Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung in dieser Woche den Auftrag (in seinem nichtöffentlichen Teil) an eine Firma in Dortmund vergeben. Das Gremium hat laut Ruß bei der Vergabe sowohl die sportlichen als auch die bautechnischen Belange berücksichtigt und gegenüber der Ausschreibung die Größe des Platzes erweitert sowie aus bautechnischen Gründen den Einbau einer Asphalttragschicht befürwortet. Die Mehrkosten belaufen sich dafür auf jeweils 45 000 Euro, so dass der neue Kunstrasenplatz, der die Maße 95 mal 61,5 Meter aufweist, mit Baukosten von 509 000 Euro und Baunebenkosten von 80 000 Euro in Auftrag gegeben wurde. Baubeginn ist am 1. Juli dieses Jahres. Die Gemeinde erhält einen Zuschuss aus einem europäischen Förderprogramm (Leader) in Höhe von 147 000 Euro.

Sicherheitsgründe führt die Gemeinde dafür an, dass doch eine Asphalttragschicht zwischen Schotteruntergrund und Rasenfläche einzubauen ist. Die Asphalttragschicht wird für notwendig erachtet, weil der Platz im Überschwemmungsgebiet des Mains liegt. Bei einem Anstieg des Grundwassers wird ein Druck auf den Unterbau von unten nach oben ausgeübt. Steigt das Grundwasser bis in die Schotterschicht unter dem Kunstrasenbelag und geht wieder zurück, so kann dies zu Aufschwemmungen des Kunstrasenplatzes und zu Setzungen führen. Aufschwemmungen und Setzungen im Kunstrasenplatz können nur aufwändig wieder ausgebessert werden. Die Asphaltschicht gibt für diese Fälle zusätzliche Stabilität.

Zudem sorgt die Asphalttragschicht bei der Demontage der Elastiktragschicht, die etwa jedes zweite Mal erforderlich wird, wenn die Kunstrasenoberfläche erneuert wird, dafür, dass diese Elastikschicht ohne größeren Aufwand abgenommen und sortenrein entsorgt werden kann. Außerdem müsste die Schotteroberfläche neu ausgebildet werden. "Allein schon aus diesem Grund amortisieren sich die Mehrkosten", betont der Bürgermeister.
Außerdem soll die Spielfläche gegenüber der ursprünglichen Planung vergrößert werden. Die ausgeschriebene Länge von 90 Meter stellt das unterste Maß der vom Deutschen Fußballbund zugelassenen Spielfeldlänge dar. Ein größerer Platz ist besser zu bespielen.

Das neue Kunstrasenspielfeld ist im Eigentum der Gemeinde Sand. Jeder, der das Spielfeld nutzt, also auch der 1. FC Sand, muss dies bei der Gemeinde anmelden und einen Betrag dafür entrichten. Bei vergleichbaren Plätzen in Bamberg beträgt die Nutzungsgebühr (inklusive der Umkleideräume und Duschen) 90 Euro je Spiel oder Übungseinheit. Das Spielfeld steht auch auswärtigen Vereinen zur Nutzung zur Verfügung. Insbesondere in der Vorbereitungszeit nach der Winterpause, wenn die Rasenplätze sich in der Auftauphase befinden, sind Kunstrasenplätze für Vorbereitungsspiele gefragt. Es wird erwartet, dass die Kosten für den Unterhalt des Platzes durch die Einnahmen gedeckt werden. Finanziell sieht sich die Maintal-Gemeinde in der Lage, das Projekt zu realisieren, heißt es weiter.