Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Schulzentrum, Horst Hofmann, erläuterte die Geschichte, die mit dem städtischen Gymnasium 1967 am Dürerweg begann. Diese beiden Gebäude beherbergen heute die Grund- und die Mittelschule. Aus der gleichen Zeit stammen die Turnhallen Ost und West. Alle vier Gebäude sind energetisch saniert und modernen schulischen Anforderungen angepasst - die Mittelschule mit Praxisräumen für die berufsnahe Ausbildung und dem neuen Schüler-Cafe "Orange", die Grundschule mit eigenem Mittagsbetreuungsgebäude.

Kreis übernimmt das Gymnasium Anfang der 1970er Jahre

1972 hatte der Landkreis das Gymnasium übernommen, das aus allen Nähten platzte, von 1974 bis 1977 wurde das große Schulzentrum errichtet, das derzeit generalsaniert wird. Haupt- , Realschule und Gymnasium zogen dort damals unter ein Dach, moderne Fachräume wie Sprachlabore oder Chemiesäle wurden gemeinsam genutzt.

1978 war auch die Vierfachsporthalle fertig. 2003 wurde gleich nebenan "Die Welle", das Hallenbad errichtet, weil die gedeckten Sportflächen für die Schülerzahlen nicht ausreichten. Die Turnhalle wurde teilsaniert, innen erhielt sie vor einigen Jahren einen neuen Sportboden und Prallschutz an den Wänden. Dass nun eine bauliche Sanierung ansteht, sahen erfahrene wie neue Verbandsräte auf den ersten Blick. Fenster und Wände sind undicht, Jalousien so defekt, dass sie teilweise schon hochgebunden oder abgeschnitten wurden - mit dem Ergebnis, dass am Nachmittag die Sonneneinstrahlung die Sporttreibenden blendet.

Wahrscheinlich ist ein neues Dach gleich billiger

Das Dach müsse auf jeden Fall gedämmt werden, vermutlich sei es günstiger, es zu erneuern, so Thomas Will vom Kreishochbauamt. Auch Duschen und Umkleiden sind dringend erneuerungsbedürftig. Ein großer Kostenfaktor wird sich an der Frage entscheiden, ob die Halle Versammlungsstätten-Charakter haben soll, etwa für Sport-Wettbewerbe. Dann greifen Vorschriften, die richtig teuer sind, kündigte Geschäftsführer Hofmann an.
2008 zog die Mittelschule ins Kollegstufengebäude an den Dürerweg, das Gymnasium wurde im Schulzentrum wieder zusammengeführt.

Der vorletzte Neubau auf dem 14 Hektar großen Gelände war der "Silberfisch", das Mittagsbetreuungsgebäude, es besticht wie die sanierte Grund- und Hauptschule, durch geringe Energiekosten und bietet einen großen Saal, der nicht nur als Speisesaal, sondern auch als Aula gute Dienste tut. Allerdings müsse noch das Problem Heizung/Lüftung besser gelöst werden, so Hofmann, außerdem müssten automatische Türen eingebaut werden, die jetzige Türenanlage sei nicht barrierefrei.

Im Schulzentrum selbst sahen die Verbandsräte die verschiedenen Bauphasen. Während der östliche Bereich saniert ist, mit neuer Fassade außen und gravierenden Veränderungen innen, sieht man in der Realschule noch den Originalzustand von 1978 - und die Schnittstelle zu den für die R6 angebauten Klassenzimmer in Leichtbauweise. Sehr beeindruckt waren die Verbandsräte vom neu errichteten Naturwissenschafts-Gebäude, das sich ganz wesentlich auf die Qualität des Unterrichts in Biologie, Physik und Chemie auswirkt.

Betreuung läuft Ganztags sehr gut

An vielen Stationen des gut einstündigen Rundgangs kam das Thema Ganztagsschule zur Sprache. Von der Grundschule bis zum Gymnasium gibt es mittlerweile an allen Schulen des Schulzentrums Ganztagsklassen, und zwar in beiden Formen, als gebundene und offene Ganztagsschule. Die offene Ganztagsbildung trägt am Schulzentrum der "Livingroom" im "Silberfisch", Geleitet wird die ökumenische Ganztagsbetreuung von Tina Lorz.

Die Pädagogin hat mittlerweile zwölf Mitarbeiter, sie gab der Verbandsversammlung einen Überblick über die Angebote. 180 Kinder und Jugendliche aus allen Schulen und Altersklassen nutzen in diesem Schuljahr das Angebot, nach der sechsten Stunde bis in den Nachmittag betreut zu werden. Das beginnt mit dem begleiteten Mittagessen. Es folgt qualifizierte Hausaufgabenbetreuung und Lernzeit.

Nach den Hausaufgaben gibt es Freizeitangebote, in deren Gestaltung sich auch ältere Schüler einbringen, was die Besonderheit dieses ökumenischen Projektes ist. Das Angebot reicht vom Gitarren-Kurs über Leseclub, Basteln zu Ostern oder Weihnachten und Englisch-Krimi bis zu Schwarzlicht-Theater. Die Schulpastoral der evangelischen und katholischen Kirche betreut außerdem das Streitschlichter-Programm oder bietet den Adventstreff an. Jüngstes Projekt war der "Turm der Sinne" im Bibelturm in Haßfurt.

Ein Höhepunkt war in den Osterferien eine Freizeit, die länger ausfallen soll. Ein ganzes Netzwerk hat sich der Living-Room inzwischen geschaffen, um das breite Angebot machen zu können. Mit dabei sind die Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit der Diözese Würzburg, die Evangelische Jugend, der Verein "Bibelwelten", die Jugendsozialarbeit an Schulen, das Bibliotheks- und Informationszentrum (Biz), die beiden Haßfurter Buchhandlungen, das Main-Spiel-Mobil und die Musikinitiative Haßberge.

Sehr gelobt werde die Qualität des Mittagessens, das seit Schuljahresbeginn von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus Ebern geliefert wird, berichtete Tina Lorz auf Nachfrage.