Floyd war gekommen ebenso Momo, Mopsi, Buffy, Allesa von der Frankenalb, Bo vom Schaffe, Rambo und Miley Pretty Women. Auch Buchspitz Rocky, Rapunzel vom Mohrenfelsner Land sowie Latraviata und viele weitere Vierbeiner hatten am Wochenende großen Spaß im Gleisenauer Schloßpark. Zusammen mit ihren Frauchen und Herrchen gingen sie bei der seit Ende der 80er Jahre alljährlich ausgetragenen Bayerischen Meisterschaft im Turnierhundesport (THS), die erstmals in Unterfranken stattfand, an den Start.
"Das ist das schönste Ambiente, das ich bislang kennengelernt habe", strahlte Fred Jung, einer von knapp 200 Teilnehmern aus dem ganzen Freistaat. "Und ich kenne viel Wettkampfstätten und Sportanlagen." Beim Geländelauf über 5000 Meter ging der in Castell (Landkreis Kitzingen) lebende Jung an den Start - für den gastgebenden und ausrichtenden "Verein für Hundefreunde Eltmann und Umgebung e. V." (VdH) beziehungsweise die 2002 gegründete Abteilung "Tunierhundesport" (THS).

Fit mit 74


An sich nichts Besonders, doch der gebürtige Berliner ist, anders als es sein Nachname vermuten lässt, bereits 74 Jahre alt - jung. Damit war er von den 23 Startern am Samstagvormittag mit Abstand der Älteste. Wer es nicht wusste, ahnte davon allerdings nichts. Zusammen mit seiner neun Jahre alten Kurzhaarhündin Hedy bewältigte er den Rundkurs über den Ebelsberg in einer Zeit von 27,22 Minuten. Damit landeten die Zwei auf Rang 7 (Platz 1 in der Altersklasse M61).
Fred Jung, der vor knapp 13 Jahren auch "wegen des guten Frankenweins" der Bundeshauptstadt den Rücken kehrte und zusammen mit seiner Frau Rosemarie im Norden Bayerns ein neues Zuhause fand, ist seit drei Jahren Mitglied bei den Hundefreunden und fühlt sich sprichwörtlich "pudelwohl." Den Sport betreibt er, "um meinen Hund auszulasten. Mir kommt es natürlich auch sehr entgegen", weist der 74-Jährige auf seine sportliche Vergangenheit als Leichtathlet in Berlin hin.

Hecheln am Ende


"Das habe ich mein Leben lang gemacht. Hochsprung, Weitsprung, 100 Meter, 200 Meter, Hürden - die ganze Palette. Und diese Kombination kann ich mit Hedy bestens ausüben." Nach Bewältigung der fünf Kilometer waren unterdessen sowohl bei Fred Jung als auch Hedy laute "Hechelgeräusche" zu hören. Doch für wen war der Lauf anstrengender? "Für mich. Ganz klar", lacht der Hundefreund.
Andersherum war es dagegen bei Ivo Neubert. "Mein Hund war am Ende etwas kaputt", sagte der 37-jährige Polizist. Sein "Bandit Artus vom Räuberhof" wirkte nach dem Zieleinlauf tatsächlich erschöpfter als sein Herrchen. Was allerdings nicht verwundert. Immerhin ging Neubert in seiner Altersklasse als amtierender bayerischer sowie deutscher Meister und somit als Topfavorit als Erster auf den Rundkurs. Bereits nach 16,59 Minuten kam er mit seinem Riesenschnauzer wieder ins Ziel, so dass er seinen Titel erfolgreich verteidigte.

In Frankreich


Der für den PSV Loisachtal in Oberbayern startende Neubert betreibt den Laufsport "nur wegen meinem Hund und nur Hundewettkämpfe." Lediglich "zur Vorbereitung" absolviert er auch andere Läufe. Ihm gefiel die Strecke "außerordentlich gut. Nicht wie sonst üblich auf einem Hundeplatz, so eingepfercht. Einfach eine tolle Anlage."
In seinem anstehenden Urlaub in den französischen Alpen nimmt er indes an der "Trophy of Montain" teil - einem großen Cross-Laufwettcup für Hunde. In zehn Etappen müssen er und Bandit Artus 70 Kilometer und 3000 Höhenmeter bewältigen. "Aber da haben wir dann keine Chance." Ach ja: Wenig später lief Ivo Neubert mit dem ausgeliehenen Malinois (belgischer Schäferhund) "Ottlinger Huby" noch die 2000 Meter und wurde ebenfalls Erster.

Training zahlt sich aus


Weniger Kilometer war Thorsten Stäudler unterwegs. Zusammen mit "Milo", seinem dreijähriger Eurasier, nahm der 28-jährige aus Reutersbrunn von den Hundefreunde Eltmann ebenfalls am 2000 Meter-Wettbewerb teil, welchen er in seiner Altersklasse M19 (17 Starter) als Erster beendete. Das intensive gemeinsame Training hat sich ausgezahlt, denn sein Ziel, unter die ersten Drei zu kommen, hat er bei seiner bayerischen THS-Premiere eindrucksvoll erreicht.
Im Team "Eltmann 1" bestritt Stäudler zusammen mit Christine Thomann aus Eschenbach (mit "Sina") und dessen Mann Jürgen (mit "Spike") zudem noch den "Combinations-Speed-Coup" (CSC) für Erwachsene. Bei diesem Mannschaftswettbewerb, zu vergleichen mit einem "Dreier-Staffellauf, durchlief er einen Teil des in drei Sektionen aufgegliederten Hindernisparcours. Die drei, die mit der Startnummer 208 als Erste ins Rennen gingen, holten sich in der Endabrechnung den achten Platz.

Top-Truppe


Seit eineinhalb Jahren ist Thorsten Stäudler nun Mitglied bei der - wie er sagt - "Top-Truppe" in Eltmann, die er über das Internet kennengelernt hat. Und ihm gefällt die "Arbeit" mit seinem "Milo" in erster Linie aufgrund der Teamarbeit immer besser. "Mensch und Tier zusammen und einer muss sich auf den anderen verlassen können", sagt der aktive Fußballer des ASC Eyrichshof. "Das macht den Reiz aus und unheimlich viel Spaß."
Großen Gefallen hatten die Zuschauer nicht zuletzt am Vierkampf mit seinen Abschnitten Gehorsamsteil, Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf. Vor allem vom Gehorsamsteil waren viel angetan, denn neben der Leinenführigkeit werden unter anderen auch verschiedene Tempowechsel, Wendungen, Sitzübungen und Vorsitzen verlangt. Und Heidi Brix (42) aus Ebelsbach, die 1. Vorsitzende der Hundefreunde, sowie ihr Australian Shepherd Rüde "Balu" boten in ihrer Paradedisziplin Vierkampf 2 wie bei allen vorangegangenen Wettbewerben eine glänzende Figur. Beim Gehorsamsteil, beim gemeinsamen Überspringen der sechs Hindernisse auf den 80 Metern, beim 75-Meter langen Slalomlauf mit seinen sieben Toren sowie abschließend beim gleichlangen Hindernislauf (acht Hindernisse) gab es für die beiden keine Probleme.

Viel Mühe investiert


Die Eltmanner Hundefreunde gaben sich im Vorfeld unheimlich viel Mühe für eine gute Durchführung der Bayerischen THS-Meisterschaften. Der große Aufwand und die ehrenamtliche Arbeit haben sich gelohnt. "Einfach fantastisch, das ist einfach außergewöhnlich", lobte Peter Mahr (52) aus Lichtenfels, Vizepräsident des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) und Obmann für Turnierhundesport (OfT) die Wettkampfstätte im Schloßpark und gleichzeitig die Hundefreunde aus Eltmann. "Ich weiß, dass auf Heidi Brix und ihre gesamte Mannschaft Verlass ist. Ich glaube, dass war eine perfekte Meisterschaft." Sie habe "nichts Negatives gehört" bestätigte die Vorsitzende, dass die Veranstaltung bestens gelungen sei. Dass es deshalb im Jahr 2013 eine Wiederholung im Gleisenauer Schloßgarten gibt? "Oh Gott nein", lacht Brix. "Nach dem ganzen Stress brauche ich jetzt erst einmal zwei Wochen Pause."
Alle Ergebnisse werden auf der Internetseite www.hundefreunde-eltmann.de veröffentlicht.