Den hübschen Models folgten die ebenso sehenswerten Modelle: Nach dem Gartenfest zu Pfingsten waren Schlosshof und -park in Eyrichshof am Fronleichnamstag wieder überlaufen. "Das sind mindestens 500 Fahrzeuge", meinte der Organisator Gotthard Schleicher schon am frühen Nachmittag, um danach seine Schätzungen ständig nach oben zu korrigieren. "Das hört ja gar nicht auf", freute sich auch AC-Vorsitzender Bernhard Fischenich noch um 15 Uhr. Zu sehen gab es Unikate und Exoten. Die Zahl der Besucher lag um das Zehnfache über der der ausgestellten Oldtimer. Platzeinweiser Ralf Drescher: "So viele Autos hatten wir noch nie - und noch nie so viele Porsches", freute sich der Besitzer eines Oldies aus Zuffenhausen, der an der Einfahrt zum Schlosspark die Richtung wies. Am Ende wusste er kaum noch, wohin er die Neuankömmlinge dirigieren sollte.

"Der hat bestimmt keine Frau" , urteilte eine Rodacherin über einen stolzen Fordbesitzer aus dem Kronacher Raum, der seinen Capri voller Stolz präsentierte. Der Motorraum wie "geleckt", herausgeputzt wie ein Kühlschrank. "Ich fahre jeden Tag damit", versicherte der Eigentümer (man mochte es ihm kaum glauben).


Viele Marken gibt es gar nicht mehr



Die "guten, alten Stücke" vor dem Schloss, das um 1232 erstmals urkundlich erwähnt wurde: Automarken, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt (NSU, DKW, etc.), Modelle, die längst aus den Listen der Hersteller gestrichen wurden. Und weil die Ersatzteilsuche immer problematischer wird, mutieren solche Oldtimertreffen zur Tauschbörse. Es wird gefachsimpelt, Erfahrungen und Kontakte ausgetauscht. Die Experten - eine Clique für sich. "Das ist der Wahnsinn", schwärmte Helmut Kahn, Autonarr und Gastwirt aus Leimershof bei Breitengüßbach, der sonst selbst für jede Menge ausgefallener Großveranstaltungen gut ist. Und Horst Hofmann, Chef der Hauptverwaltung im Haßfurter Landratsamt: "Ich habe alle meiner Autos aus der Jugendzeit gefunden, nur in einem besseren Zustand."

Und der Auto-Normalbenutzer? Der staunte über die Liebe zum Detail und das glitzernde Chrom. Halt doch des Deutschen liebstes Kind. Und wer noch mehr Aufmerksamkeit erhaschen wollte, der schmiss eben seinen Motor an und ließ die Touren hochdrehen. Je lauter, desto mehr Gucker. Und da gewann ein Lanz aus Bischwind bei Heilgersdorf, da seine Vibrationen sogar den den nahen Gutshof zum Schwingen brachten. Das Schloss steht - noch.