Wegen Betrugs, bzw. Urkundenfälschung musste sich eine 44-jährigen Frau aus dem Osten des Kreises Haßberge vor Gericht verantworten. Sie war ohne Verteidiger zu der Verhandlung vor dem Amtsgericht Haßfurt erschienen. Der Anklagevertreter warf ihr vor, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die sie in einer Allgemeinarztpraxis erhalten hatte, gefälscht zu haben, indem sie diese durch Einsetzen eines anderen Datums um drei Tage "verlängerte."


Die Tat eingestanden

Die arbeitslose Einzelhandelskauffrau gab die Tat unumwunden zu. "Ich habe das gemacht, ich war blöd und war damals völlig durch den Wind." Warum sie das bei ihrer polizeilichen Vernehmung abstritt, wollte die Richterin wissen, was die Angeklagte mit Achselzucken beantwortete. Sie fügte aber schnell noch an: "Mein Hausarzt war damals nicht da, der hätte mich bestimmt länger krankgeschrieben." Länger krank wollte sie sein, um eine Vorladung zu einem Amtsarzt wahrnehmen zu können. Der Hausarzt, der ihr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung "nur für einen Tag" ausgestellt hatte, musste aufgrund des Geständnisses der Angeklagten ebenso nicht vernommen werden, wie eine Mitarbeiterin der Krankenkasse.


Mehrere Eiinträge

Im Bundeszentralregister war die Angeklagte, die gegenwärtig Hartz IV bezieht, mehrmals wegen verschiedener Delikte, darunter auch Betrug, vorgetragen. Der Rechtsreferendar der Staatsanwaltschaft Bamberg beantragte in seinem Schlussvortrag für die Angeklagte eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten mit Bewährung. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je zehn Euro, also auf 700 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.