Die Pressemitteilung von Schneider ging am Mittwochnachmittag raus, erst am Dienstag hatte der Kreisausschuss des Kreistags Haßberge die Empfehlung an den Kreistag ausgesprochen, das Rücktrittsgesuch von Siegmund Kerker (Theres) anzunehmen.

Im Vorfeld der Sitzung hatte es im Hintergrund bereits rumort. Denn die CSU wollte als neuen Stellvertreter des Landrats den Maroldsweisacher Bürgermeister und Landratskandidaten Wilhelm Schneider auf diesem Posten sehen. Etwa ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen hätte sich dieser - so lautete die Kritik der anderen Kreistagsparteien - unzulässig ins rechte Licht rücken können, was er selbst als "Vorzug, aber eher zweitrangigen Nebeneffekt" eingeräumt hatte, wenn er als Kandidat aus dem Norden auch im Maintal und im Steigerwald Aufmerksamkeit erlangen könne.

Um die Nachfolge des Landrats Rudolf Handwerker, der im kommenden Frühjahr 70 Jahre wird und deswegen nicht mehr antreten kann, bewerben sich sechs Kandidaten: für die CSU Wilhelm Schneider, für die SPD Bernhard Ruß (Bürgermeister in Sand), für die Grünen die Krankenschwester Rita Stäblein (Eltmann), für die Freien Wähler die Riedbacher Bürgermeisterin Birgit Bayer, für die ÖDP der Schulleiter Klemens Albert, und für die Linken die Gewerkschafterin Sabine Schmidt aus Sand.

Wilhelm Schneider unterstreicht in seiner Presseerklärung, dass auch für ihn der Rücktritt von Siegmund Kerker als stellvertretender Landrat aus gesundheitlichen Gründen überraschend gekommen sei.

Schneider: "Ich bin von vielen Bürgerinnen und Bürgern, als auch von den Mitgliedern der CSU-Kreistagsfraktion, aber auch von Kreisräten anderer Fraktionen aufgefordert worden, mich um dieses Amt zu bewerben. Dazu hatte ich auch meine Bereitschaft erklärt."

Er fährt fort: "Da mir die Einigkeit und das gute Miteinander mit den anderen Kreistagsfraktionen sehr wichtig ist und ich die zukünftige Arbeit nicht mit einer strittigen Abstimmung bei der Nachbesetzung des stellvertretenden Landrates belasten möchte, werde ich mich in der Kreistagssitzung am 4. November nun nicht um das Amt bewerben. Ich werde stattdessen den bisherigen Fraktionsvorsitzenden und langjährigen Bürgermeister und Kreisrat Günther Geiling für das Amt des stellvertretenden Landrates dem Kreistag vorschlagen. Dabei hoffe ich auf die Unterstützung der anderen Kreistagsfraktionen."