Mit kritischem Blick hinsichtlich der Arbeit im Gemeinderat blickten Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) und einige Referenten bei der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr zurück. Nowak forderte von den Gemeinderäten eine aufmerksamere Zusammenarbeit. "Manche kritisieren eine zu langsame Vorgehensweise meiner Person. Tatsächlich bin ich in vielen Dingen nicht untätig, sondern es fehlen oft noch Bausteine dazu, um es anzugehen. Weniger Projekte, die aber zu erledigen, wäre mehr wert", sagte er.


"Das dient dem Bürger nicht"

Blinder Aktionismus oder Anrufe bei übergeordneten Stellen außerhalb der gemeinsamen Zusammenarbeit dienten dem Bürger nicht. Nowak setzte noch eins drauf: "Auch dient es dem Bürger nicht, wenn diese gesammelten Informationen gegen den Vorsitzenden in vierwöchigem Abstand frech am Ratstisch präsentiert werden." Das seien "wohlgemerkt Randerscheinungen", zeigte sich Nowak zum Schluss wieder versöhnlich.
Der Referent für Heimat und Senioren, Hermann Martin, mahnte: "Wir wissen, dass es das Ziel und der Wunsch unserer Alten ist, solange wie möglich zu Hause zu wohnen. Aber was dann? Leider haben wir keine Senioreneinrichtungen, die Pflege und Betreuung vor Ort anbieten." Erst mal müssten die Wege und Gehsteige für die Nutzung von Rollatoren und Rollstühlen hergerichtet werden. Martin: "Hier krankt es an einigen Stellen gewaltig." Martin stellte den Antrag, die vorhandene Toilette im Pfarrweisacher Friedhof instandzusetzen und für Besucher zu öffnen. Das wäre ein erster und billiger Schritt, Senioren entgegenzukommen. Des Weiteren müsse die Gemeinde auf den Friedhöfen auf geänderte Bestattungsrituale reagieren und Möglichkeiten dazu anbieten. Urnenbestattungen und ein Ruheforst seien Möglichkeiten, "die wir diskutieren und beschließen sollten", meinte Martin.


Baureferent Markus Oppelt sieht den Bauausschuss oft übergangen

Kritische Worte an den Bürgermeister richtete auch Baureferent Markus Oppelt. "Leider fand bis zum heutigen Tag nur eine Bauausschusssitzung statt, und das war 2014", sagte er und verwies auf Kraisdorf, wo effektiv gearbeitet werde und nach Vorarbeit des Bauausschusses der Umbau des Gemeindezentrums beschlossen worden sei. Oppelt weiter: "Bei uns werden Bauangelegenheiten der Gemeinde entweder stundenlang diskutiert, ohne dass alle Gemeinderäte überhaupt wissen, worum es geht, oder wir werden schlimmstenfalls vom Bürgermeister über eine Maßnahme informiert, die er per dringlicher Anordnung durchführen ließ."

Oppelt forderte, der Bauausschuss sollte sich vor einer Beschlussfassung des Gemeinderates zumindest einmal jede Baustelle angesehen haben, um zu entscheiden, ob ein Vorhaben Sinn habe. "Typisches Beispiel" sei für ihn die energetische Sanierung der Grundschule. Hier sollten neue Fenster eingebaut und eine Außendämmung angebracht werden - viel wichtiger wäre es seiner Meinung nach, zuerst einmal die Decken der Klassenzimmer nach oben hin zu dämmen.


Kuhn: Das Personal der Kindertagesstätte ist zu entlasten

Das Personal in der Kindertagesstätte "Pfiffikus" müsse endlich aufgestockt werden, forderte Kindergartenreferent Rüdiger Kuhn. Das Ergebnis der Personalanalyse sei in einer Arbeitsgruppe besprochen worden. "Wir sind - wie schon im vergangenen Jahr - zu dem Ergebnis gekommen, dass von der Gemeinde das Personal nach den vom Staat geforderten Richtlinien aufzustocken ist. Es darf nicht sein, dass alles wieder an den Kosten scheitert." In seinen Augen sei es verantwortungslos, "dass wir als Gemeinde und Dienstherr über Jahre hinweg unser Personal so haben arbeiten lassen". Die versprochene Verbesserung der erforderlichen personellen Besetzung sei 2014 und auch in diesem Jahr nicht erfüllt worden.

Insgesamt hätten die Feuerwehren in der Gemeinde 39 Einsätze und dabei 477,5 Stunden Dienst geleistet, hob Feuerwehrreferent Sebastian Bock hervor. Zurzeit gebe es in der Gemeinde 176 aktive Feuerwehrdienstleistende und 16 Anwärter unter 18 Jahren. In der Jugendfeuerwehr seien derzeit acht Mitglieder, nachdem in den vergangenen Jahren etliche Jugendliche in die aktive Wehr übernommen worden seien. Bock forderte, das ein oder andere Fahrzeug der Ortswehren zu erneuern.

Den Part des Jugendreferenten Christoph Göttel übernahm der Bürgermeister selbst, weil Göttel nicht anwesend war. Im Haushalt seien dieses Jahr 20 000 Euro für die Jugend geplant gewesen; diese würden ins nächste Jahr übernommen, da bisher kein passender Platz für die Jugend in Pfarrweisach gefunden werden konnte. Für nächstes Jahr habe sich Göttel fest vorgenommen, mit der Jugend zusammen einen Plan über die zukünftige Jugendarbeit auszuarbeiten. Auch eine Bürgerversammlung für die Jugend werde ins Auge gefasst.