Lange wurde geplant und gerechnet. Nachdem der Riedbacher Gemeinderat - wie zuvor schon der Stadtrat von Königsberg - der Verpachtung von Standorten im Gemeinde- und Stadtwald zugestimmt hat, nähert sich die Planungs- und Genehmigungsphase für die Windräder im Sailershäuser Wald dem erfolgreichen Abschluss.

Gemeinsam mit den Standorten im Universitätswald geht das gesamte Zehn-Anlagen-Projekt "Bürgerwindpark Sailershäuser Wald" in die nächste Phase, teilte die Bürger-Energiegenossenschaft (BEG) mit.

Die Windmessungen aus dem Jahr 2013 haben laut Kerker "die Erwartungen mehr als erfüllt". Es bestehe jetzt die notwendige Sicherheit, den Bürgern, Kommunen und Unternehmen im Landkreis eine Beteiligung anzubieten. "Eine möglichst hohe Investitionssicherheit für die Bürger war von Beginn an oberstes Ziel für die GUT Haßberge als Projektentwickler." Die GUT ist die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologien, eine Art Ideenschmiede, um die Energiewende im Landkreis voranzutreiben. Beteiligt sind darin der Landkreis und die Kommunen im Kreis.

Wer Interesse an einer Beteiligung hat, kann jetzt aktiv werden. Kerker: "Die Bürger-Energiegenossenschaft Haßberge eG als wichtigster zukünftiger Anteilseigner nimmt ab sofort - zunächst völlig unverbindlich - Interessensbekundungen entgegen und reserviert diesen Bürgern Anteile in der gewünschten Höhe. Erst nach erteilter Genehmigung, Klärung der noch offen stehenden Fragen und einer erfolgreich abgeschlossenen Finanzierung des Projektes können dann diese Interessensbekundungen in einen Genossenschaftsanteil umgewandelt werden. Danach ist dann auch die Einzahlung des gezeichneten Kapitals fällig."

Die Genossenschaft betont, dass diese Beteiligung an einem konkreten Vorhaben im Landkreis Haßberge, das mit kommunalen Beteiligungen und auch mit Beteiligung und Mitwirkung kompetenter regionaler Energieversorger umgesetzt wird, eine sehr hohe Sicherheit aufweise. Gleichwohl handle es um eine wirtschaftliche Investition mit Chancen und Risiken.

Drei bis fünf Prozent

Die Rendite für die BEG-Mitglieder wurde laut Kerker berechnet auf Werte zwischen drei und fünf Prozent über die Gesamtlaufzeit von 20 Jahren. Diese Rendite liege damit über dem, was derzeit am Geldmarkt zu erzielen ist, beinhalte aber auch die langfristige Bindung des eingesetzten Kapitals. Jedes zukünftige Mitglied der Genossenschaft erwerbe, so Kerker, sozusagen ein kleines Stück Windrad.