Die Memmelsdorfer sind eine lustige und verschworene Dorfgemeinschaft. Für sie macht es keinen Unterschied, ob die Leute nun ihre Stimme bei einer Partei oder im Chor einsetzen. Entsprechend einträchtig und ausgelassen ging es beim gemeinsamen Faschingsabend von SPD-Ortsverein und Gesangverein zu. Nur die lokalen Spitzen vermissten die Zuschauer bei all den Büttenvorträgen und mehr oder weniger bekannten Pointen ein wenig. Doch diese Scharte lässt sich ja noch beim Faschingszug auswetzen.
Selbst Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) ließ seine Geburtstagsfeier sausen und lauschte den Büttenreden. Michael Dieckmann, Vorsitzender des Gesangvereins Liederkranz, übernahm die Moderation und glänzte auch bei seiner Büttenrede.

Im Abseits


Die Weltmeisterschaft im Frauenfußball nahm Angelika Kremer aufs Korn und kritisierte die Schiedsrichter, die "Abseits" und "Vorteil" nicht auseinander halten könnten. Den verstrahlten Wanderpokal der Japanerinnen wolle keiner mehr. "Auswärts spielt man besser als dehemm" ist auch eine Memmelsdorfer Frauenfußballweisheit.
Als Jungstars starteten Caroline Schulz und Linda Toni. Mit "Otto und Emma im Theater" und "Ich bestelle Pizza" legten sie gekonnt zwei Sketche hin. Gerd Buchmann stellte sich außer mit strahlender Tenorstimme auch als "Professor der Lochologie" vor. Seine These lautete "Ein Loch ist nichts mit Drumherum". Manche Dinge funktionierten nur, wenn sie mit Löchern versehen sind (Schlüsselloch). Ohne Löcher hätte es beispielsweise den Maschendrahtzaun nicht gegeben. Mehr philosophisch war die Frage: "Wenn man Löcher schließen kann, wo sind sie dann?" Buchmann endete mit: "Ein Loch kann man nicht kaufen, aber wie ein Loch saufen."
Keine Probleme mit ihrer Figur hat die gertenschlanke Sabine Dieckmann. Ihr Geheimnis: Jogging anstatt Schokoladeneis. Außerdem rocke sie beim Gesangverein ab. Um Integration von Ausländern bemühen sich die Memmelsdorfer Narren.

Rösler-Airport?


Als überqualifizierter arbeitsloser indischer Künstler musste Michael Dieckmann den Piloten überzeugen, dass der Röslerparkplatz nicht der Nürnberger Flughafen sei. Als türkischer Fitnesstrainer für die Seniorenresidenz Gleusdorf zeigte Ali (Manfred Michel), was er sonst noch drauf hatte:. 7500 angeblich verlorene iPhones - kein Problem.
Das lustige Finale bestritten die "Leuchten" - eine Melange aus Gesangverein und SPD-Ortsverein mit Anklängen an die Mainzer Hofsänger - jedenfalls war es lustig. Mit dazu beigetragen hat der "Altensteiner Bergexpress" (Marcus Schneider) als gewiefter Alleinunterhalter.