Kreisbrandinspektor (KBI) Werner Stumpf sprach für den Kreisfeuerwehrverband, dem in Bayern 330 000 Wehrleute, darunter 50 000 Jugendliche angehören. Die Wehren dürften nicht nachlassen, den Nachwuchs für die Wehren sicher zu stellen, betonte Stumpf.

Er ehrte Robert Dürr aus Prölsdorf, der dort lange Erster Kommandant war und seit 2002 Kreisbrandmeister (KBM) ist. Vielfach habe Dürr entscheidend mitgewirkt, unterstrich er. In den Fokus rückte KBI Stumpf den evangelischen Dekan Jürgen Blechschmidt. Er trägt als Koordinator der Notfallseelsorge im Landkreis Haßberge Verantwortung. "Dekan Blechschmidt war schon als Pfarrer in Altenstein Mitglied der Feuerwehr, also aktiver Feuerwehrmann und führt sein Amt in der Notfallseelsorge mit viel Engagement aus", unterstrich Stumpf. Robert Dürr und Jürgen Blechschmidt erhielten das Feuerwehrkreuz in Silber.

Wichtig für die Seele

Einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Notfallseelsorge gewährte Dekan Jürgen Blechschmidt. "Wir unterscheiden zwischen Psychosozialer Notfallseelsorge (PSNV), Notfallseelsorge (NFS) und, vor allem was Sie als Feuerwehrleute betrifft, unter Seelsorge im Feuerwehr- und Rettungsdienst (SFR)", sagte Blechschmidt. Er nahm den "Barmherzigen Samariter" als Aufhänger für den Notfalldienst. Notfallseelsorge sei strukturell in den Kirchen verankert. Sie ist notwendig, um Schicksalschläge, die ein Leben entscheidend verändern, bewältigen zu können.

Die Kirche sei hierfür kompetent und gefordert und leiste die Notfallseelsorge auf ökumenischer Basis. Erfreulich sei es, dass die Notfallseelsorge in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Einsatzkräften funktioniere, stellte Dekan Blechschmidt fest. "1999 wurde die Notfallseelsorge im Landkreis Haßberge ins Leben gerufen, und ich erinnere heute gerne an diejenigen, die damals dabei waren. Es sind der ehemalige Pfarrer von Rentweinsdorf, Hans Hager, Kreisbrandrat im Ruhestand Helmut Leykauf, Pfarrer Thomas Keßler, ehemals Pfarrer in Mürsbach."

In der NFS arbeiten im Landkreis zurzeit jeweils neun evangelische und katholische Geistliche sowie zwei Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes. Ob ein Notfallseelsorger angefordert wird, liege in der Entscheidung der Feuerwehrführer vor Ort. "Wir als Notfallseelsorger reden nicht viel, hören eher zu um Probleme zu erkennen", sagte Blechschmidt.

35 Mal im Jahr

Etwa 35 Mal im Jahr, umgelegt auf die letzten zehn Jahre, wurden im Landkreis Notfallseelsorger angefordert, wie die Kommandanten erfuhren. Im SFR stehen im Landkreis zwei katholische und ein evangelischer Geistlicher zur Verfügung. Gerne kommen sie auch zu Feuerwehren zu Vorträgen, quasi vorbeugend, wie Blechschmidt erklärte, um den Wehrleuten zu erklären, was auf sie zukommen kann und was Symptome einer Belastung sind.

Bilderreich zeigte KBI Peter Pfaff die Übung des Hilfskontingents Haßberge 2012. Der Kreis hält ein Hilfskontingent für Einsätze im Landkreis und eines außerhalb des Kreises, ja selbst für Einsätze im Ausland vor. "Ziel muss es trotz großem logistischem Aufwand immer sein, kurze Rüstzeiten zu haben", sagte Pfaff. Die Übung im vergangenen Jahr sei eine "super Geschichte" gewesen.

Geübt wurde der Fahrzeugmarsch, der in Ebern in der ehemaligen Kaserne endete. Dort wurden die Wehrleute fortgebildet. "Beteiligt waren 116 Personen mit 22 Fahrzeugen", so Pfaff. An Landrat Rudolf Handwerker händigte er ein Fotobuch über den Einsatz aus. Das hatte KMB Thomas Habermann aus Unterpreppach erstellt.
Kreisbrandrat (KBR) Ralf Dressel sprach die Homepage des Kreisfeuerwehrverbands an. Über 1000 Stunden ihrer Zeit haben hier Matthias Burkard, Stefan Lang und Manuel Rippstein einfließen lassen.

Zwei Gemeinden hinken noch hinterher

Der KBR erläuterte die Ausbildungssituation bei den Wehren im Landkreis und zeigte auf, wo Wärmebildkameras vorhanden sind. Kritik übte er: "Zwei weiße Flecke haben wir hier noch im Landkreis, und ich bitte die betreffenden Gemeinden, diese zu schließen, indem sie solche Kameras anschaffen." Doch auch Lob hatte der Kreisbrandrat parat: Angeschafft - für 52 000 Euro - hat der Kreis hingegen Chemikalienschutzanzüge. Auch die Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle in Schweinfurt klappe hervorragend. Die Einsatznachbereitung werde leichter.

Ausführlich sprach Dressel über Details zum Digitalfunk; es ging um Geräte und Einbauweisen. Echtbetrieb könnte es ab März 2015 geben; aktuell laufen schon Probeläufe.

KBM Johannes Krines, zuständig für die Jugendfeuerwehren im Landkreis, wies auf das Zeltlager hin. Es ist geplant vom 31. Juli bis 4. August. Gemeldet haben sich bislang 121 Teilnehmer.

Abschied von Landrat Rudolf Handwerker

Vielen Kommandantentagungen hat er schon beigewohnt, diesmal war es seine letzte: In den Worten von Landrat Rudolf Handwerker schwang diesmal etwas Wehmut mit.

Die Achtung für den ehrenamtlichen Dienst der Wehrleute formulierte Handwerker deutlich: "Ich danke Ihnen herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz für unsere Bürgerinnen und Bürger, für die Rettung deren Hab und Gut." Der Landkreischef hob das Engagement der Wehren bei den starken Regenfällen im Mai und Juni hervor.

"Rund um die Uhr haben Sie mit Pumpen und Sandsäcken gegen das Hochwasser gekämpft, und es ist beruhigend, auf einsatzbereite Wehren im Landkreis bauen zu können. Wir haben eine schlagkräftige Struktur im Zivil- und Katastrophenschutz. Unsere Bürgerinnen und Bürger wissen: Auf die Feuerwehr ist Verlass."
Handwerker gab aber auch eine Mahnung mit aus diejenigen, die an neuralgischen Punkten wohnen: "Selbstschutz und Eigenvorsorge sind unbedingt notwendig." Schadensereignisse träten in immer kürzeren Abständen auf.

Wie gut Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Bayerisches Rotes Kreuz und Polizei zusammen arbeiten, zeigte sich bei der Tunnelübung am "Schwarzen Berg" im Oktober 2012. Handwerkers Fazit: Alle Organisationen sind sehr gut ausgestattet sind und haben einen hohen Ausbildungsstand. "Besonders beeindruckt war ich von der Motivation der Teilnehmer", lobte Handwerker.

Katastrophen seien Szenarien, bei denen Hilfeleistungskontingente gefragt seien. Aus den Feuerwehren des Landkreises müssen da 120 bis 140 freiwillige Helfer mit rund 20 bis 25 Fahrzeugen in Bereitschaft versetzt werden, die mindestens 48 Stunden eigenständig arbeiten können. Große logistische Vorbereitungen seien hier nötig. "Um für solche Einsätze gewappnet zu sein, haben die Feuerwehren im September letzten Jahres unter der Leitung der Kreisbrandinspektoren Peter Pfaff und Peter Hegemann eine Übung durchgeführt." Diese Übung habe durch Topleistung überzeugt.

Die Integrierte Leitstelle (ILS) habe vor etwa einem Jahr ihren Betrieb aufgenommen und arbeite seitdem gut. 530 Feuerwehren würden von der ILS alarmiert.

Ein bisschen Bürokratie gibt es schon: Alle Einsätze im Feuerwehrbereich, außer Sicherheitswachen und Übungen, werden in der Integrierten Leitstelle über das Alarmierungssystem "Eldis" erfasst und müssen von den Feuerwehren, die im Einsatz waren, nachbearbeitet werden. "Damit erhalten Kommandanten und besondere Führungsdienstgrade einen umfassenden Überblick über die Art der Einsätze, das eingesetzte Gerät, Material, Fahrzeuge und Personal."

650 Handfunkgeräte, 200 Funkgeräte für Fahrzeuge

Der Landrat ging noch auf den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ein. Die Kreisverwaltung ermittelte mit Beratung durch Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandmeister Dieter Murken den Bedarf der zuwendungsfähigen Funkausrüstung auf Gemeindeebene: "Nach jetziger Feststellung brauchen wir zirka 200 Fahrzeugfunkgeräte und zirka 650 Handfunkgeräte."

Zum Schluss händigte Landrat Rudolf Handwerker Peter Schenk seine Bestellungsurkunde zum Kreisbrandmeister und EDV-Fachberater aus. Eine Dankesurkunde erhielt Marco Rödel vom Landratsamt, der als Sachbearbeiter Brandschutz ausscheidet. Die Kreisbrandinspektoren Werner Stumpf und Peter Pfaff wurden für 25 Jahre ehrenamtlichen aktiven Feuerwehrdienst geehrt.