Die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) kann in gut drei Wochen auf ihr 150-jähriges Bestehen zurückblicken. Fast zeitgleich mit diesem herausragenden Ereignis steht in Ditterswind eine doppelte Geburtstagsfeier an: Der SPD-Ortsverein feierte am Sonntagnachmittag sein 90-jähriges Gründungsfest und das der 50-jährigen Wiedergründung.

Vorsitzende Elisabeth Endreß umriss in der alten Schule den wechselvollen Verlauf der Geschichte des SPD-Ortsvereins. Ihr besonderes Willkommen galt dem einzig noch lebenden und bei der Feier anwesenden Gründungsmitglied Ferdinand Seitz; er gehört zu jenem Kreis, die am 12. Mai 1963 die Wiedergründung des Ortsvereins in die Wege leiteten.

Die Vorsitzende erinnerte an die ersten Ditterswinder SPD-Bürgermeister Julius bzw. Karl Gagel und vergaß auch jene nicht, die im derzeitigen Gemeinderat mit Sitz und Stimme vertreten sind. "Schon immer lag den Mandatsträgern vorrangig das Gemeinwohl am Herzen und nicht der eigene Nutzen", so Endreß wörtlich. Deshalb, so fuhr sie fort, brauche das Land eine Politik, die sich wieder an Prinzipien und Werten orientiert und bei der Reden und Handeln zusammen passen.

Endreß hofft auf den Wechsel

"Eine bessere Gemeinde kommt nicht von allein," mahnte sie in Anlehnung an einen Slogan des 150. SPD-Jubiläums: "Lasst uns deshalb gemeinsam anpacken, dass sie wieder besser und gerechter wird, indem der ländliche Raum durch eine bessere Politik der Landes- und Bundesregierung nachhaltig gestärkt wird."

Unabhängig voneinander warfen bei den Grußworten die Redner, Unterbezirksvorsitzender Jürgen Hennemann, stellvertretender Kreisvorsitzender Helmut Dietz, Landtagskandidat Matthias Kihn, Bezirksrat und stellvertretender Landrat Bernhard Ruß sowie die stellvertretende SPD-Bezirksvorsitzende Kathi Petersen ihre Blicke zurück in die Geschichte der Sozialdemokratie im Land und im Dorf. Matthias Kihn stellte die Erfolge der SPD heraus und zählte jene politischen Ungerechtigkeiten auf, die im CSU-regierten Bayern seiner Meinung nach vor allem den ländlichen Raum und dessen Bevölkerung treffen. Bernhard Ruß setzte einen bildungspolitischen Schwerpunkt und ging speziell auf das Kindergartengesetz ein. Jürgen Hennemann stellte das immer währende Streben der SPD nach Freiheit, Frieden und sozialer Gerechtigkeit in den Mittelpunkt, und Helmut Dietz beschwor in mitreißenden Worten den politischen Wechsel.Glückwünsche des SPD-Ortsvereins Maroldsweisach überbrachte Werner Thein.

Ehrungen

Eine Ehrung für über 25 Jahre treue Mitgliedschaft erfuhren neben der Vorsitzenden Elisabeth Endreß, Klaus Weinstein, Walter Appelmann und Thomas Menzel, der den Weg von Düsseldorf in seine alte Heimat nicht gescheut hatte.

Über 40 Jahre halten Dieter Bauer, Werner Hanel und Walter Hufnagel der SPD die Treue. Im Jahr der Wiedergründung stieß Ludwig Gagel zum Ditterswinder Ortsverein und gehört nun 50 Jahre dazu. Schließlich wird Julius Hellmuth 55 Jahre als treues Parteimitglied geführt und für seine langjährige Zugehörigkeit geehrt.
Eine besondere Auszeichnung erfuhr das älteste Mitglied im SPD-Ortsverein Karl Gagel; er wurde unter dem Beifall der Anwesenden im Anbetracht seiner Verdienste um die Partei zum Ehrenmitglied ernannt.