Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner, Leiter des Forstbetriebs Ebrach, der den Staatswald im Steigerwald bewirtschaftet, berichtete im Gemeinderat Oberaurach von seiner Arbeit, dem Waldzustand und aktuellen Maßnahmen.

Im Steigerwald stehen zu rund 75vor allem Laubbäume. "Es ist eine Tradition, dass hier viele Leute mit Brennholz heizen", erklärte Mergner. Die Nachfrage nach Brennholz sei besonders hoch, auch 25 Sägewerke werden beliefert.


Kein Holz für China

Mergner widersprach dem Gerücht, dass viel Holz aus dem Steigerwald nach China geliefert werde. "Das meiste bleibt in der Region", sagte er. Auch eine Übernutzung der Wälder gebe es hier nicht.

Besonders ausführlich sprach er über das "Trittsteinkonzept" zum Naturschutz. Hierfür wurden von den insgesamt 17 000 Hektar Wald etwa 1200 Hektar aus der Nutzung herausgenommen. Dabei handelt es sich nicht um eine zusammenhängende Fläche, sondern um viele kleine Flecken, die über den ganzen Wald verteilt sind. "Hier gilt der Grundsatz: Spraydose statt Motorsäge", sagte er. Mit aufgesprühten Zeichen an den Bäumen werden die Teile des Walds gekennzeichnet, in denen keine Bäume gefällt werden dürfen.

Eine Dokumentation der Artenvielfalt bestätige, dass das Naturschutzkonzept sinnvoll sei. Insekten wie den Schwarzkäfer oder Vögel wie den Halsbandschnäpper nannte er als Beispiele für seltene Tierarten, die sich hier wieder verbreitet haben.

Dr. Roland Baumann lobte das Konzept. "Aber um noch mal das böse N-Wort zu verwenden: Beide Konzepte würden sich doch nicht gegenseitig ausschließen", sagte er. Förster Mergner entgegnete, dass die Frage nach der Schaffung eines Nationalparks eine politische Entscheidung sei, auf die er keinen Einfluss habe. Zumindest sei durch die Trittsteine eine Kombination von Nutzung und Biotop möglich, sagte Mergner.

Der Gemeinderat Oberaurach stimmte einer Vereinbarung mit der Teilnehmergemeinschaft (TG) Neuschleichach beim Amt für Ländliche Entwicklung zu. Dabei geht es um die Ausführung und Abwicklung der Baumaßnahmen zur Dorferneuerung. Die Gemeinde wird demnach die Bauträgerschaft übernehmen, von der TG kommt jeweils ein Zuschuss zu den Maßnahmen. Die Gesamtkosten betragen rund 496 000 Euro, eine Förderung in Höhe von 250 000 Euro kommt von der Teilnehmergemeinschaft.

Der Gemeinderat beschloss auch, eine Vereinbarung mit der TG über die Erneuerung des Oberflächenwasserkanals. Hier liegen die Baukosten bei rund 455 000 Euro, ebenfalls mit einer Förderung von 250 000 Euro.
Auch die Dorferneuerung Kirchaich beschloss der Gemeinderat einstimmig. "Endlich ist es so weit, dass ausgeschrieben werden kann", freute sich Bürgermeister Thomas Sechser. Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Gemeinde von circa 339 000 Euro werden im Haushalt eingeplant.


Grundlage für Hochwasserschutz

Im Gemeinderat Oberaurachging es auch um den Hochwasserschutz. "Das Ergebnis ist keine konkrete Planung, sondern die Grundlage für die Planung", berichtete Ingenieur Markus Münchmeier.

Bei der Aurach, die durch die verschiedenen Ortsteile fließt, handelt es sich um ein Gewässer dritter Ordnung. Damit liegt die Verantwortung dafür bei der Kommune, diese wird allerdings vom Staat gefördert. Münchmeier berichtete, dass eine Begehung des Modellgebiets stattgefunden habe. Zudem seien Gewässer und Bauwerke vermessen worden, um schließlich ein dreidimensionales Modell des Geländes erstellen zu können.
Der nächste Schritt sei nun, sich mit dem Wasserwirtschaftsamt abzustimmen, berichtete Münchmeier. Das sei unter anderem nötig, damit die Abflüsse den richtigen Durchmesser bekommen. Dann müssen für verschiedene mögliche Maßnahmen Berechnungen durchgeführt werden.

"Man kann mal das eine oder andere Becken weglassen und schauen, was passiert", meinte Münchmeier. Denn jedes Becken sei ein Wartungspunkt, der dauerhaft für Aufwand sorge.

Dann müsse es eine Kosten-Nutzen-Rechnung geben. So sei es beispielsweise kein Problem, wenn bei einem größeren Hochwasser eine Brücke überschwemmt oder ein Weg nicht begehbar sei. Wichtig sei vor allem der Schutz von Wohnhäusern.

Bei seiner Vorstellung des gesamten Gebiets bezeichnete er den Ort Kirchaich als "die Stelle, wo alles zusammenkommt, was man nicht will". Denn hier fließt mit dem Schößbach mitten zwischen den Wohnhäusern des Ortskerns ein weiteres Gewässer in die Aurach.

Auf Nachfrage von Sabine Weinbeer erklärte Münchmeier, eine Prioritätenliste und eine Kostenschätzung würden er und seine Mitarbeiter erstellen und der Gemeinde zukommen lassen. Auf Julian Bayers Frage, wie lange es denn bis zur Umsetzung dauern werde, entgegnete Münchmeier: "Das wird wohl noch Jahre dauern."

Kurzmeldungen

Schwarzbau
Auch wenn mehrere Ratsmitglieder ihren Unmut über das Vorgehen eines Bürgers äußerten, stimmten sie seinem nachträglichen Bauantrag letztlich zu. Ohne Genehmigung hatte der Mann begonnen, seine Doppelgarage um ein Vollgeschoss zu erhöhen. Einige Ratsmitglieder hätten das gern geahndet. "Ich wollte nicht, dass es einstimmig ausgeht", begründete Sabine Weinbeer, warum sie als einzige dagegen war.

Grundsteuer Die Gemeinde Oberaurach erhöht den Hebesatz für die Grundsteuer A und B auf 310 Prozent. Grund dafür ist eine Änderung der Berechnungsgrundlage des Baye rischen Finanzausgleichs.