Lea beißt in die Weintraube und verzieht das Gesicht. "Da ist ein Kern", erklärt die Fünfjährige. Vor ihr auf dem runden Esstisch im Eltmanner Kindergarten stehen vier Brotzeitboxen. In jeder Dose verbirgt sich etwas anderes. Cherrytomaten, einige Scheiben Salatgurke, Weintrauben und ein Körnerbrot mit Käse. Käse mag Lea besonders gern, das belegte Brot hat die Vorschülerin schon fast ganz aufgegessen.

Die Leiterin des Kindergartens, Christine Hofmann, freut sich, wenn die Eltern ihren Kindern eine ausgewogene und gesunde Brotzeit mitgeben. Wenn die Kinder in die Schule kommen, wirkt sich das dann positiv aus, weiß die Ernährungsexpertin Michaela von der Linden. Die Unterschleichacherin hat selbst einen elfjährigen Sohn und kennt die Sorgen der Eltern: Kinder, die nicht essen wollen, oder andere, die am liebsten Schokolade frühstücken möchten. "Beobachten Sie und sprechen Sie mit Ihrem Kind", rät von der Linden.

Die Kinder sollten morgen genügend Zeit zum Frühstücken haben - etwa eine halbe Stunde. Sind die jungen Schüler gehetzt, klappt es auch nicht mit dem Essen. "Es ist nicht gut, wenn die Eltern hinter dem Kind am Tisch stehen und es drängeln sich zu beeilen." Doch oft mangelt es eben genau an der Zeit, deshalb rät Michaela von der Linden, früher aufzustehen, um den Stress zu umgehen.

"Ideal ist es, wenn die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind essen und eine schöne Atmosphäre schaffen", empfiehlt von der Linden. Die Eltern sollten dann aber auch das gleiche wie ihre Kinder frühstücken und ihnen ein gutes Vorbild sein.

Trinken muss sein


Bei der Mahlzeit am Morgen ist nicht nur das Essen wichtig. "Wenn ein Kind absolut nicht essen will, sollte es zumindest etwas trinken." Von der Linden empfiehlt Fruchtsaftschorlen, ungesüßten Tee oder Wasser.

Doch wie genau sieht es denn aus - das richtige Frühstück? Es besteht aus Brot, Milchprodukten, Obst und Gemüse. Geeignet ist auch ungezuckertes Müsli mit Milch, Joghurt, Obst oder Orangensaft. Cola und Süßigkeiten gehören nicht auf den Frühstückstisch.

Doch manche Kinder lassen sich nicht abbringen von ihrer geliebten Streichschokolade. Hierfür schlägt von der Linden eine gestreckte Version der süßen Speise vor (Rezept in der Infobox). Eltern sollten genau abwägen, was ihr Kind isst. Nascht es sonst nicht weiter am Tag, ist gestreckte Nugatcreme zum Frühstück "schon okay".

Durch kleine Tricks können die Eltern ihre Kinder auch dazu bringen, Gemüse, Obst und Brot zu essen. "Das Brot kann zum Beispiel mit Förmchen ausgestochen werden", rät von der Linden. Die unterschiedlichen Formen wirken auf die Kinder interessanter. Außerdem sollten Obst und Gemüse immer klein geschnitten auf dem Tisch stehen. "Ein Kind wird kaum von selbst einen Apfel am Stück essen. Ist er aber in kleine Stücke geschnitten, greift es eher zu." Isst das Kind gerne Muffins, aber mag eigentlich kein Gemüse, können die Zucchini- oder Karottenstücke mit eingebacken werden.

Wenn das Kind das Frühstück verweigert, wird das Pausenbrot umso wichtiger. Doch Eltern sollten keine Süßigkeiten mit in die Schule geben, auch wenn die Kinder ihre Brotzeit nicht essen wollen. Es sei nicht richtig die Kinder mit Süßigkeiten zu ködern, erklärt von der Linden.

"Nach drei Wochen ist es gut, wenn die Eltern mit ihren Kindern über das Pausenbrot sprechen. Was bekommen die anderen Kinder mit?" Das Pausenbrot soll ähnlich wie das Frühstück aus Brot, Obst oder Gemüse bestehen.
Bei der Ernährung sind Ausnahmen erlaubt. Gerade in der Zuckertüte und als Geschenke zum Schulanfang kommen jede Menge Süßigkeiten ins Haus.

Süßes aus der Dose


Von der Linden schlägt vor, süße Geschenke in einer großen Dose aufzubewahren. Einmal in der Woche gibt es dann eine Ration in eine kleinere Dose, die das Kind während der Woche selbst verwalten darf. "Einmal im Monat kann man mit den Kindern auch zur Bäckerei gehen und sie aussuchen lassen, was sie mit in die Schule nehmen möchten." Von der Linden betont, dass Kinder auch den gesunden Umgang mit Süßigkeiten erlernen müssen.
Im Eltmanner Kindergarten sind Kuchen und Fruchtjoghurts der Renner bei den Kindern. Verboten sind die Speisen nicht. "Cola würde ich den Kindern aber wegnehmen", erklärt die Leiterin Christine Hofmann. Solche Fälle kämen aber auch nicht oft vor. "Die meisten Eltern geben ihren Kinder gesundes Essen mit."