Politiker werden nicht müde, immer wieder zu betonen, dass Investitionen in Schulen und damit für junge Leute gut angelegt und somit Investitionen in die Zukunft seien. Geht es nach diesem Prinzip, kann man die Kommunalpolitiker im Landkreis Haßberge nur loben und ihnen enormen Weitblick bescheinigen. Denn es fließen Millionen in die Schulen (Sanierungen, Erweiterungen, Erneuerungen) im laufenden und in den kommenden Jahren. Bis 2020/21 rechnet der Landkreis mit einem Investitionsaufwand für Schulen im Landkreis von 65 bis 70 Millionen Euro.

Einstimmigkeit

Dieses Paket, das vor kurzem der Bauausschuss des Kreistages Haßberge intensiv beraten hat, stand im Blickpunkt der Sitzung des Kreistags, der gestern Nachmittag im Landratsamt in Haßfurt tagte. Das Gremium verabschiedete dabei einstimmig den Haushalt 2015 des Landkreises.

Dazu zwei Zahlen, die das Volumen der Aufgaben des Landkreises deutlich machen: Rund 62 Millionen Euro Umsatz bewegt der Landkreis für seine Arbeit (früherer Verwaltungshaushalt), und 17 Millionen Euro investiert er, zum Beispiel in zahlreiche Sanierungen und Erweiterungen von Schulen.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) nannte vor dem Kreistag die Schwerpunkte der Investitionen: Generalsanierung der Eltmanner Wallburg-Realschule (Abschluss 2016), Neubau des Hallenbades Ebern, Sanierung des Sanitärbereichs der Sporthalle in Eltmann, Generalsanierung des Gymnasiums in Ebern, Anbau und Sanierung der Realschule Ebern, Generalsanierung und Teilneubau der Berufsschule in Haßfurt, Sanierung des Hallenbads in Hofheim, Erweiterung des Atemschutzzentrums in Knetzgau und Neubau eines Tierheims in Knetzgau/Zell.

"Allesamt erforderlich"

Die 17 Millionen Euro, die für 2015 dafür geplant sind, reichen natürlich nicht. Mit insgesamt 65 bis 70 Millionen Euro rechnet der Landkreis allein für Schul-Maßnahmen, die laut Landrat "allesamt erforderlich sind".

Das Geld dazu muss erwirtschaftet werden. Dazu gibt es positive Vorzeichen: eine niedrigere Bezirksumlage (Geld, das der Kreis an den Bezirk Unterfranken abgibt), mehr Schlüsselzuweisungen, höhere Kreisumlage (Geld, das der Landkreis von den 26 Städten und Gemeinden im Kreis erhält) und günstige Kreditzinsen. Aber: Es gibt auch negative Entwicklungen: höhere Personalkosten (durch Tarifsteigerungen und eine verstärkte Asylbewerber-Betreuung sowie Mehraufwand im Hochbau) und das Defizit der Haßberg-Kliniken. Das werde, befürchtet der Landrat Wilhelm Schneider, die größte Baustelle in den kommenden Jahren. Der Landkreis müsse gegensteuern und nach Lösungen suchen, um die Kliniken mit den drei Standorten Haßfurt, Ebern und Hofheim auf Dauer sichern und zukunftsfähig machen zu können.

In ihren Reden bestätigten die Sprecher der acht im Landkreis vertretenen Parteien und Gruppierungen den Kurs des Landkreises. Dass damit die Schulden steigen werden, akzeptieren die Kreisräte, auch wenn das niemandem gefällt. Vorgesehen ist, dass die Verbindlichkeiten um über fünf Millionen Euro im Jahr 2015 nach oben gehen. Dann lägen sie Ende des Jahres bei rund 20 Millionen Euro.

Über 30 Millionen

Rechnet man die Verbindlichkeiten der Haßberg-Kliniken, des Abfallwirtschaftsbetriebs sowie des Schulzweckverbands, den der Landkreis zusammen mit der Stadt Haßfurt bildet, hinzu, ergibt sich bis Ende des Jahres ein Schuldenstand von über 30 Millionen Euro. Anders geht es offenbar nicht. "Wir sind uns über die Notwendigkeit der Sanierungen, die vor allem in den Schulbereich gehen, einig", sagte der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Günther Geiling.

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Kommentar
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