In Oberschleichach stehen keine großen Projekte an, dennoch war das Interesse an der Bürgerversammlung groß, was Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) freute. Wie in allen Gemeindeteilen erläuterte er zunächst die statistischen Zahlen Oberaurachs, die finanziellen Rahmendaten und die Bevölkerungsentwicklung.

Zwar verzeichne Oberaurach in den letzten Jahren wieder mehr Geburten, doch in den meisten Orten überwiegen die Sterbefälle. So kamen auch in Oberschleichach im letzten Jahr zwar acht Kinder auf die Welt, aber zehn Oberschleichacher starben. Sechser erläuterte im Überblick die für 2016 geplanten Dorferneuerungsmaßnahmen in Neuschleichach und Kirchaich und die anvisierten Baugebiets-Erschließungen in Neuschleichach, Trossenfurt sowie Kirchaich. Vor allem in Neuschleichach sei der Bedarf groß, inzwischen seien sechs Bauwillige in der Gemeinde registriert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass jetzt auch die Grundstücksverhandlungen zu einem guten Ende kommen.

Diese waren für die Erweiterung des Baugebiets "Siebengüter" in Oberschleichach nicht nötig. Deshalb konnte der zweite Bauabschnitt schnell angepackt werden.


Straßen werden gleichzeitig saniert

Um Verständnis bat der Bürgermeister dafür, dass sich voraussichtlich die Straßenbaumaßnahmen zwischen Kirchaich und Dankenfeld und zwischen Trossenfurt und Hummelmarter überschneiden werden. Beide Straßen seien in einem sehr schlechten Zustand und bei beiden Baulastträgern, dem Staat und dem Landkreis, hätten sich die Oberauracher Gemeinde- und Kreisräte stark gemacht, dass ein Ausbau nicht noch länger aufgeschoben wird. Dass die beiden Maßnahmen jetzt im gleichen Jahr stattfinden, müsse man hinnehmen. Für die Bewohner ist eine Umfahrung allerdings problemlos über Fatschenbrunn möglich.

Die Unterschleichacher Kläranlage läuft derzeit nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung; sie müsste umgebaut oder neu gebaut werden. Im Gemeinderat sei man sich einig gewesen, dass die Auflassung und der Anschluss der drei Schleichach-Orte an die Anlage in Kirchaich die wirtschaftlichste Lösung wäre. Die beiden Kläranlagen in Unterschleichach und Kirchaich wurden zu Zeiten dimensioniert, als es in Oberaurach noch die Molkerei und zwei Brauereien mehr als jetzt gab. Die nicht mehr genutzten Kapazitäten dieser Großeinleiter machen es möglich, nur noch eine Kläranlage zu betreiben und die Abwässer aus Schleichach mit einer Druckleitung bis nach Tretzendorf zu transportieren. Diese Leitung mit entsprechenden Stauraumbauwerken wäre sowohl im Bau als auch im Betrieb kostengünstiger als eine zweite Kläranlage.


Der Radweg rückt näher

Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass das gesamte Kanalsystem entsprechend überrechnet worden sei. Über die tatsächlichen Kosten und damit auch über Beiträge der Bürger könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, so Sechser, doch müsse mit Beiträgen im Laufe der nächsten zwei Jahre gerechnet werden.
Auf der Trasse dieser Abwasser-Druckleitung will die Gemeinde mit Unterstützung des Staatlichen Bauamtes nun auch endlich den lang ersehnten Geh- und Radweg zwischen Unterschleichach und Tretzendorf verwirklichen. Derzeit warte man die Fertigstellung der Verträglichkeitsprüfung (Naturschutz) ab, die für Ende April angekündigt sei, dann könne die Gemeinde den Antrag bei der Regierung von Unterfranken stellen, erklärte Sechser.

Auf den Friedhof bezogen sich mehrere Fragen aus der Versammlung. Die Friedhofsmauer hinter den Urnengräbern sei im letzten Jahr aus Zeitgründen nicht saniert worden, der Bürgermeister versprach die Umsetzung aber für den Sommer 2016. Der Leichenwagen wurde optisch ebenfalls saniert, ob die Mechanik streikt, wie in der Versammlung angesprochen, werde geprüft. Schadhaft ist das Podest der Leichenhalle. Wenn dies repariert wird, sollte auch die Stufe entfallen, waren sich alle Anwesenden einig. Einer Urnenwand, wie von einem Teilnehmer angefragt, konnten die Anwesenden wenig abgewinnen. Schöner gestaltete Erd-Urnengräber werden in Oberschleichach offensichtlich bevorzugt.


Kein konkreter Baustil als Pflicht


Lange Zeit sei in Oberaurach immer fränkischer Baustil favorisiert worden, mittlerweile würden die unterschiedlichsten Stile genehmigt, meinte ein Diskussionsteilnehmer. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass der heutige Gemeinderat den Bauwilligen weitgehend entgegen kommt. Zwar bemühe man sich um Baustile, die den optischen Eindruck eines Dorfes nicht komplett sprengen, doch hätten junge Leute nun einmal ganz andere Vorstellungen davon, wie ihr Haus aussehen soll, und man wolle sich auch nicht den Vorwurf machen lassen, dass Einheimische auswärts bauen, weil sie in Oberaurach ihr Traumhaus nicht verwirklichen konnten.

Kritisiert wurde auch der öffentliche Personennahverkehr, so gebe es für FOS-Schüler keine akzeptable Busanbindung an die Bahn, weder nach Haßfurt, schon gar nicht nach Ebelsbach.

Angesprochen wurde auch der schlechte Zustand des Hartplatzes am Oberaurachzentrum (OAZ) in Trossenfurt, der nach Meinung von Gerd Kröner der Schule als Freiluft-Sportfläche zur Verfügung stehen müsse, aber aus Sicherheitsgründen derzeit nicht genutzt werden kann. Kurz diskutiert wurde die Rückübertragung der Müllabfuhr an den Landkreis. Dabei wurde der Appell laut, weiterhin auf eine korrekte Befüllung der Biotonne zu achten. Fehleinwürfe vor allem von Plastik machen den Entsorgern massive Probleme - und die würden im Zweifelsfall wieder auf die Gebühren durchschlagen.


Infos zum Bürgernetzwerk

Abschließend ging Anita Amend auf das Bürgernetzwerk "Bürger helfen Bürgern" (BhB) ein, das mit rund 50 Ehrenamtlichen aus allen Gemeindeteilen dort Hilfen anbietet, wo sie benötigt werden. Außerdem organisiert BhB den Bürgertreff "Sternstübla" im OAZ, in dem viele interessante Veranstaltungen angeboten werden. Auch Gruppen wie der Strickkreis oder der Tanzkreis würden sich über neue Teilnehmer jederzeit freuen, erklärte Amend. Die Inhalte von BhB und die Ansprechpartner in den einzelnen Gemeindeteilen finden sich jetzt auch auf der Gemeinde-Homepage (unter www.oberaurach.de).