Es weihnachtet - auch im Haus Ebern der Haßberg-Kliniken. Quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist die neue "Intensivstation", in Ebern bisher unter dem Begriff "Wache" bekannt. Gestern segneten Diakon Manfred Griebel und Pfarrer Stefan Köttig die Intermediate-Care-Station (IMC).

Sie fassten in ihrer Segnung das in Worte, was neben der Machbarkeit und der Fortschrittlichkeit von Technik und Medizin außerdem von Bedeutung ist: menschliche Nähe. "Gerade in ausweglosen Situationen, da seid ihr nicht allein", hieß es in der geistlichen Ansprache.

Bei der Einweihung der nun hochmodernen Überwachungsräume tauschten Ärzte und Politiker mit den Geistlichen sozusagen die Plätze: Während Landrat, Bürgermeister und Chefarzt in der überfüllten Kapelle am Altar ihre Reden verlasen, waren Pfarrer Köttig und Diakon Griebel im Haus Ebern im ersten Stock, auf dem Gang der neuen Station, im Einsatz.

Chefarzt der Inneren Medizin, Ants Lohmus, bescheinigte den neuen Räumen Transporter-Kapazitäten. Denn für ihn war die Mitte der 90er-Jahre errichtete "Wache" mit einem alten VW Käfer zu vergleichen: "Man hat Platz für vier, zur Not passen auch sechs Leute rein. Man kann fahren, aber es ist nicht angenehm." Jetzt gibt es nicht nur einen modernen Oberbegriff wie "Intermediate-Care-Station", sondern drei neue Patientenzimmer für insgesamt fünf Patienten, mehr Intimsphäre unter den Zimmergenossen und hohe Hygieneanforderungen. "Wir können immer mehr, und wir freuen uns, dass wir das jetzt unter Beweis stellen dürfen", sagte Chefarzt Klaus Riedel, der mit seinen Kollegen am besten weiß, dass nicht nur die Technik Fortschritte in der Medizin macht, sondern das Personal mehr leisten kann. Gerade für Eingriffe an der Wirbelsäule, andere komplizierte Operationen oder Beatmungsmaßnahmen ist eine solche Station wichtig.


Hohe Förderquote

Fast 3,5 Millionen Euro wurden in den vergangenen zwölf Monaten im Haus Ebern verbaut. Knapp 900 000 Euro kosteten der Schwesternnotruf und der erneuerte Brandschutz. Knapp 2,5 Millionen Euro mussten für die neue IMC-Station aufgebracht werden. Dafür bekamen die Haßberg-Kliniken die finanzielle Unterstützung vom Freistaat. Da die drei Zimmer neuesten hygienischen Standards entsprechen, konnte eine Förderung aus dem Sonderprogramm "Hygiene" zugeteilt werden. 2,3 Millionen Euro, mehr als 90 Prozent, wurden bezuschusst und zum Teil auch schon ausgezahlt, wie Leitende Regierungsdirektorin Adelheid Hüttlinger feststellte.

Die Bedeutung der neuen Investition in Ebern wurde außerdem als Signal für die Zukunft der medizinischen Versorgung auf dem Land und im nördlichen Landkreis gewertet: Für Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) ist es ein "Standortfaktor zwischen den großen Häusern", einer, der erhalten werden muss.

Und Landrat Wilhelm Schneider (CSU) ist sich sicher: "Wenn man dezentral im Landkreis Krankenhäuser halten will, muss ein technisch hohes Niveau vorhanden sein." Ein hohes Niveau bieten neben den Geräten und Fachärzten Menschen wie Sabine Mühlenhoff-Kann auf der Station: "Wir sind Dolmetscher, Zuhörer, Vermittler zwischen Arzt und Patient..." - Eben die Personen, die egal zu welcher Jahreszeit ein "Fürchte dich nicht, ich bin bei dir" für all die Menschen parat haben, die auf der IMC-Station schwierige Tage verbringen müssen.