche Förderprogramm" erläutert. Dieses unterteilt sich nach den Worten der angehenden Försterin in Kulturbegründung, Naturverjüngung und Jungbestandspflege. Was ist möglich, was sollte ich als Antragsteller wissen, welche Fördermittel sind zu erwarten? Diese Fragen beantwortete Theresia Hof ausführlich. "Für alle drei Maßnahmen können pro Jahr Anträge für jeweils maximal 30 Hektar gestellt werden", sagte Hof.

Bei der Naturverjüngung seinen Förderbeträge von 1000 bis 1100 Euro pro Hektar möglich, bei der Jugendbestandspflege betrage der Fördersatz pro Hektar 400 Euro.

Neues Tor

Erneuert wird das Tor am Feuerwehrgerätehaus in Kraisdorf. Die Kosten hierfür wurden mit 3167 Euro genannt. Der Feuerwehrverein Kraisdorf will sich hieran beteiligen. In diesem Zusammenhang erinnerte Gemeinderat Markus Oppelt daran, dass auch das Tor am Feuerwehrgerätehaus in Junkersdorf nicht zu vergessen sei. Darüber, so der Bürgermeister, werde man zur gegebenen Zeit sprechen.
Mehrkosten in Höhe von 5093 Euro waren für die Zufahrt zum Wertstoffhof zu beschließen. Das geschah bei drei Gegenstimmen. Die Instandsetzung eines Schachtbauwerkes, Straßenverformungen und Bodeneinebnungen machten das notwendig. Kritik an Ausführung und Zustand der Straße gab es zu diesem Tagesordnungspunkt von den Gemeinderäten Markus Oppelt und Rita Böhm.

Unklarer Baugrund

Zu einem Beschluss zur Beauftragung einer Baugrunduntersuchung für die Gemeindeverbindungsstraße Pfarrweisach - B 303 wollte sich der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend nicht durchringen. Zu dürftig seien hier die vorliegenden Informationen, befanden die Gremiumsmitglieder nach eingehender Diskussion. Das etwa 3,6 Kilometer lange Straßenstück bedürfe einer Verbesserung. Hierzu wird eine Baugrunduntersuchung erforderlich, um keine unliebsamen Überraschungen beim Ausbau zu erleben.
Ein Angebot für diese Untersuchung lag in Höhe von 5378 Euro vor. Allerdings kam man zum Schluss, erst bei der Tiefbauverwaltung des Landkreises nachzufragen ob dort für den Straßenunterbau bereits Erkenntnisse vorhanden sind. "Da müsste meiner Meinung nach etwas vorliegen", so Gemeinderat und Exbürgermeister Hermann Martin (ULB). "Eine Baugrunduntersuchung soll uns zeigen, ob wir uns eine Sanierung überhaupt leisten können", erklärte Bürgermeister Ralf Nowak(ULB). Gemeinderat Reiner Mönch wies darauf hin, dass es mit der Untersuchung nicht getan sei. "Wie ich das lese, könnten in Teilbereichen noch weitere Untersuchungen notwendig werden", sagte der Römmelsdorfer. Ein Beschluss wurde bis zur Abklärung der aufgeworfenen Fragen zurückgestellt. Wegen des betreffenden Straßenstücks wird es, wie der Bürgermeister sagte, mit Landrat Wilhelm Schneider am 11. Februar einen Termin geben.

Jugendarbeit
Jugendfördermittel von der Gemeinde in Gesamthöhe von 1300 Euro erhalten acht Vereine, in denen 138 Jugendliche Mitglieder sind. Der Fördersatz pro Jugendlichen beträgt zehn Euro. Damit ist auch die vom rat beschlossene Obergrenze von 1500 Euro nicht überschritten. Nicht zufrieden zeigte sich Gemeinderat Hermann Martin mit der Darlegung kirchlicher Träger, die Fördermittel beantragten. "Das hätte ich schon gerne etwas detaillierter", sagte er. Das katholische Pfarramt Pfarrweisach erhält für das Jahr 2014 Jugendfördermittel in Höhe von 452 Euro, das evangelische Pfarramt Rügheim 48 Euro.