Traumhaft, wunderschön - die siebenköpfige Radlergruppe schwärmt in den höchsten Tönen vom Rennweg. Am Freitag waren die sieben Freunde aus Baunach (Kreis Bamberg) und Lind (Gemeinde Rentweinsdorf, Kreis Haßberge) auf dem Weg mit ihren Fahrrädern unterwegs. Nicht zum ersten Mal, und sie waren erneut begeistert von ihrer Hausstrecke. Über 700 Höhenmeter hatten sie auf dem Rennweg und anderen Radwegen am Freitag bereits absolviert, als sie unser Reporter auf der Schotterpiste zwischen Edelbrunn und Lußberg (Gemeinde Breitbrunn) traf.

Von der offiziellen Eröffnung des Rennwegs als Fahrradtrasse in Königsberg am gleichen Tag hatten sie gehört, aber daran nicht teilgenommen. Edgar und Irmgard Steger, Fritz und Marianne Schnös, Armin Duske (alle Baunach) sowie Annette und Heinz Haubner (beide Lind) befuhren lieber den Weg.

Mal auf feinem Schotter, mal auf grobem Schotter, gut lässt sich der Weg befahren, lautet ihre Einschätzung. Und natürlich kommt es auch darauf an, welches Rad man fährt und vor allem welche Reifen man hat. Je breiter desto besser.

Und wo ist der schönste Abschnitt? Zwischen Appendorf und Stettfeld, ruft einer aus der Gruppe. Dort ist der Rennweg weitgehend naturbelassen.

63 Kilometer

Natur - das ist ein gutes Stichwort für den Rennweg. Die hat der Weg in Hülle und Fülle zu bieten. Fast kein Ort liegt direkt an der Strecke. Sie führt auf dem Kamm der Haßberge 63 Kilometer von Dörfleins im Kreis Bamberg quer durch den Landkreis Haßberge bis nach Sulzfeld im Landkreis Rhön-Grabfeld. Der Rennweg ist eine historische Trasse. Hier jagten zur Zeit Karls des Großen vor 1200 Jahren und später Kuriere und Eilboten zu Pferde oder zu Fuß über die Rennwege, um ihre meist geheimen und wichtigen Botschaften zu überbringen. 220 solcher Rennwege haben Historischer auf dem Gebiet des heutigen Deutschland gezählt.

Heute geht es weniger ums Tempo, als vielmehr darum, die Natur, die schönen Orte, die Burgen und Schlösser sowie die Fachwerkorte neben der Strecke zu besuchen. Damit das vom Rennweg aus für Radfahrer gut möglich ist, wurde die Trasse fahrradtouristisch aufgewertet. 44 000 Euro hat das Projekt gekostet, das sich die drei Landkreise Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bamberg teilen. Eigentlich sind es nur 22 000 Euro, denn die Hälfte der Mittel kommt aus dem Leader-Topf. Leader ist ein Förderprogramm der Europäischen Union (EU).

Die schöne fränkische Heimat "ist um eine Attraktion reicher" freute sich Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der offiziellen Eröffnung des Rennweg-Radweges am Freitag auf der Burg in Königsberg. "Unsere Region hat mit den geheimnisvollen Burgen und den prächtigen Schlossanlagen, mit historischen Fachwerkorten und der einzigartigen Naturkulisse nun wahrlich viel zu bieten", pries er die Vorzüge des Rennweges an.

Viele Teilnehmer der Feier auf dem Burgareal waren mit dem Fahrrad gekommen. Von Dörfleins bei Bamberg war eine Gruppe nach Königsberg geradelt genauso wie von Sulzfeld. Diese Gruppe führte der dortige Bürgermeister Jürgen Heusinger an. Er ist ebenso wie viele andere Radler und die Freundesgruppe aus Baunach und Lind vom Rennweg begeistert. Die Route, so sagte er, "lässt sich tadellos fahren".