Kreis Haßberge — Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald kritisiert in einer Stellungnahme die geplante Aufhebung des Waldschutzgebiets "Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst" auf das Äußerste. Die Nationalpark-Befürworter rügen die Zurückstufung als rein politisch motivierte Vorgehensweise, wie aus einer Mitteilung des Vereins hervorgeht. "Wir möchten den mehrheitlichen Wunsch der mündigen und zukunftsorientierten Bürger der Steigerwaldregion nach einem Nationalpark Steigerwald in der öffentlichen Diskussion deutlich machen, weil wir um die Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland aus der Biodiversitätsstrategie wissen", erklärt Vereinsvorsitzender Benedikt Schmitt. Die eingeleitete Aufhebung des Schutzes für den Hohen Buchenen Wald sieht der Verein mit Sorge und bewertet sie als Akt politischer Willkür.
Unzureichend abgrenzbar sei das Schutzgebiet nicht, kritisieren die Nationalpark-Befürworter mit dem Hinweis auf das Gutachten des Forstwissenschaftlers und Steigerwald-Kenners Georg Sperber. Er zeige die optischen, natürlichen, historischen und infrastrukturbedingten Grenzen des Hohen Buchenen Waldes klar auf, so der Verein. Der Verein betont die politische Verantwortung der Regierung von Oberfranken (Bayreuth) für das Wohl der Bürger im Steigerwald, deren Interessen sich von denen der Holzlobby unterschieden. In der Unterschutzsstellung sieht Florian Tully vom Verein eine "herausragende Initiative des damaligen Bamberger Landrats Günther Denzler, um die festgefahrene Auseinandersetzung in Richtung Etablierung des Nationalparks voranzutreiben". Nur so könne sachlich ein Nationalpark diskutiert und mittelfristig eine Weltnaturerbe-Bewerbung angestrebt werden. Davon würde nicht nur der Steigerwald, sondern ganz Franken profitieren.
Ein Nationalpark im Steigerwald könne durch Natur-Tourismus ein Konjunkturprogramm für die strukturschwache Region sein, zeigen sich die Befürworter überzeugt und appellieren an den Regierungspräsidenten von Oberfranken, Wilhelm Wenning, dem Druck der Staatsregierung nicht nachzugeben. Das Bayreuther Amt soll die Rückstufung umsetzen. red