Die Stützpunktfeuerwehr Pfarrweisach hat als einzige Feuerwehr im Landkreis Haßberge einen vom Bund geförderten Schlauchwagen für den Katastrophenfall im Einsatz. "SW 2000 Kat" heißt das Gerät im Fachjargon, das neben umfangreichem Equipment eine 2000 Meter lange Schlauchleitung an Bord hat.

Während eines ökumenischen Gottesdienstes hat das Fahrzeug am Sonntag den kirchlichen Segen erhalten, gleichzeitig überreichte Landrat Wilhelm Schneider den Fahrzeugschlüssel an Kommandant Sebastian Bock.
Viele Feuerwehren aus dem Haßbergkreis waren gekommen, um an der Feier teilzunehmen, dazu die Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD, Ebern), Helmut Dietz (SPD, Untermerzbach) und Günther Pfeiffer (FW, Ermershausen), mit dabei der Sachbearbeiter für Katastrophenschutz am Landratsamt, Franz Lindner, und die Feuerwehrdienstaufsicht.

Den ökumenischen Gottesdienst hielten Pfarrer Michael Stutzig und der evangelische Gemeindereferent Helmut Leykauf, den Feuerwehrleuten bestens bekannt als Ehrenkreisbrandrat im Ruhestand. Dieser hielt auch die Predigt, in der er den ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehrleute herausstellte. "Niemand liebt mehr als der, der bereit ist, das Leben für seine Freunde einzusetzen; dem Anderen zu helfen, seine Lasten zu tragen. Wenn ihr das tut, erfüllt ihr das Wort Gottes - den Auftrag Gottes zur Nächstenliebe", rief Leykauf den Feuerwehrleuten zu. Er beglückwünschte die Pfarrweisacher Wehr zu dem Fahrzeug, das eine hohe Anerkennung und Würdigung ihrer Arbeit sei. Pater Michael Stutzig segnete das Fahrzeug mit Weihwasser und die anwesenden Gäste. Den Gottesdienst umrahmte die Blasmusik Kraisdorf (Leitung Gerhard Eller) musikalisch, die Fahnenabordnungen aus Lohr, Ebern und Pfarrweisach ergänzten das Bild.


Lückenschluss

Landrat Wilhelm Schneider betonte, der Schlauchwagen ergänze neben dem Katastrophenschutz auf Bundesebene auch den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis. Mit der Entscheidung, das Fahrzeug in Pfarrweisach zu stationieren, schließe sich im Landkreis eine Lücke. Alle Inspektionsbezirke verfügten nun über "mindestens ein Fahrzeug, das für Logistikaufgaben bestens geeignet ist". Warum man sich für Pfarrweisach entschieden habe, machte Landrat Schneider an drei Punkten fest: die Wehr verfüge über eine ausreichende Personalstärke; im modernen Gerätehaus stehe ein freier Stellplatz zur Verfügung, und Pfarrweisach besitze eine moderne Schlauchpflegeanlage. Während die Gemeinde Pfarrweisach für die Kraftstoffkosten des über 200 000 Euro teuren Fahrzeugs aufkommt, übernimmt der Landkreis den kostenmäßig größten Part, die Fahrzeugversicherung.


Wehr voll ausgerüstet

Unter dem Applaus der Gäste übergab der Landrat den Fahrzeugschlüssel an Kommandant Sebastian Bock.
"Wir haben das Maximale an Fahrzeugen erreicht", stellte Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) fest; denn neben einem Mannschaftstransportwagen, einem Tanklöschfahrzeug und dem neuen Schlauchwagen sei die Wehr voll ausgerüstet. Nowak dankte namentlich Kommandant Bock und Christian Braterschofsky, "die sich für die Beschaffung des Schlauchwagens ins Zeug gelegt haben". Er versprach: "Bei uns ist das Fahrzeug in besten Händen".
Kreisbrandrat Ralf Dressel erinnerte an das Abholen des Fahrzeugs Anfang März, bei dem er dabei war. "Das war schon ein besonderes Ereignis", sagte er. Eine Überraschung hatte er für Ute Bock, der Mutter des Kommandanten parat: Sie erhielt aus seinen Händen Urkunde und Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Das ist eine Auszeichnung für Nicht-Feuerwehrleute, die sich um das Wohl einer Feuerwehr verdient gemacht haben. Dressel ließ wissen, dass die Geehrte seit der Einweihung des Feuerwehrhauses im Jahr 2009 sich um die Reinhaltung des Gebäudes kümmere, zudem habe sie beim Bau des Hauses mit Mittagessen und Brotzeiten für die Helfer aufgewartet.
Am Nachmittag unterhielt die Blasmusik Kraisdorf die vielen Gäste, die das Feuerwehrhaus und den Platz vor dem Bauhof bevölkerten.