Die internistische Praxis in Ebern wird ab Oktober als Filiale des Versorgungszentrums Haßfurt betrieben.
Die Nachfolge übernehmen, laut einer Mitteilung der Haßberkliniken, drei Kräfte, wobei ein neuer Mann den größten Anteil tragen wird: der 59-jährige Spanier Enrique Marcos-Rubinat, ein erfahrener Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit 30-jähriger Berufserfahrung an verschiedenen Kliniken in Deutschland.
Unterstützen sollen ihn die internistischen Chefärzte der Häuser Haßfurt und Ebern, Winfried Schorb und Ants Lohmus. Beide, Lohmus und Schorb, sollen in die Arbeit der internistischen Praxis eingebunden werden, die am bisherigen Standort, einem Haus, das zum Kreiskrankenhaus gehört, bleibt.
"Ich kann die Verantwortung guten Gewissens in neue Hände legen", sagt Michael Lehner. Er sei glücklich über die vom Zulassungsausschuss für Ärzte in Unterfranken genehmigte Nachfolgeregelung. Er sei überzeugt, dass die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten unter seinem Nachfolgeteam nahtlos fortgesetzt werde.

Gefahr abgewendet

Die von Hausärzten befürchtete Lücke in der medizinischen Versorgung, die bei einem Aus für die einzige internistische Praxis im Eberner Umkreis gedroht hätte, tue sich nicht auf. Die Praxis wird nahtlos weitergeführt, das Personal wird übernommen.
Das Gebäude Coburger Straße 17 direkt neben dem Krankenhaus gehört dem Landkreis. Das Medizinische Versorgungszentrum mietet sich dort ein. "Das ist eine sehr gute Nachricht", freut sich der 46-jährige Lehner, der im Jahr 2003 die Nachfolge des langjährigen Krankenhausbelegarztes Gottfried Hofmann angetreten hatte.
Mitte des Jahres hatte Lehner bei der Kassenärztlichen Vereinigung angekündigt, dass er seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden und die Praxis verkaufen wolle. Ein Abschied mit Wehmut, heißt es in der Pressemitteilung, auch für die Verantwortlichen der Haßberg-Kliniken. Schließlich hatte Lehner als niedergelassener Mediziner und als Belegarzt gute Arbeit geleistet. "Wir haben uns von Anfang an aktiv um eine möglichst lückenlose Nachfolgeregelung bemüht", lässt Stephan Kolck, Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken, wissen. Die Übernahme durch die Tochtergesellschaft Medizinisches Versorgungszentrum Haßfurt GmbH ermögliche eine einvernehmliche Regelung, die Patienten wie Ärzten sogar Vorteile bringe.

Der neue Mann

Enrique Marcos-Rubinat, der Neue im Bunde der Eberner Internisten, stammt aus der Nähe von Madrid. Er ist mit einer Deutschen verheiratet und vierfacher Vater. Seit 1982 war der heute 59-Jährige als Internist an mehreren Krankenhäusern in Deutschland tätig.
Seine ersten Stationen in Deutschland waren das Universitätsklinikum Lübeck und die Segeberger Kliniken (Schleswig-Holstein). Von 1988 bis 1991 war er Oberarzt der Medizinischen Belegabteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Nachdem er zuvor vor allem in großen Häusern gearbeitet hatte, wechselte er fortan in kleinere, ländlich geprägte Kliniken, so als Erster Oberarzt und Chefarzt-stellvertreter nach Roding und ab 1995 als Chefarzt der Internistischen nach Schmallenberg (Sauerland). Mitte 2010 wurde er Chefarzt der Internistischen Abteilung in Bad Brückenau, von wo aus es ihn nun nach Ebern zieht.
Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologe verfügt laut Mitteilung der Haßberg-Kliniken über Fachkunde in Intensivmedizin, internistischer Röntgendiagnostik, gastroenterologische Verfahren und in der suchtmedizinischen Grundversorgung. 2004 habe er Zertifikate in der palliativ-medizinischen Grundversorgung und der speziellen Diabetologie erworben, zwei Bereiche, die im Haus Ebern stark vertreten sind.
In der Klinik wird Marcos-Rubinat, genau wie sein Vorgänger, Belegbetten haben. Neben dem Vertrag mit dem MVZ Haßfurt hat er auch einen Anstellungsvertrag mit den Haßberg-Kliniken unterschrieben. "Eine Konstellation, die es möglich macht, dass eine lange Zeit bewährte Zusammenarbeit im internistischen Bereich nach zehn Jahren wieder aufleben kann", heißt es aus Haßfurt.
"Das Modell Dr. Camphausen/Dr. Hofmann hat sich damals als sehr gut erwiesen", sagt Stephan Kolck. "Ich freue mich, dass es jetzt im neuen Gewand wieder aufersteht."
Das Zusammenspiel soll in Form eines Kollegialsystems aufleben, in dem Marcos-Rubinat die ambulanten, Lohmus die stationären Schwerpunkte setzt. Vorgänger Lehner, den es nach Bamberg zieht, sei zwar ebenfalls Belegarzt gewesen, er konnte aber von Chefarzt Lohmus nicht in der Praxis vertreten werden. So sei die Zeit für seine stationären Patienten beschränkt geblieben.