Nach Recherchen der verstorbenen Ehrenbürgerin Johanna Rippstein, die sie in der Dorfchronik festhielt, wurde Sand im Jahre 1139 erstmals urkundlich erwähnt. 2014 kann die Winzer- und Korbmachergemeinde somit ihr 875. Jubiläum feiern. Die offizielle Feierstunde dazu fand in der Sport- und Kulturhalle der Gemeinde statt.

"Von Sandern für Sander" lautete das Motto für den Festabend zum 875-jährigen Jubiläums der Gemeinde Sand am Main. Der größte Teil der Veranstaltung wurde von Sandern bestritten. Das über 50 Musiker starke Blasorchester war für die musikalische Umrahmung zuständig. Darüber hinaus trug der gemischte Chor des Gesangvereins 1900 mit mehreren Liedbeiträgen zum Gelingen des Festabends bei. Für das leibliche Wohl der Besucher war der Obst- und Gartenbauverein zuständig.

Zum Jubiläumsabend konnte Bürgermeister Bernhard Ruß eine ganze Reihe von Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung begrüßen. Nicht zuletzt galt der Willkommensgruß von Bürgermeister Bernhard Ruß den Sandern selbst, indem er feststellte: "Der heutige Festabend ist für euch. Ihr seid es, die die Dorfgemeinschaft mittragen. Nur deshalb steht unsere Gemeinde gut da. Wir Sander können alle stolz darauf sein, was wir in den rückliegenden Jahren geleistet haben."

Einziger Festredner war Landrat Rudolf Handwerker, der gleich zu Beginn seiner Laudatio festhielt: "875 Jahre Sand - das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Und wie es sich für Sander gehört, gibt es nicht nur ein großes Fest, sondern eine ganzjährige Geburtstagssause. Das ganze Dorf ist im Jubiläumsfieber. Damit demonstrieren die Sander Heimatverbundenheit. Ihr großes Engagement für die eigene Gemeinde zeugt von einem guten Miteinander."

Im weiteren Verlauf seiner Rede ging Landrat Rudolf Handwerker auf die Geschichte der Gemeinde Sand ein, die 1139 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Funde würden jedoch darauf hindeuten, dass Sand bereits viel früher besiedelt war. Der Name Sand geht wahrscheinlich auf dem Abbau von Schilfsandstein in den Sander Steinbrüchen zurück, der vielfältige Verwendung fand. Schleifsteine aus Sander Schilfsandstein wurden zum Beispiel nach Indien, Ägypten, Rußland und Kuba verschickt.

Als um das Jahr 1750 ein gewisser Ullrich aus Tirol die Korbmacherei nach Sand brachte, hielt dieses Handwerk Einzug in fast jedes Haus und wurde zu einem Garant für einen gehobenen Wohlstand. Die Korb-"Raser" machten Sand in ganz Deutschland bekannt. "Schon damals hieß es in Sand: "Gald itt doa", so Landrat Handwerker.
Nachdem die Korbmacherei zurückging und mehr dem Korbhandel wich, wurde der Weinanbau zu einem weiteren Erwerbszweig in der Gemeinde.

Wie der Festredner ausführte, reifen in den Kellern der Sander Winzer herrliche Weine, die national und international hohe Anerkennung bei Wettbewerben und Prämierungen erhalten. "Die Vielfalt der Sander Weine macht es so reizvoll, die guten Tropfen vor Ort in einer der Sander Heckenwirtschaften, bei den Hofschoppenfesten oder beim großen Altmain-Weinfest in Sand zu genießen", so Landrat Handwerker. "Es ist landauf, landab bekannt, dass die Sander ein besonders lustiges und feierfreudiges Völkchen sind. Das macht ihnen so schnell niemand nach".

Mit weiteren Episoden aus der Sander Ortschronik würzte Landrat Rudolf Handwerker seine Festrede, um abschließend festzustellen: "Die Sander haben allen Grund, mit Stolz auf ihre 875-jährige Geschichte zurückzublicken. Aber auch allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Eine hervorragende Infrastruktur sowie vielfältige kulturelle, sportliche, kirchliche und wirtschaftliche Angebote machen das Dorf zu einem attraktiven Lebensraum für Jung und Alt. Mit einer so starken Gemeinschaft wird Sand auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte meistern und den Menschen immer eine gute und liebenswerte Heimat sein".

Mit mehreren humorvollen Mundartgedichten seines verstorbenen Bruders Franz wie z. B. "Aufn Säulesmarkt", "der Krämerloan" oder "Der Öpfelmoost" aus dem gleichnamigen Büchlein brachte Hugo Ackermann im Lauf des Abends die Besucher immer wieder zum Schmunzeln. Sehr viel Beifall erhielt auch der gemischte Chor des Gesangsvereins 1900 für seine gekonnten Liedbeiträge und das Blasorchester für seine Musikbeiträge, darunter auch einen Choral, den der verstorbene Sander Ehrenbürger Kilian Höhn komponierte.

Bei einer von Bürgermeister Bernhard Ruß kommentierten Bilder-Show wurden den Festbesucher nochmals die wichtigsten Ereignisse in der Gemeinde Sand in den letzten 25 Jahren von der 850-Jahrfeier im Jahre 1989 bis heute in Erinnerung gerufen. Zu sehen war unter anderem, wie sich das Ortsbild durch verschiedene Baumaßnahmen wie Kirchplatz- und Steigerwaldstraße-Sanierung, Kindergartenneubau, Ausweisung von Baugebieten und vielem mehr veränderte.

Gedacht wurde auch der verstorbenen Ehrenbürger, Bürgermeister und Gemeinderäte der Gemeinde Sand. Abschließend stellte Bürgermeister Bernhard Ruß fest: "Im Maintal zwischen den Haßbergen und dem Steigerwald daheim, ist Sand eine lebens- und liebenswerte Gemeinde zwischen Tradition und Moderne. Da alle Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen, können wir einer guten Zukunft entgegen sehen".

Ein letzter Höhepunkt beim Festabend zum 875. Jubiläum der Gemeinde Sand war der Auftritt der Theatergruppe, die in einem Sketch einen Besuch in einer der Sander Heckenwirtschaften glossierte. Die vom "Wirt" Leo Schnapp immer wieder unterbrochene Unterhaltung von Edeltraud Schnapp, Karin Wicht, Karin Wagner, Rainer Mahr, Klaus Ullrich, Ralf Wagner und Claudia Förtsch gipfelte in der Erkenntnis, dass nicht nur "die Bamberger", sondern auch "die Schweinfurter" gerne in Sander Heckenwirtschaften die guten Weine und Brotzeiten verköstigen.