Noch verhüllt stand das Bildnis von Altbürgermeister Robert Herrmann neben der Bühne, als Erster Bürgermeister Jürgen Hennemann seine umfassenden Laudatio auf Robert Herrmann begann: "Anerkennend darf ich sagen, sie haben die Stadt Ebern in ihrer Funktion entscheidend geprägt." Besonders am Herzen habe ihm hierbei die Verbesserung der städtischen Infrastruktur und Baumaßnahmen aller Art gelegen. "Es war schon eine kleine Überraschung als sie als Newcomer, der vorher nicht in der Kommunalpolitik war, in Ebern zum Bürgermeister gewählt wurden", sagte Jürgen Hennemann.

Er zählte eine Vielzahl von Projekten auf, die unter Robert Herrmann als Bürgermeister der Stadt Ebern angepackt, auf den Weg gebracht und abgeschlossen wurden. "Sie haben auch selbst zum Zeichenstift gegriffen und Entwürfe für Baumaßnahmen der Stadt Ebern erstellt und so der Stadt auch Planungskosten erspart", so Hennemann. Als Beispiel nannte er den Anbau des Feuerwehrgerätehauses.

Vor allem das "Mammutprojekt" der Konversion des ehemaligen Bundeswehrgeländes habe Robert Herrmann trotz Gegenwind und Rückschläge auf den Weg gebracht mit dem Ergebnis, dass heute in diesem Areal wieder Leben eingekehrt ist. "Dieser Kraftakt den sie gestemmt haben, hat sich für die Zukunft unserer Stadt gelohnt, wie wir alle erleben dürfen. Gewerbe- Gast- und Pensionsbetriebe sind hier zu finden."

Durch die Ansiedlung der BRK-Rettungswache, der Caritas Pflegestation und der AWO, sei ein "Sozialzentrum" entstanden. Letztlich habe Herrmann noch dafür gesorgt, dass in einem Gebäude eine Asylbewerberunterkunft betrieben wird. Hier schweifte Bürgermeister Hennemann etwas ab, indem er sich bei allen Unterstützern, die sich um die Flüchtlinge kümmern, bedankte. "Damit präsentiert sich Ebern als weltoffene und hilfsbereite Stadt, darauf bin ich stolz, darauf können wir alle stolz sein."

Unter Robert Herrmann als Erster Bürgermeister konnte der Bau der Kläranlage abgeschlossen werden und alle Stadtteile mit funktionsfähigen Entwässerungsanlagen ausgestattet werden. Städtebauförderung und Dorferneuerungen sorgten in einigen Ortsteilen der Stadt für ein schöneres Ortsbild.

Verteilerspange, Verkehrsberuhigte Zone in der Kernstadt, Schaffung von zentralen Parkplätzen, Verlegung des Bahnhaltepunktes, Altstadtbelebung habe zu einer besseren Situation für Ebern geführt. "Nicht vergessen dürfen wir die Schaffung von Gewerbegebieten und die Ansiedlung der Firmen FTE in Fischbach und Uniwell in Eyrichshof, was den Verlust von Arbeitsplätzen durch Abzug der Bundeswehr aufgefangen hat", lobte Hennemann seinen Vorgänger im Amt.

Ein weiterer Schwerpunkt von Hermanns Amtsführung lag im Kindergarten- und Kinderkrippenbereich, auch habe Herrmann dafür gesorgt, dass Ebern eine "Schulstadt" ist und sich immer für Verbesserungen auf dem Bildungssektor stark gemacht. Um das alles erreichen zu können, sei Herrmann an vielen Stellen in verantwortlichen Positionen tätig gewesen. "Die Liste ihrer geleisteten Arbeit könnte man noch lange fortführen, sie würde allerdings den Rahmen des Abends sprengen", sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann. Er verlieh ihm die Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister" und drückte damit die Wertschätzung und Anerkennung der Stadt aus.

Im Anschluss trug sich Robert Herrmann in das Goldene Buch der Stadt Ebern ein. Vor den Augen des gespannt blickenden "Altbürgermeisters" und im Beisein von Sabine Pascher die das Bild gemalt hat, enthüllte Bürgermeister Jürgen Hennemann das Bildnis des Geehrten. Dieser bedankte sich für die lobenden Worte. Herrmann sagte, dass er immer nachhaltig gearbeitet, sich gerne zusammen mit dem Stadtrat für das Gemeinwesen eingesetzt habe und Dinge nach seiner Überzeugung durchsetzte. "Die Ehrung nehme ich gerne an, aber das man mich nun gleich im Rathaus aufhängt ...", fügte er verschmitzt im Hinblick auf das Gemälde hinzu, welches in der "Bürgermeistergalerie" im Rathaus einen Platz finden wird.

Den Festvortrag beim Ehrenabend hielt Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. Dessen Rede stand ganz im Zeichen des Ehrenamtes. "In Bayern ist ehrenamtliches Engagement Ehrensache", zitierte Dotzel Ministerpräsident Horst Seehofer. Allerdings verwies der Bezirkstagspräsident darauf, dass eine Pilotstudie von einer sinkenden Zahl ehrenamtlich engagierter Mitarbeiter spreche.

"Die heutige Veranstaltung der Stadt Ebern gibt Anlass zur Hoffnung, dass es doch nicht so weit kommt", sagte Erwin Dotzel. Menschen und ihr Ehrenamt würden Bayern zu dem machen was es ist: "Lebens- und Liebenswert."

Eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement wäre ein radikaler Bruch mit der gesamten europäischen Tradition. Wohl im Blick auf die zu Ehrenden durch die Stadt Ebern, die sich viele Jahre lang kommunalpolitisch engagieren, sagte Dotzel: "Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger." Der Bezirk Unterfranken unterstütze ehrenamtliche Tätigkeit nach Kräften, weil es ohne das Ehrenamt ungezählte wichtige Initiativen nicht gäbe. Das gelte zum Beispiel für die Brauchtumspflege, für Kultur, Volksmusik und Mundartpflege. Das Blasorchester Ebern umrahmte die Feierstunde musikalisch.