"Wir finden es wichtig, dass unsere Schüler mit russischen Wurzeln sich auch mit der Muttersprache ihrer Eltern und Großeltern und deren Herkunft auseinandersetzen", das erklärte die Leiterin der Mittelschule Haßfurt, Susanne Vodde. Im Begegnungsprojekt "Gäste aus Kursk" kümmern sich diese Schüler um junge Besucher aus der Ukraine im Jugendtreff "Dragon" in Haßfurt. Zum vierten Mal waren Kinder und Jugendliche aus einem Jugendheim in Kursk zu Gast in Haßfurt.

Zwei Wochen Ferien ermöglicht die Stadt Hildburghausen jedes Jahr einer Gruppe von Heimkindern aus der russischen Stadt Kursk, die 500 Kilometer von Moskau nahe der ukrainischen Grenze liegt. Die meisten der 20 Kinder seien zwar keine Waisen, "aber aus schwierigen familiären Verhältnissen", so Betreuerin Irina, die mit zwei Sozialpädagoginnen die russische Gruppe betreut.


Zwei Ferientage in Haßfurt gehören dazu

Seit vier Jahren finden zwei der Ferientage in Haßfurt statt in einer Kooperation der Jugendsozialarbeit (Jas) an der Mittelschule Haßfurt und dem Jugendtreff "Dragon". Nora Pfeil von der Jas und Gerhard Kastner vom Jugendtreff haben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Mit den deutschen Schülern von der Mittelschule Haßfurt, auch aus Zeil und Knetzgau, wurde gekocht und gebruncht, gekegelt und gegrillt.

Die Turnhalle wurde zum Nachtlager, nach dem Frühstück ging es auf Stadtrallye. "Freizeit im Jugendzentrum" stand auf dem Plan, als Bürgermeister Günther Werner, Rektorin Vodde und der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Haßberge (BRK), Dieter Greger, vorbeischauten. Bei Billard, Kicker und Basketball waren alle Kinder und Jugendlichen eifrig beschäftigt, deutsche Schüler fungierten als Übersetzer.


Es ist gut, russisch zu können

"Es ist für unsere Schüler wichtig, dass sie auch mal merken, dass es gut ist, auch Russisch zu können. Außerdem ist dieser Besuch für viele hier Geborene ein guter Anlass, sich einmal mit der Familiengeschichte auseinander zu setzen", erklärte dazu Susanne Vodde. Dem BRK liege die internationale Begegnung sehr am Herzen, bekräftigte Dieter Greger.

Das BRK ist sowohl Träger der Jugendsozialarbeit an Schulen, als auch der Migrationsberatung. Günther Werner als Bürgermeister hatte Erinnerungsgeschenke an Haßfurt dabei und freute sich, dass seine Stadt etwas dazu beitragen konnte, den Gästen aus Kursk zwei Ferientage zu bescheren. Von den Betreuerinnen aus Kursk erfuhren die drei, dass in Rußland nach wie vor Englisch erste Fremdsprache an den Schulen sei. Es gebe aber Bestrebungen des Bildungsministeriums, Deutsch als Fremdsprache zu stärken.