Mit dem Neubau der Mensa am Schulzentrum, einem eventuellen Nahwärmenetz am Marktplatz und einem Malheur beim Kanalbau in Roßstadt befasste sich der Bauausschuss des Stadtrats Eltmann in seiner Sitzung am Donnerstag.

In der Mensa wird derzeit der Bodenbelag aufgebracht, während im Küchen- und Thekenbereich die Reinigungsarbeiten laufen. Der Bauausschuss hatte einige abgeschlossene Gewerke abzunehmen. Vor allem die Fliesenarbeiten stießen auf Kritik; die Unregelmäßigkeiten dürften jedoch innerhalb der erlaubten Toleranzen liegen. Am 31. Oktober soll der Boden fertig verlegt sein, dann kann der Bauhof nach den Ferien die Möblierung aufstellen. Bevor das erste Essen ausgegeben wird, sollen alle Mängel behoben sein. "Ich möchte nicht, dass hier die Kinder schon drin sind und nochmal ein Handwerker anfängt, etwas auszubessern", sagte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU). Dieser Auffassung waren auch die Ausschuss-Mitglieder.

Pflaster ausgesucht


In Limbach erwartete den Ausschuss eine bereits erfreulich fortgeschrittene Baustelle zur Erschließung des neuen Baugebiets "Sandwühl", sodass bereits der Pflasterbelag für die Gehsteige und die Parkplätze ausgewählt werden konnte. In der Farbgebung entschied sich der Bauausschuss für das Pflaster, das auch in Weisbrunn verlegt wurde; vom Format werden die Steine etwas kleiner, weil die Flächen auch schmaler sind.

In Lembach informierte Bürgermeister Michael Ziegler über das Angebot des Energieversorgers Eon, die alte Trafostation in städtisches Eigentum zu überführen. Weil nicht mehr benötigt, würde die Eon das Türmchen abbrechen, der Lembacher Vogelschutzverein jedoch würde es gern zum Vogelhotel umnutzen, wie es beispielsweise in Wohnau gemacht wurde.

Kanal erneuert


Weniger gute Nachrichten hatte Ingenieur Günther Hermsen in Roßstadt für die Räte. Hier wird in der gesamten Ortsdurchfahrt der Kanal erneuert. Im Zuge der Arbeiten hat eine alte Bachverrohrung ihre Bedeutung verloren. Sie sollte mit Beton verfüllt werden. Als die ausführenden Arbeiter merkten, dass zuviel Beton in die alte Leitung läuft, war das Malheur bereits passiert: Die Bachverrohrung hatte einen Anschluss an ein Stück Kanal, die in keinem Plan aufgeführt und auch bei der Kamerabefahrung nicht identifiziert worden war. Der Beton floss in diesen Abzweig und legte bei einigen Anliegern die Abwasserentsorgung lahm.

Der Schaden der Anwohner wird von der Versicherung der Baufirma übernommen, die Stadt wird allerdings dieses Stück Kanal kurzfristig erneuern müssen. Eigentlich war das erst in einigen Jahren vorgesehen, wenn dann auch in dem Bereich von Kirche und Gemeinschaftshaus die Dorferneuerung umgesetzt werden soll. Mindestens 119.000 Euro Mehrausgaben bedeutet das für den städtischen Haushalt in Eltmann.

Neues Energiekonzept?


Energie sparen möchte die Stadt in den städtischen Gebäuden rund um den Marktplatz. Deshalb wurde Herbert Haus als Fachmann beauftragt, Stadthalle, Rathaus, Ritz (Regionales Informations- und Touristikzentrum) und das ehemalige Notariat (Marktplatz 9) zu untersuchen. Er stellte fest, dass die Heizungsanlagen zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, lediglich das Ritz hat bereits einen Brennwertkessel. Es sei also eine gute Zeit, über eine eventuelle Umstellung der Heizung nachzudenken, sagte der Experte. Er empfahl den Umstieg auf Kraft-Wärme-Kopplung, wie sie in Blockheizkraftwerken stattfindet. Gleichzeitig mit der Wärme für Heizung und Brauchwasser entsteht Strom.

Zwei Möglichkeiten gebe es: je ein kleines Blockheizkraftwerk in Rathaus und Stadthalle oder eine zentrale Lösung mit einem größeren Blockheizkraftwerk in der Stadthalle und einem kleinen Nachwärmenetz zu den anderen Gebäuden. Die Ersparnis mit Blockheizkraftwerk bezifferte Haus auf 33 Prozent. 75.000 Euro würde es kosten, Rathaus und Stadthalle einzeln umzurüsten, 179.000 Euro die große Lösung inklusive der Verlegung der Nahwärmeleitung. Da zahlreiche Folgekosten eingespart werden, wenn nur eine Anlage betrieben und gewartet werden muss, amortisiert sich auch die große Lösung nach zehn, spätestens zwölf Jahren.

Alternativen


Haus zeigte weitere Möglichkeiten auf, wie eventuell schon in einem ersten Schritt Energie eingespart werden kann, etwa durch effizientere Pumpen und den Austausch veralteter und teils defekter Regelventile.

Alle Stadtratsfraktionen erhalten jetzt das detaillierte Gutachten, um sich mit den Zahlen auseinandersetzen zu können. Im Zuge der Haushaltsberatungen für 2013 soll dann entschieden werden, ob und wie die Vorschläge umgesetzt werden.